Noch keine Lösung für kleinen Ortsteil in der Wingst in Sicht
Der Spielkreis ist dicht, das Gebäude abrissreif und bei den Planungen für ein Dorfgemeinschaftshaus als Alternative stockt es: Im kleinen Oppeln herrscht große Ratlosigkeit, wie man ein Problem löst und Perspektiven schafft.
Der Oppelner Spielkreis hat seine Türen längst geschlossen. Das Gebäude ist wegen "schwerwiegender Mängel" nicht mehr nutzbar und ein Fall für die Abrissbirne. Immer wieder war davon die Rede, dass die Immobilie dem Erdboden gleichgemacht werden und ein Dorfgemeinschaftshaus entstehen soll. Doch die Gespräche und Prüfungen ziehen sich in die Länge. Ein Ende ist nicht abzusehen.
Vor über 50 Jahren war der Spielkreis eröffnet und unter der Trägerschaft der Kirche betrieben worden. Zuletzt waren dort über 20 Jungen und Mädchen untergebracht. Doch allen Beteiligten - ob bei der Kirche, der Kommune oder der Elternschaft - war klar: Ohne eine bauliche Sanierung der über 70 Jahre alten Dorfschule, in der sich der Spielkreis befand, würde es dort nicht weitergehen können.
Ein Teil des Gebäudes sackte zwischenzeitlich sogar ab, sodass nach einer baulichen Notmaßnahme aus Sicherheitsgründen am Ende ein Umzug in die Wingster Jugendherberge erfolgen musste. Es war nur ein Provisorium. Die Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr nach Oppeln erfüllten sich jedoch nicht. Inzwischen sind die Kinder, sofern sie nicht schon eingeschult sind, auf andere Kindergärten in der Umgebung verteilt.
Planungsrechtliche Hürden vorhanden
Zurück bleibt ein baufälliges Gebäude, das Kirchengemeinde und Kommune gleichermaßen beschäftigt. Die ursprüngliche Idee, dass die Gemeinde Wingst die Immobilie für einen symbolischen Preis übernimmt, abreißt oder umbaut und dann einer Nutzung, zum Beispiel als Dorfgemeinschaftshaus, zuführt, ist zwar nicht vom Tisch. Aber es gibt da so einige Hürden. So befindet sich das Gelände zum Beispiel planungsrechtlich in einem "Außenbereich"; ein Neubau wäre dort nicht so einfach möglich. Eventuell könnte man dieses Problem beseitigen, wenn ein Bebauungsplan beschlossen wird. Doch dazu müsste es einen "städtebaulichen Grund" geben. Und der ist für die Bauverwaltung nicht auf den ersten Blick "ersichtlich".
Mittlerweile wurde die Sachlage auch dem Landkreis geschildert. Die Hoffnung, dass dadurch Bewegung in die Angelegenheit kommt, hat sich jedoch bislang noch nicht erfüllt.
Kommune möchte eine größere Fläche
Eine Schwierigkeit stellt nach Angaben des Wingster Bürgermeisters Patrick Pawlowski (CDU) auch die Verhandlung mit der Kirche über den Ankauf eines größeren Grundstückes in dem Bereich dar. "Wir würden dort ja gerne eine Begegnungsstätte für die Oppelner schaffen, aber dafür brauchen wir erst einmal mehr Fläche", sagte er auf der Ratssitzung in der vergangenen Woche. Ob es in dieser Wahlperiode noch eine Lösung der Problematik durch ein "interfraktionelles Gespräch" gibt, bleibt abzuwarten. "Es ist ein langwieriger Prozess. Einige Dinge hätten sicherlich schon eher auf den Weg gebracht werden können", räumte Pawlowski ein.
Da widersprach ihm in der SPD-Fraktion niemand - auch nicht Kirsten Söhl: "Das ist ja nun schon seit langer Zeit in der Diskussion." Ihrem Fraktionskollegen Michael Schlobohm "tun die Oppelner leid".
Noch gar nicht - zumindest öffentlich thematisiert - wurde die Frage der Finanzierung. Der Abriss und der mögliche Flächenankauf würden bei der gesamten Investition wohl kaum so stark ins Gewicht fallen wie der Neubau eines Gebäudes, für das ja noch keine Zeichnung existiert und damit natürlich auch nicht eine Kostenkalkulation möglich ist. Ob bei allen planungsrechtlichen Fragen und Grundstücksverhandlungen am Ende auch noch eine genehmigungsfähige Finanzierung auf die Beine gestellt werden kann, ist völlig unklar.
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