Nach Bränden in Hemmoor, Hadeln, Lamstedt: So auslaugend ist der Einsatz im Sommer
Nicht nur psychisch wird unseren Freunden und Helfern einiges abverlangt. Auch physisch geraten Rettungskräfte an Hitzetagen an ihre Grenzen. Die isolierende Schutzschicht hält Wärme nicht nur fern, sondern auch gefangen.
In den vergangenen Wochen mussten Einsatzkräfte vieler Feuerwehren in den Samtgemeinden Hemmoor, Land Hadeln und Börde Lamstedt immer wieder zu Bränden ausrücken. Unter welchen körperlichen Anstrengungen diese Rettungseinsätze durchgeführt werden müssen, ist vielen überhaupt nicht bewusst.
Bei einem Großbrand im Hemmoorer Stadtteil Basbeck waren zahlreiche Kräfte mehrerer Feuerwehren durch extreme Hitze und starke Rauchentwicklung besonders gefordert. Bis zu zwölf Meter hohe Flammen mussten unter schwerem Atemschutz und höchster körperlicher Belastung über mehrere Stunden gelöscht werden. Die extreme Hitze ist für alle Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen eine große Belastung.
Isolierende Schutzkleidung bei 32 Grad im Schatten
Während viele Menschen bei Temperaturen über 30 Grad Celsius den Schatten und leichte Bekleidung suchen, müssen Feuerwehrleute mehrlagige Schutzkleidung anlegen. Zu den einzelnen Kleidungsstücken gehören: schwere Überjacke, Überhose, Stiefel, Helm und Handschuhe. Wenn unter Atemschutz gearbeitet werden muss, kommen rund 15 Kilogramm Atemschutzgerät auf dem Rücken extra hinzu.
Dann erst beginnt die eigentliche Arbeit: Schlauchleitungen für den Löschangriff verlegen, Türen öffnen, Menschen und Tiere retten, Brände löschen oder technische Hilfe leisten. All das geschieht oft unter höchster körperlicher Belastung. Die Einsatzkleidung schützt vor den extremen Temperaturen eines Brandes. Gleichzeitig kann die Wärme, die der Körper bei harter Arbeit produziert, nur eingeschränkt nach außen abgegeben werden. Dadurch steigt die Körpertemperatur deutlich an, und das Risiko einer Hitzebelastung wächst.
Nicht nur Brandnester werden "gekühlt"
Die Belastung endet häufig nicht mit dem Einsatz. Weil die Schutzkleidung nicht nur gegen Hitze von außen isoliert, sondern auch die Abgabe der eigenen Körperwärme erschwert, dauert es oft deutlich länger, bis sich der Körper wieder abkühlen kann. Ausreichend trinken, Pausen und gezielte Kühlung gehören deshalb ebenso zur Einsatzbewältigung wie das Löschen oder Retten.
Wenn Einsatzkräfte an einem heißen Sommertag nach einem Einsatz im Schatten sitzen oder Wasser trinken, ist das nicht das Ausruhen nach einem Einsatz, sondern ein wichtiger Teil davon. Denn nur wer gesund bleibt, kann auch beim nächsten Notruf wieder helfen.
Von Jürgen Lange

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