Abschied von einer „Perle“ des DRK und Ehrung für mehr als zwei Jahrzehnte engagierten Einsatzes: Geschäftsführer Volker Kamps (Mitte) und Präsident Werner Otten (rechts im Bild) gratulieren Angelika Pieper zu ihrer Auszeichnung. Foto: Tonn
Abschied von einer „Perle“ des DRK und Ehrung für mehr als zwei Jahrzehnte engagierten Einsatzes: Geschäftsführer Volker Kamps (Mitte) und Präsident Werner Otten (rechts im Bild) gratulieren Angelika Pieper zu ihrer Auszeichnung. Foto: Tonn
Kreisversammlung

DRK Land Hadeln als große Familie: Ehrungen, Zahlen - und ein bewegender Abschied

22.06.2026

Zusammenhalt, Menschlichkeit und Optimismus prägten die Kreisversammlung des DRK Land Hadeln in Otterndorf. Ehrungen, bewegende Abschiede und beeindruckende Zahlen zeigten die Stärke der Rot-Kreuz-Gemeinschaft.

Wenn das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Kreisverband Land Hadeln zur Kreisversammlung einlädt, scheint auch das Wetter mitzuspielen. "Diese Veranstaltung findet traditionell nur bei Superwetter statt", bemerkte Geschäftsführer Volker Kamps augenzwinkernd. Doch nicht nur draußen herrschten beste Bedingungen - auch die Stimmung in der Geschäftsstelle am Am Großen Specken war geprägt von Zusammenhalt, Wertschätzung und Zuversicht.

Präsident Werner Otten begrüßte Delegierte aus 22 Ortsvereinen sowie zahlreiche Ehrengäste, darunter den stellvertretenden Landrat und Otterndorfer Bürgermeister Claus Johannßen, Regierungsbrandmeister Tim Fritsche, Gemeindebrandmeister Matthias Papke, Jörg-Andreas Sagemühl und Henning Dageförde vom DRK-Kreisverband Wesermünde sowie Hanni Krüger vom DRK-Kreisverband Cuxhaven.

Die Auszubildenden Miriam Grunewald und Milena Ebeling stellten die sieben DRK-Grundsätze vor: Menschlichkeit, Neutralität und Unparteilichkeit standen dabei beispielhaft für die Werte, die das tägliche Handeln bestimmen.

Gemeinsam für die Menschen der Region

In den Grußworten stand vor allem eines im Mittelpunkt: der starke Zusammenhalt innerhalb der Rot-Kreuz-Gemeinschaft. Claus Johannßen dankte den vielen Ehrenamtlichen für ihren unermüdlichen Einsatz und ihr Engagement für die Menschen in der Region. Regierungsbrandmeister Tim Fritsche hob die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und DRK hervor. Besonders herzlich wurde Hanni Krüger, Präsidentin des DRK-Kreisverbandes Cuxhaven: "Wenn ich dieses Haus betrete, ist es wie Nachhausekommen." Sie lobte die harmonische Zusammenarbeit der beiden Kreisverbände.

Diesen Gedanken griff auch Jörg-Andreas Sagemühl vom Kreisverband Wesermünde auf. Er würdigte die verbindende Kraft des Roten Kreuzes über Kreisgrenzen hinweg und brachte das Gemeinschaftsgefühl auf den Punkt: "Wir sind eine Rot-Kreuz-Familie." Ein Satz, der den Geist des Abends treffend zusammenfasste und die besondere Verbundenheit innerhalb der Rot-Kreuz-Gemeinschaft deutlich machte.

Abschied von einer "Perle" des DRK

Mit bewegenden Worten wandte sich Präsident Werner Otten an Angelika Pieper, die nach mehr als 20 Jahren als Assistentin der Geschäftsführung ihre letzte Kreisversammlung erlebte. "Mit welcher Leidenschaft du dich engagierst. Du bist unsere Perle. Wir konnten uns immer auf dich verlassen", sagte Otten. Als Dank erhielt sie einen Blumenstrauß und ein Präsent. "Ich freue mich sehr", sagte Angelika Pieper sichtlich gerührt.

Vertrauen in bewährte Kräfte: Einzelne Positionen des Präsidiums des DRK-Kreisverbands Land Hadelns wurden wiedergewählt. Geschäftsführer Volker Kamps (v.l.), Christa Schumacher (Beisitzerin), Anja Söhl (stellvertretende Präsidentin), Hans-Werner Beckmann (stellvertretender Präsident), Dr. Klaus Pellnitz (Kreisverbandsarzt), Kreisverbandspräsident Werner Otten. Nicht auf dem Bild: Jürgen Witt (stellvertretender Präsident). Foto: Tonn

Geschäftsführer Volker Kamps blickte auf ein erfolgreiches Jahr zurück. "Was ihr in den Ortsvereinen leistet, verdient Anerkennung und Respekt", betonte er. Besonders stolz sei man auf die gelungene Übernahme des Pflegedienstes auf Helgoland sowie auf den erfolgreichen Umzug vom Seniorenheim Haus am Süderwall in das neue Haus am Medemufer. Die Nachfrage nach den Angeboten sei enorm. Auch der Hausnotruf entwickle sich weiterhin zu einem Erfolgsmodell. Positiv verlaufe zudem die Entwicklung im Katastrophenschutz. Trotz wachsender Herausforderungen wolle man diese mit Optimismus und gemeinschaftlichen Lösungen angehen.

Vizepräsidentin Anja Söhl unterstrich die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit: "Unser Motto ,Aus Liebe zum Menschen‘ wird von unseren Ortsvereinen mit Leben gefüllt." Im Jahr 2025 fanden 84 Blutspendetermine statt, berichtete sie. Darüber hinaus leiste insbesondere die Seniorenarbeit einen wichtigen Beitrag gegen Vereinsamung und stärke das soziale Miteinander in den Dörfern.

Neue Ideen, starke Gemeinschaft

Auch die Einsatzkräfte konnten beeindruckende Zahlen vorweisen. Lars Schumacher berichtete von rund 95 Einsätzen im Sanitätsdienst, Katastrophenschutz und erweiterten Rettungsdienst. Mandy Krause zog für das Jugendrotkreuz eine positive Bilanz. Neben Erste-Hilfe-Ausbildung, Spiel und Gemeinschaft sei insbesondere der erstmals durchgeführte Reanimationswettbewerb ein voller Erfolg gewesen. "Neue Wege sind unsere Stärke", betonte sie mit Blick auf die Zukunft.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Erste-Hilfe-Ausbildung. Marion Imeri berichtete von 295 Lehrgängen mit insgesamt 2922 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Für die kommenden Jahre seien der Ausbau der Brandschutzhelfer-Ausbildung sowie die stärkere Etablierung öffentlicher Kurse geplant. Ihr besonderer Dank galt den ehrenamtlichen Ausbilderinnen und Ausbildern, die einen wichtigen Beitrag für Sicherheit und Gesundheit in der Region leisten.

Bei den turnusmäßigen Wahlen wurden mehrere Mitglieder des Präsidiums in ihren Ämtern bestätigt: Christa Schumacher als Beisitzerin, Anja Söhl und Hans-Werner Beckmann als stellvertretende Präsidenten sowie Dr. Klaus Pellnitz als Kreisverbandsarzt. Zudem wurde Jürgen Witt als stellvertretender Präsident wiedergewählt.

Die Kreisversammlung machte deutlich: Das DRK Land Hadeln steht auf einem starken Fundament aus Ehrenamt, Gemeinschaft und Menschlichkeit. Mit engagierten Helferinnen und Helfern, innovativen Projekten und einer großen Portion Herzblut blickt der Verband weiterhin auf Erfolgskurs in die Zukunft.

Von Joachim Tonn

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