Nicht mehr im Kreis Cuxhaven? Deichbrand und die Umzugs-Gerüchte - der aktuelle Stand
Nicht nur während des Deichbrand 2026 machten Gerüchte die Runde, dass das Festival umziehen könnte. Nicht mehr in Wanhöden, sondern an anderen Orten im Norden? Veranstalter und Gemeinde beziehen Stellung.
Zieht Deichbrand um? Immer wieder ploppte dieses Gerücht unter den Fans während der jüngsten Festivaltage in Wanhöden auf. Manche prognostizierten schon einen Umzug nach Nordenham, andere sahen das Open-Air-Festival mit seinen 60.000 Besuchern an anderen Orten im Norden.
Einige meinten sogar zu wissen, dass es das Deichbrand-Festival bereits 2028 nicht mehr am Seeflughafen Cuxhaven-Nordholz in Wanhöden geben wird. Viele Fans würden dem Festival wahrscheinlich folgen - doch ist an den Mutmaßungen überhaupt etwas dran?
Infield grenzt an Gewerbe- und Industriegebiet
Fakt ist, dass sich das sogenannte Infield, das Herzstück des Festivals mit seinen Bühnen, dem Riesenrad, dem Swimmingpool und zahlreichen Versorgungsständen, direkt an das Gewerbe- und Industriegebiet Wanhöden grenzt. Bereits in den zurückliegenden Jahren wurden Campingflächen aufgrund von Industrieansiedlungen verlegt.
Auf anderen, bislang noch als Campingareal genutzten, Flächen planen weitere Industriebetriebe aus dem Luftfahrt- und Rüstungssektor, sich in den kommenden Jahren anzusiedeln. Airbus und General Atomics Europe haben sich bereits Grundstücke gesichert. Grund ist die Nähe zum Marinefliegerstützpunkt Nordholz, der ebenfalls an das Festivalgelände grenzt. Mit diesem Stützpunkt planen die Unternehmen eine enge Zusammenarbeit.
Zuletzt wurden Waldflächen für eine Erweiterung des Industriegebietes gerodet. Auch dafür müssen angestammte Campingflächen verlegt werden.

Ein Grund, mit dem gesamten Festival an einen völlig neuen Ort zu ziehen, sei das aber nicht, betont Marc Engelke, Mitgründer, Hauptveranstalter und Geschäftsführer des Festivals, jetzt gegenüber der Nordsee-Zeitung. "Wir haben mit der Gemeinde einen langfristigen Vertrag für unsere angestammten Infield-Flächen bis einschließlich 2033. Gleichzeitig investieren wir erheblich in den Standort - in diesem Jahr unter anderem in die New Port Stage einschließlich Anschlüssen und Wegebau sowie in die Infrastruktur zwischen Fire Stage, Backstage und Water Stage", macht Engelke deutlich. Für die kommenden Jahre plane der Veranstalter weitere Investitionen, um das Festivalgelände und seine Infrastruktur langfristig weiterzuentwickeln.
Die Veranstalter stünden mit der Gemeinde im kontinuierlichen und konstruktiven Austausch - sowohl über die zukünftige Zusammenarbeit als auch über die Entwicklungen im Gewerbe- und Industriegebiet, so Engelke. Dabei würden sie ihre Anforderungen und die besonderen Bedürfnisse eines Festivals dieser Größenordnung aktiv und frühzeitig in die Planungen einbringen.
Vor diesem Hintergrund werde mit dem Bürgermeister und dem Gemeinderat auch über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit über 2033 hinaus gesprochen. "Ein Weggang des Festivals aus der Region steht für uns nicht zur Debatte. Das Deichbrand gehört hierher - nicht zuletzt ist die Region auch meine Heimat", stellt der Cuxhavener Engelke unmissverständlich klar.

An dem Eindruck Engelkes, dass auch aufseiten der Gemeinde ein klares Bewusstsein für die kulturelle, soziale und wirtschaftliche Bedeutung des Festivals für die gesamte Region besteht, lässt auch der Bürgermeister der Gemeinde Wurster Nordseeküste, Jörg-Andreas Sagemühl, keine Zweifel. So würden neben den Konzernen selbst auch die Veranstalter des Deichbrand-Festivals in die Ansiedlungspläne einbezogen. Hintergrund: Im Bereich des erschlossenen Gewerbegebiets verlaufen wichtige Fluchtwege für das Open-Air-Festival mit seinen 60.000 Besuchern. Ziel der Gemeinde ist es, die Interessen des Festivals und der Industriebetriebe so aufeinander abzustimmen, dass eine dauerhafte Koexistenz möglich bleibt.
Auch die Deichbrand-Macher haben konkretes Interesse an einer Fläche im Industriegebiet Wanhöden. "Auch hier sind wir sehr weit fortgeschritten in den Gesprächen", erklärt Engelke. Auf dem neuen Areal soll der sogenannte BOS-Bereich zukünftig sein Zuhause finden. Gemeint ist eine feste Fläche für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Eine weitere Halle inklusive Bürotrakt sei hierfür geplant.
Von Heike Leuschner
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