Den symbolischen Schlüssel übergaben (v.r.) die Architektinnen Kathrin Sievers und Cathrin Schultz an den Stiftungsratsvorsitzenden Hendrik Rehm. Foto: Grell
Den symbolischen Schlüssel übergaben (v.r.) die Architektinnen Kathrin Sievers und Cathrin Schultz an den Stiftungsratsvorsitzenden Hendrik Rehm. Foto: Grell
Tag der offenen Tür

Naturschutzstiftung zieht vom "Elternhaus" direkt ins Ahlenmoor

23.09.2023

Der Neubau der Naturschutzstiftung im Ahlenmoor ist mehr, als nur ein neues Bürogebäude. Er ist sehr naturnah und ermöglicht der Stiftung die Nähe zu ihrem Aufgabenbereich. Neben seinem Standort ist vor allem die Bauweise etwas Besonderes.

Damit die Naturschutzstiftung ihr "Elternhaus, das Kreishaus in Cuxhaven, verlassen konnte", wie Hendrik Rehm, Vorsitzender des Stiftungsrates es nannte, wurde im Ahlenmoor neben dem Moor-Informationszentrum (MoorIZ) das Stiftungshaus auf dem Gelände des früheren Heidelbeerhofs Eichler errichtet. 

Insgesamt kostete der Neubau 3,2 Millionen Euro. Bereits am 17. August ist die Naturschutzstiftung nach einer eineinhalbjährigen Bauphase in das neue Gebäude umgezogen. Bei dem gesamten Neubau stand vor allem eines im Mittelpunkt: eine nachhaltige Bauweise.

Am 23. September lud die Naturschutzstiftung interessierte Bürgerinnen und Bürger nach der offiziellen Schlüsselübergabe zu einem Tag der offenen Tür ein. "Es macht mehr Spaß, wenn man den Besuchern das Haus in Ruhe zeigen kann", so Kerstin Norda, Geschäftsführerin der Naturschutzstiftung des Landkreises Cuxhaven. 

Eine nachhaltige und tierfreundliche Bauweise

Der zweigeschossige Holzrahmenbau wurde von der Firma Holzbau Michaelis aus Zeven errichtet und besteht aus klimafreundlichem Echtholz. "Wir haben auf den Holzbau gesetzt, da er eine der nachhaltigsten Bauformen ist", sagt Landrat Thorsten Krüger. Außerdem wurde eine Wärmepumpenheizung in Kombination mit einer Photovoltaik-Anlageverbaut. Eine Dachbegrünung rundet den Neubau ab.

 "Zum Schutz der Tiere haben wir das neue Haus um die Tiere herum gebaut", erklärt Projektleiterin Gudrun Heckemeier. Die Fledermäuse bekamen Quartiere in der Holzfassade des Alt- und Neubaus. Mit der Schließung der Fassade wird noch etwas gewartet, bis sich die Hornissen, die sich dort ungeplant eingenistet hatten, ausgeflogen sind. "Allgemein gibt es viele Tiere rund um das Stiftungshaus. Als noch keine Fenster eingebaut waren, verirrte sich sogar eine Schleiereule in das Gebäude", erinnert sich Heckemeier. Außerdem wurde für die Fenster reflexionsreduziertes Glas verbaut, um die Gefahr von Vogelschlägen zu vermindern. 

Die Fenster des Stiftungshauses sind aus reflexionsreduzierendem Glas. Foto: Grell

Ausstellungs-, Seminar- und Büroräume

Eines der Highlights des Um- und Neubaus ist die alte Tenne, die zu einem 75 Quadratmeter großen Seminarraum umgebaut wurde. "Die alten Holzbalken mussten verstärkt werden. Sie haben zwar 70 Jahre gehalten, aber mit der neuen Statik hätten sie das Gewicht nicht mehr tragen können", ist sich Heckemeier sicher. Zudem wurde auf modernste Technik gesetzt. Im Erdgeschoss wurde Platz für einen Ausstellungsraum geschaffen. "Dieser soll keine Anlaufstelle für interessierte Bürger sein, denn dafür ist das MoorIZ zuständig", geht Gunnar Böltes, Vorsitzender des Stiftungsrates, ins Detail. Es sei im Vorhinein abgesprochen worden, welche Einrichtung für welche Aufgaben zuständig ist. "Die Büros der Naturschutzstiftung sind jetzt dort, wo sie hingehören. Wir wollen dem MoorIZ hier nicht in die Queere kommen", versichert Böltes. 

Die alte Tenne wurde zu einem Seminarraum umgebaut. Foto: Grell
Der neue Ausstellungsraum des Stiftungshauses. Foto: Grell
Ein Queerschnitt der Wände des Gebäudes - links die von Außen zu sehende Holzfassade. Foto: Grell

Die neuen Büroräume sind mit Fenstern ausgestattet, die von der Raumdecke bis zum Boden reichen. Diese sind wichtig, da in dem Stiftungshaus nicht auf eine klassische Lüftungsanlage, sondern auf Fensterlüftung gesetzt wird. Farblich passend zur Umgebung wurden die Räume mit einem grünen Teppich ausgelegt. Außerdem befindet sich an der Wand hinter jedem Arbeitsplatz ein Plakat mit einem Foto von dem Mitarbeiter und dessen Aufgabenbereichen. "Die Bauphase und alles, was dazu gehört, war nicht immer einfach, aber am Ende hat es sich doch gelohnt", ist sich Hendrik Rehm sicher.

An der Wand hinter jedem Arbeitsplatz befindet sich ein Plakat mit den Mitarbeitern, die in dem jeweiligen Büro arbeiten. Foto: Grell

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