"Gute Stube" in Neuenkirchen soll schöner werden: Ideen für Dorfplatz sind gefragt
Der Dorfplatz am Ärztehaus soll schöner werden: Die Gemeinde Neuenkirchen will ihre "gute Stube" mit Geld aus dem Dorfentwicklungsprogramm neu gestalten - und die Bürger entscheiden mit. Beim Dorfplatzdialog wurden Ideen gesammelt und konkretisiert.
Der Dorfplatz in Neuenkirchen ist mehr als ein Ort. Er ist Bühne des Alltags, Ort der Begegnung und "Wartezimmer" für die Arztpraxis. Besucher des Dorfladens treffen hier auf Friseurkunden, Patienten auf Frühstücksgäste. Es wird viel geschnackt, diskutiert und gelacht, über alle Altersgrenzen hinweg. Doch der Platz selbst bietet nicht das, was die meisten Neuenkirchener unter Aufenthaltsqualität verstehen. Es fehlt an Atmosphäre und Charme. Ein Gesamtkonzept muss her.
Genau dies will die Gemeinde jetzt in Angriff nehmen. Der Dorfplatz am Grundversorgungszentrum soll im Rahmen des Dorfentwicklungsprogramms des Landes Niedersachsen und als Projekt der Dorfregion "Regional am Kanal" aufgewertet und neu gestaltet werden. Die Bürgerinnen und Bürger werden dafür ins Boot geholt.

Beim Dorfplatzdialog, der am vergangenen Freitag (13. Februar) im Dorfgemeinschaftshaus über die Bühne ging, hatten die Neuenkirchener Gelegenheit, ihre Ideen und Vorstellungen zur Umgestaltung des Platzes einzubringen. Moderiert wurde der Austausch von der Planerin Dr. Christiane Sell-Greiser, die das Programm "Regional am Kanal" betreut.
Von der digitalen Infotafel bis zum Wasserspender
Die Vorschläge sprudelten nur so und reichten von der digitalen Infotafel und einem Wasserspender über Pflanzbeete und E-Ladesäulen bis zur überdachten Sitzecke. Bewohnerin Dagmar Siebenhaar wünscht sich ein Spielgerät und einen Ort, an dem sich Kinder und Jugendliche, zum Beispiel mit Ausstellungen, präsentieren können. Juliane "Jule" Segieth, Betreiberin des Dorfladens, hofft auf ein "Plätzchen zum Verweilen" und eine öffentliche Toilettenanlage - ein Vorschlag, der auf große Zustimmung, auch beim Gemeinderat unter der Leitung von Bürgermeisterin Dagmar Diers, stößt. Und Ratsmitglied Jens Langner kann sich vorstellen, den Platz noch zu vergrößern, indem man die vier Parkplätze auf Höhe des Ärztehauses an anderer Stelle zur Verfügung stellt.
Insgesamt einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darin, dass der "Glaskasten", der Abstellplatz für Fahrräder vor dem Geschäfts- und Ärztezentrum, eher unglücklich platziert ist. Und noch ein Vorschlag wurde positiv und einhellig aufgenommen: Der Dorfplatz soll einen Namen bekommen und der langjährigen Partnerschaft mit der bretonischen Gemeinde Saint Broladre gewidmet werden.

Bis zu 75 Prozent Förderung sind für die Umgestaltung des Platzes drin. Dass das Dorf in den Genuss dieser dicken Finanzspritze kommt, liegt am Dorfentwicklungsprogramm, in das Neuenkirchen zusammen mit den Nachbargemeinden Belum, Bülkau, Ihlienworth und Osterbruch als Dorfregion "Regional am Kanal" vor einigen Jahren aufgenommen wurde.
Nicht nur öffentliche Maßnahmen der Gemeinden werden gefördert, sondern auch private (Kleinst-)Vorhaben, die der "Erhaltung, Schaffung und dem Ausbau von sozialbezogenen dörflichen Infrastruktureinrichtungen dienen". Die Gesamtkosten pro Kleinstvorhaben dürfen 12.500 Euro nicht übersteigen und der Zuschuss pro Projekt liegt bei höchstens 2500 Euro.
