Vorstellungsrunde ohne Hürden: Gut besuchter Bewerbertag bei Döhler in Neuenkirchen
Der Fachkräftemangel ist eines der drängendsten Probleme der deutschen Wirtschaft. Auch das Döhler-Werk in Neuenkirchen braucht dringend Personal. Mit einem Bewerbertag ist das Unternehmen jetzt neue Wege bei der Suche nach Mitarbeitern gegangen.
Ein Tag der offenen Tür für potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - das wirkt im Social-Media-Zeitalter fast ein bisschen aus der Zeit gefallen. Melina Luca aus der Personalabteilung der Döhler Neuenkirchen GmbH in Neuenkirchen sieht das anders. "Der Bewerbertag war ein großer Erfolg", sagt Luca. 80 bis 100 Männer und Frauen seien der Einladung des Unternehmens am Sonnabend gefolgt.
Vom Auszubildenden bis zum erfahrenen Routinier reichte die Altersspanne der interessierten Besucher. Besonderheit: Sie konnten sich in einem lockeren Umfeld, ohne Bewerbungsmappe vorstellen und spontan ins Gespräch mit Verantwortlichen kommen. Lediglich ein Kurz-Bewerbungsbogen musste ausgefüllt werden.
Der Andrang war enorm, in den Personalbüros und bei den Führungen über das Gelände gaben sich die Interessenten die Klinke in die Hand. "Wir haben mit so einem Zulauf nicht gerechnet", zeigte sich Melina Luca sichtlich beeindruckt. Rund 40 Bewerbungsbögen seien abgegeben worden. Außerdem bringe die Aktion den Betrieb als Arbeitgeber ins Gespräch. Das zahle sich langfristig aus.

Für Döhler war der Bewerbertag eine Premiere. Und ein Versuch, neue Wege in der Fachkräftegewinnung zu gehen. "Es wird immer schwieriger, potenzielle Mitarbeiter mit klassischen Stellenanzeigen zu erreichen", sagt Melina Luca. Ein Bewerbertag in einer "Wohnzimmeratmosphäre" mit Kaffee und Snacks sei eine gute Möglichkeit, sich als Arbeitgeber zu präsentieren. "Wir können in einen guten Dialog kommen, uns kennenlernen und sehen, ob der Bewerber zu uns passt."
Vor allem in der Produktion werden neue Arbeitskräfte benötigt, wie Jens Langner, Fachkraft für Fruchtsafttechnik und Teamleiter, am Rande einer Gruppenführung erklärte. Der Döhler-Mitarbeiter erläuterte den Besuchern die verschiedenen Produktionsverfahren und Qualitätskontrollen, zeigte Konzentratanlagen, Filterpressen und 80.000-Liter-Tanks und ging auch auf die Benefits, also die Mitarbeitervorteile, des Unternehmens ein. Ob Firmenfitness, Jobrad oder IT-Leasing - man müsse heute schon einiges bieten, um Fachkräfte zu binden und zu gewinnen, sagt Melina Luca.
Beeindruckt von den Einblicken in die Produktion
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Führungen zeigten sich beeindruckt von den Einblicken in die verschiedenen Produktionsschritte. Christian Simon aus Hemmoor hat zuletzt im Maschinenbau gearbeitet und könnte sich durchaus vorstellen, jetzt nach Neuenkirchen in die Fruchtsaftkonzentrat-Produktion zu wechseln. "Döhler hat einen guten Namen", meinte Simon. Linda Tiedemann aus Ihlienworth zeigte ebenfalls großes Interesse an einem Job im Döhler-Werk. Gerade hat sie die Prüfung zur Industriekauffrau hinter sich gebracht, jetzt möchte sie bei Döhler in der Logistik anfangen.
Döhler ist seit vielen Jahren eine feste Größe in der Fruchtsaftverarbeitung und mit rund 170 Mitarbeitenden einer der größten Arbeitgeber in der Region. Der Produktionsstandort Neuenkirchen - dazu gehört auch ein Lagergebäude in Otterndorf - ist Bestandteil eines Netzes von mehr als 50 Produktionsstätten, die sich auf nahezu allen Kontinenten befinden. Rund 20.000 Tonnen Frischfrüchte, vor allem Äpfel, werden pro Jahr im Döhler-Werk an der Dorfstraße verarbeitet.
Die Firma "Alma Hoppe" hatte dort den Grundstein für die Fruchtsaftverarbeitung gelegt. Ende der 1970er-Jahre übernahm dann Hans Dinter das Unternehmen, bis 2001 das Familienunternehmen Döhler als neuer Eigentümer dort die Akzente setzte.
