"Viele Kunden bleiben einfach weg": K16-Sperrung in Osterbruch dauert deutlich länger
Die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Osterbruch (Samtgemeinde Land Hadeln) sollte vor Weihnachten abgeschlossen sein. Nun zeichnet sich eine deutliche Verzögerung ab. Für Anwohner, Pendler, Geschäftsleute ist die K16-Vollsperrung eine Belastungsprobe.
Die Geduld der Osterbrucher wird offenbar länger auf die Probe gestellt als ursprünglich angenommen. Seit Mitte September wird die Kreisstraße 16 im Ortskern grundlegend saniert. Eigentlich sollten die Arbeiten kurz vor Weihnachten abgeschlossen sein. Doch daraus wird voraussichtlich nichts. Nach NEZ/CN-Informationen ist mit einer Fertigstellung erst im März 2027 zu rechnen.
Die Sanierung der maroden Ortsdurchfahrt war lange erwartet worden. Jahrelang hatten Schlaglöcher, Unebenheiten und provisorisch mit Pflastersteinen verschlossene Straßenaufbrüche das Bild geprägt. Nun wird die Fahrbahn einschließlich ihres Unterbaus erneuert. Auch die Entwässerungsanlagen werden saniert. Dafür ist eine Vollsperrung in drei Bauabschnitten notwendig. Als Bauzeit nennt der Landkreis auf seiner Internetseite noch den Zeitraum vom 14. September bis zum 23. Dezember 2026.
Für die Menschen im Dorf bringt die Baustelle erhebliche Einschränkungen mit sich. Und nicht nur für sie: Auch zahlreiche Berufspendler, die die K16 als Verbindung zwischen Bülkau, Osterbruch und Otterndorf nutzen, müssen weiträumige Umwege in Kauf nehmen.
Sperrung trifft den Dorfladen besonders hart
Besonders hart trifft die Sperrung den Osterbrucher Dorfladen. Er liegt praktisch mitten in der Baustelle und ist derzeit nur zu Fuß erreichbar. Geschäftsführer Thorsten Steffens spricht von einem Ausfall von rund 70 Prozent. Vor allem Pendler und Handwerker, die morgens auf einen Kaffee oder ein Brötchen vorbeigekommen seien, blieben nun aus. Auch für ältere Einwohner, die nicht mehr gut zu Fuß sind, ist der Einkauf deutlich schwieriger geworden.
Steffens hofft, dass zumindest der erste Bauabschnitt im November abgeschlossen sein wird und das Geschäft dann wieder besser erreichbar ist. Trotz der schwierigen Situation zeigt er Verständnis für die notwendige Sanierung. "Wir müssen einfach ein bisschen Geduld haben", sagt er. Das Team versucht unterdessen, mit besonderen Aktionen Kunden anzulocken. Baustellenpartys und "Late-Night-Shopping" sollen für zusätzliche Frequenz sorgen. "Das wird sehr gut angenommen", berichtet Steffens.
Dass der Dorfladen seine Beschäftigten trotz des massiven Geschäftsrückgangs halten kann, ist vor allem der Unterstützung des Osterbrucher Windparks zu verdanken. Dieser übernimmt während der schwierigen Bauphase die Gehälter der Mitarbeiter. Ohne diese Hilfe wären Entlassungen oder Kurzarbeit kaum zu vermeiden gewesen. "Das wollten wir unbedingt vermeiden", betont Steffens.

Die Folgen der Sperrung reichen über die Gemeindegrenzen hinaus, wie das Beispiel der Bäckerei Buck im benachbarten Bülkau zeigt. Weil der gewohnte Durchgangsverkehr fehlt, kommen deutlich weniger Kunden ins Geschäft. Insbesondere Berufspendler, die bislang auf ihrem Weg nach Otterndorf oder Cuxhaven in der Bäckerei einen Zwischenstopp eingelegt haben, fahren nun andere Strecken. "Seit der Sperrung ist bei uns deutlich weniger los. Viele Kunden bleiben einfach weg. Das merken wir natürlich auch am Umsatz", berichtet Birgit Buck.
Etwas gelassener betrachtet Anwohnerin Stefanie Röse die Situation. Sie lebt mit ihrem Mann an der Dorfstraße und betreibt die Igelhilfe im Landkreis Cuxhaven. Weil ihr Haus am Ende der Baustelle liegt, halten sich die Einschränkungen für sie persönlich in Grenzen. Auch die Versorgung der Igelstation funktioniere weiterhin problemlos. Dennoch hat die Osterbrucherin Verständnis für den Unmut anderer Dorfbewohner. Viele müssten erhebliche Umwege, Lärm und Behinderungen hinnehmen.
Die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Arbeiten
Kritisch sieht sie vor allem die Organisation und den Zeitpunkt der Bauarbeiten. Kleinere Bauabschnitte und der Verzicht auf eine durchgehende Vollsperrung wären aus ihrer Sicht die bessere Lösung gewesen. Die Osterbrucher hätten "eine andere Vorgehensweise favorisiert", meint Röse. Nun bleibe nur, auf ein möglichst baldiges Ende der Arbeiten zu hoffen. Mit Blick auf die mögliche Verzögerung formuliert sie es so: "Nun werden wir gemeinsam auf die Fertigstellung der Straßenbaumaßnahme zu Ostern 2027 hoffen."
Die grundsätzliche Notwendigkeit der Sanierung stellt kaum jemand in Osterbruch infrage. Nach jahrelangem Warten soll die K16 endlich eine dauerhaft tragfähige Fahrbahn erhalten. Doch je länger die Sperrung dauert, desto größer werden die Belastungen für Anwohner, Geschäftsleute und Pendler. Ob die Straße tatsächlich erst im März 2027 wieder vollständig befahrbar sein wird und welche Gründe für die Verzögerung verantwortlich sind, bleibt vorerst offen. Eine offizielle Stellungnahme des Landkreises lag bis zum Redaktionsschluss dieses Beitrags nicht vor.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.