Mit Herz und Zeit: Neue Koordinatorin stärkt Hospizarbeit im Land Hadeln
Wenn Menschen in ihrer letzten Lebensphase Begleitung brauchen, ist Einfühlungsvermögen gefragt. Genau das bringt Feeke Weinert-Färber in ihre neue Rolle als Koordinatorin der Hospizgruppe Land Hadeln ein - und setzt auf Menschlichkeit und Zeit.
Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten, ist den Mitgliedern der Hospizgruppe Land Hadeln eine Herzensangelegenheit. Seit 26 Jahren engagieren sie sich ehrenamtlich, schenken schwer kranken und sterbenden Menschen ihre Zeit, hören zu, sorgen im manchmal tristen Alltag für Abwechslung - und bieten Trauernden und pflegenden Angehörigen Unterstützung.
Genau das ist der Grund, warum Feeke Weinert-Färber sich um die Stelle als Koordinatorin bei der Hospizgruppe beworben hat. "Tod und Sterben, das ist immer noch ein Tabuthema. Das will ich ändern", sagt die 45-Jährige. Seit Anfang Februar ist sie nun festes Teil des Teams und bringt ihre Erfahrung sowie neue Impulse in die wertvolle Arbeit der Hospizgruppe ein.
Aufgewachsen in Nordleda, fand Feeke Weinert-Färber früh ihren Weg in die Pflege. Ihre Ausbildung zur Krankenschwester am Otterndorfer Krankenhaus schloss sie 2001 erfolgreich mit dem Examen ab. Berufliche Erfahrungen in Lübeck und Hamburg erweiterten ihren Horizont, bevor sie 2005 ins Cuxland zurückkehrte. Im Otterndorfer Krankenhaus übernahm sie Verantwortung als Hauptnachtwache und arbeitete später auf der Intensivstation. Ein neuer Abschnitt begann 2019 mit ihrem Wechsel nach Stade. Dort erkannte sie ihre besondere Stärke im Umgang mit Palliativpatienten, schloss sich dem Palliativteam an und absolvierte eine Weiterbildung zur Palliativ-Care-Fachkraft.
Jede Begegnung ist individuell und verlangt Empathie
"Man muss gut zuhören und Situationen aushalten können", erklärt die Wingsterin ihre Haltung zur Arbeit in der Hospiz- und Palliativpflege. Es gehe darum, Menschen in ihrer letzten Lebensphase Würde zu bewahren, ihnen Sicherheit zu geben und auch die Angehörigen nicht allein zu lassen. Jede Begegnung sei individuell und verlange Empathie und Geduld. "Wichtig ist, die Menschen so sein zu lassen, wie sie sind."
Die Begegnung mit Birgit Meyer, der langjährigen Koordinatorin der Hospizgruppe Land Hadeln, brachte Feeke Weinert-Färber dazu, sich intensiv mit der Hospizarbeit in Otterndorf und Umgebung auseinanderzusetzen und sich schließlich selbst in diesem Bereich zu engagieren, zunächst als Ehrenamtliche. Seit zwei Monaten gehört sie nun fest zum Team und übernimmt an der Seite von Birgit Meyer die Aufgabe der Koordinatorin der Hospizgruppe.
Sie berät schwer kranke Menschen ebenso wie deren Angehörige und begleitet sie einfühlsam in herausfordernden Lebenssituationen. Gleichzeitig steht sie allen zur Seite, die sich für ein ehrenamtliches Engagement interessieren und sich in der Hospizarbeit einbringen möchten. Auch für Unterstützerinnen und Unterstützer, die die wichtige Arbeit der Hospizgruppe durch Spenden oder eine Mitgliedschaft fördern wollen, ist sie zusammen mit Birgit Meyer die erste Anlaufstelle. Zudem vernetzt sie die Hospizgruppe mit anderen Einrichtungen. "Netzwerken - das ist etwas, das ich noch lernen muss", sagt Feeke Weinert-Färber, die die Hospizarbeit noch stärker in die Öffentlichkeit tragen möchte.
Die Kraft für ihre anspruchsvolle, zugleich bereichernde Aufgabe findet die vierfache Mutter in ihrem familiären Umfeld. Gemeinsam mit ihrem Mann, der am Internatsgymnasium in Bad Bederkesa unterrichtet, ihren Kindern und zahlreichen Tieren lebt sie auf einem Resthof in der Wingst. Ausgleich und Bodenhaftung findet sie bei ausgedehnten Spaziergängen mit ihren Hunden durch den Wingster Wald. "Das ist es, was mich erdet", sagt sie. Inspiration und neuen Schwung schenkt ihr zudem die Musik: In der Gruppe "Cuxland-Brass" spielt sie Saxofon.