Nach jahrelangem Warten: St. Georg in Oberndorf erstrahlt in neuem Glanz
Mit einem Gottesdienst, einem Fest auf dem Kirchplatz, zahlreichen Gästen und großer Dankbarkeit ist am Sonntag die Kirche St. Georg in Oberndorf nach einer umfassenden Sanierung wiedereröffnet worden.
Der Weg bis zu diesem Tag war lang. Bereits bei einer Baubegehung im Jahr 2012 wurde deutlich, wie dringend die Sanierung des historischen Gotteshauses war. Feuchtigkeit hatte dem Mauerwerk zugesetzt, Putz löste sich von den Wänden, Fenster und Fugen waren beschädigt. Jahrelang kämpfte der Kirchenvorstand um Unterstützung und Fördermittel, bevor Ende 2024 schließlich die erlösende Zusage für die sogenannte "außerordentliche Baumaßnahme" kam. Rund 530.000 Euro wurden in die Sanierung investiert. Den größten Teil der Kosten übernahm die Landeskirche, weitere Mittel kamen vom Kirchenkreis.
"Die Freude hier war riesig", erinnerte Regionalbischöfin Sabine Preuschoff in ihrer Predigt. Sie würdigte insbesondere die Ausdauer der Verantwortlichen vor Ort: "Herzlichen Glückwunsch - und herzlichen Dank denen, die jahrelang gekämpft und geackert haben, dass das möglich wurde."

Die Regionalbischöfin stellte ihre Predigt unter den biblischen Segen aus dem 4. Buch Mose. Sie erinnerte daran, dass Generationen von Menschen in den Mauern von St. Georg Gottes Segen empfangen hätten - bei Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Trauerfeiern. Die Kirche sei weit mehr als ein Gebäude. "Die Kirche ist nicht nur ein schönes Bauwerk, sie ist ein Zeichen: Gott ist da. Auch hier. Auch heute", sagte Preuschoff.
Auch Superintendentin Kerstin Tiemann blickte in ihrem Grußwort auf die lange Geschichte der Sanierung zurück. Noch gut erinnere sie sich an ihren ersten Besuch in Oberndorf nach ihrem Amtsantritt. Damals hätten Mitglieder des Kirchenvorstands eindringlich auf die Probleme aufmerksam gemacht. "Hier kämpften Ehrenamtliche um den Erhalt der Kirche und gaben sich redlich Mühe, eine wichtige Sanierungsmaßnahme auf den Weg zu bringen", sagte Tiemann.
Oberndorfer Kirche rückte auf der Warteliste nach vorn
Die Superintendentin schilderte, wie sich durch neue Planungen bei anderen Bauprojekten finanzielle Spielräume eröffneten und Oberndorf auf der Warteliste nach vorn rückte. Heute sei deshalb ein Festtag: "Ich freue mich mit Ihnen, dass Ihre Geduld und Ausdauer und Ihre mutige Art, Missstände anzusprechen, zu einem großen Erfolg geführt haben."
Mit sichtbarer Freude begrüßte die Vorsitzende des Kirchenvorstands, Anja Asendorf, die zahlreichen Gäste. Sie erinnerte an die vielen Jahre des Wartens, der Anträge, Gutachten und Baubegehungen. "Der Professor stellte uns einen langen Weg in Aussicht, der viel Ausdauer und Durchhaltevermögen erfordert", sagte sie rückblickend. Tatsächlich sei die Gemeinde auf den Dringlichkeitslisten immer wieder auf- und abgerutscht.

Umso größer sei die Freude über das Ergebnis. "Wir freuen uns über das Licht in unserer Kirche", sagte Asendorf. Die neue Beleuchtung wurde während des Gottesdienstes mehrfach gelobt. Nach Jahren mit provisorischer Technik und schwierigen Lichtverhältnissen präsentiert sich St. Georg nun deutlich heller, freundlicher und einladender.
Für die Besucher hatte sich der Kirchenvorstand eine besondere Erinnerung ausgedacht. Jeder Gast konnte ein kleines Stück des alten Mauerwerks mit nach Hause nehmen. An den Steinen hing ein Zettel mit der Aufschrift: "Ein Stück Stein, ein Stück Geschichte, ein gemeinsamer Weg."
Emotional wurde es, als Anja Asendorf ihrer Küsterin Yvonne Sieb dankte. Während der gesamten Sanierungszeit habe sie unermüdlich gearbeitet und unzählige Aufgaben übernommen. "Mit deinem Engagement, deiner Verlässlichkeit und deinem unermüdlichen Einsatz hast du unzählige Dinge im Hintergrund möglich gemacht", sagte Asendorf.
Mit der Wiedereröffnung endet zwar die Bauphase, doch die Verantwortlichen denken bereits weiter. Die Kirche soll künftig noch stärker als Ort der Begegnung genutzt werden. Einige Bänke wurden entfernt, um Raum für unterschiedliche Veranstaltungen zu schaffen. Pastor Tileman Wiarda formulierte das Ziel bereits im Vorfeld der Wiedereröffnung so: Die Kirche solle wieder stärker "im Mittelpunkt des Lebens derer stehen, die hier wohnen".

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