Laurel-und-Hardy-Fans aus Hemmoor sorgen auf der Oste für Zwerchfell-Attacken
Wahrscheinlich wurde auf der "Mocambo" selten so ausgiebig und herzhaft gelacht wie am Sonnabend. Auslöser für die Attacken auf das Zwerchfell waren die haarsträubenden Eskapaden von Stan Laurel und Oliver Hardy, besser bekannt als Dick und Doof.
Ihre Slapstick-Einlagen in Schwarz-Weiß sind legendär. Mit ulkigen Tanzszenen, tölpelhaften Unternehmungen wie dem Versuch, eine schwere Musikbox eine Treppe hochzutragen, und mit zahlreichen Missgeschicken wurden der Brite Stan Laurel und der US-Amerikaner Oliver Hardy im Kino der 1920er-und 1930er-Jahre zum Kultduo. In Deutschland als Dick und Doof bekannt, brachten die beiden Komiker ihr Publikum mit mehr als 100 gemeinsamen Filmen zum Lachen.
Damit die Kult-Komiker nicht in Vergessenheit geraten, veranstalten die Mitglieder des Hemmoorer Laurel-und-Hardy-Fanclubs "The Bullfighters" (benannt nach dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1945) regelmäßig Kinoabende und Fan-Treffen. Demnächst soll es auch einen Dick-und-Doof-Stammtisch geben.
Dick und Doof erfreuen sich noch großer Beliebtheit
Komisch, aber auch romantisch und beschaulich ging es am Sonnabend zu, als die Fans aus Hemmoor zu einer Filmveranstaltung unter dem Motto "Dick und Doof auf hoher See" auf dem Fahrgastschiff "Mocambo" einluden. Im Prinzip waren es zwei Veranstaltungen in einer: Die Teilnehmer konnten während der Schiffstour sowohl die Schönheiten des Elbe-Nebenflusses genießen, als auch in die verrückte Welt von Laurel und Hardy abtauchen. Die gewaltige Publikumsresonanz der ausverkauften Veranstaltung zeigte, welch großer Beliebtheit sich Dick und Doof bis zum heutigen Tag erfreuen.
Die "Bullenkämpfer", die diese cineastische Oste-Tour zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Osteland, dem Brauhaus Alt Neuhaus sowie mit Petra und Sven Kanje von der "Mocambo" auf die Beine stellten, hatten mehrere Probeläufe durchgeführt, damit die Veranstaltung möglichst pannenfrei über die Bühne geht. Kleine Störfälle, wie man sie von Stan und Ollie kennt, gab's dann aber doch - von den Startschwierigkeiten beim Beamer bis zur Unpünktlichkeit eines Besucherpaar, weshalb die "Mocambo" deutlich später ablegte.
Aber das waren nur Kleinigkeiten: Die Veranstalter und Gäste erlebten insgesamt einen wunderbaren Kinoabend mit Popcorn, kühlen Getränken und Oste-Ambiente. Mit an Bord waren auch Freunde des Laurel-und-Hardy-Fanclubs "County Hospital" aus Itzehoe.
Während die Teilnehmer auf dem Vorderdeck das Rauschen der Oste-Wellen, die Uferlandschaften und Reetdachhäuser genossen, herrschte hinten ausgelassene Kinostimmung. Die Laurel-und-Hardy-Fans hatten diesen Teil des Fahrgastschiffes in einen abgedunkelten Kinosaal verwandelt, der seine Aufgaben tadellos erfüllte.
Gezeigt wurden vier Kurzfilme von Laurel und Hardy aus den Jahren 1932 bis 1935, die das Komikerduo in ganz unterschiedlichen Rollen zeigten - als Besitzer eines Elektrowaren-Geschäfts (Tit for Tat), als Seemänner (Any old Port) und als Fischverkäufer (Towed in a Hole). Besonders komisch: In dem Streifen "Thicker than Water" - es ist der letzte Kurzfilm der Komiker, die anschließend nur noch Langfilme drehten - "verschmelzen" die beiden Freunde nach einer Bluttransfusion ineinander. Absolute Guckempfehlung!
