Jugendzentrum Otterndorf nach Millionen-Sanierung wieder eröffnet
Fast zwei Jahre wurde geplant und gebaut, nun ist das Jugendzentrum an der Marktstraße 36 wieder geöffnet. Vertreter der Stadt Otterndorf, der Samtgemeinde Land Hadeln und des Paritätischen Cuxhaven gaben die sanierte Einrichtung offiziell frei.
Rund eine Million Euro wurden in die Modernisierung des 150 Jahre alten Gebäudes investiert. Entstanden ist ein modernes, barrierefreies Jugendzentrum, das künftig noch bessere Voraussetzungen für die offene Jugendarbeit bieten soll. Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, die neugestalteten Räume erstmals zu besichtigen und sich über die zukünftigen Angebote zu informieren.
Anfänge der Jugendarbeit reichen bis ins Jahr 1975 zurück
Einen Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte der Jugendarbeit in Otterndorf gab Bürgermeister Claus Johannßen in seinem Grußwort. Die Anfänge reichen bis ins Jahr 1975 zurück, als Jugendliche ein leer stehendes Gebäude an der Marktstraße 21 in Eigenregie nutzten. Zu ihnen gehörte damals auch Johannßen. Später diente eine Autowerkstatt an der Stader Straße als Treffpunkt, allerdings nur für eine begrenzte Zeit. Mit dem Umzug in die heutigen Räumlichkeiten an der Marktstraße 36 - die Stadt Otterndorf hat das Gebäude nebst Grundstück im Jahr 2006 erworben - und der Kooperation mit dem Paritätischen wurden schließlich die Voraussetzungen für eine langfristige offene Jugendarbeit geschaffen.

Die Stadt erhielt für den Umbau des 1876 erbauten Gebäudes einen großen Schluck aus der Förderpulle des Bund-Länder-Programms "Lebendige Zentren", er beträgt 90 Prozent. "Allein hätte die Stadt das nicht geschafft", sagte Johannßen. Mit seinem Dank an den Architekten, die Handwerker und das Team des Paritätischen verband er die Hoffnung, dass das Jugendzentrum - kurz JUZ - künftig noch stärker ein Treffpunkt für Jugendliche aus allen sozialen Schichten wird.
Samtgemeindebürgermeister und Stadtdirektor Frank Thielebeule nutzte sein Grußwort, um auf die dramatische, sich verschärfende Finanzlage der Kommunen aufmerksam zu machen, die auch Gegenstand einer Resolution ist, die am Mittwoch an Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies übergeben wurde. "Wir können nur gute Politik machen, wenn die Kommunen auch vernünftig ausgestattet sind", sagte Thielebeule und blickte auf die Baumaßnahmen am Jugendzentrum. Das Projekt sei ein gelungenes Beispiel dafür, was mit einer starken Förderung möglich sei. Gleichzeitig machte er deutlich, dass viele notwendige Investitionen künftig schwieriger zu stemmen sein werden, wenn die finanzielle Ausstattung der Städte und Gemeinden nicht verbessert werde.

Im Anschluss an die Grußworte hatten die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, die modernisierten Räume zu besichtigen. Dabei informierten Mitarbeitende des Paritätischen über die Angebote der offenen Jugendarbeit und die künftige Nutzung des Hauses, das nach der umfassenden Sanierung kaum wiederzuerkennen ist: Der alte Heizöltank ist verschwunden und wurde durch eine moderne Wärmepumpe ersetzt, die neuen WCs sind barrierefrei, die Fassade, das Dach und die Elektronik wurden erneuert. Eine sogenannte Flex-Treppe hilft Rollstuhlfahrern beim Zugang zum Jugendzentrum. Neue Graffitis an den Wänden setzen farbige Akzente und verleihen dem Gebäude einen zeitgemäßen Charakter.
"Das Jugendzentrum bietet damit deutlich bessere Voraussetzungen für die offene Jugendarbeit", ist Kai Uhlhorn, stellvertretender Geschäftsführer des Paritätischen Cuxhaven, überzeugt. Ganz abgeschlossen ist der Umbau übrigens noch nicht: Im Obergeschoss soll noch eine Boulderwand entstehen, die das Freizeitangebot für die Jugendlichen zusätzlich erweitern wird. In den weiteren Ausbau des Angebots, sollen die Jugendlichen einbezogen werden, erklärte Uhlhorn. "Man ist ja im Grunde nie fertig."


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