Noch geht es dem Hort in Otterndorf nicht an den Kragen
Was wird aus dem Hort in Otterndorf? Eltern und Erzieher befürchten, dass mit dem Ausbau des Ganztagsschulangebots die DRK-Einrichtung auf der Strecke bleiben könnte. Im Stadtrat machten sich CDU und FDP für eine Fortführung des Hortangebots stark.
Viele Eltern brauchen eine Nachmittagsbetreuung für ihr Grundschulkind. Doch welche Betreuung ist die beste und zuverlässigste? In Otterndorf schwören nicht wenige Eltern auf den Hort des Deutschen Roten Kreuzes. 64 Mädchen und Jungen werden in der Einrichtung betreut, die aktuell noch an der Schleusenstraße, in der früheren Bibliothek, untergebracht ist. Voraussichtlich am 23. März zieht der Hort zurück in die fast fertig sanierte Grundschule. Rund 1,7 Millionen Euro lässt sich die Stadt Otterndorf die Einrichtung der neuen Hort-Räume kosten.
Aber hat der Hort überhaupt eine Zukunft? Landauf, landab werden Horte geschlossen, weil immer mehr Grundschulen die Nachmittagsbetreuung im Zuge des Rechtsanspruchs übernehmen.
Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule stellte im Otterndorfer Stadtrat am Dienstag klar, dass die Finanzierung der Horte in Cadenberge und Otterndorf 2026 fest im Haushalt verankert ist - und das, obwohl es sich um eine freiwillige Leistung handelt. Aktuell sei also keine Schließung geplant. "Damit haben wir fast ein Alleinstellungsmerkmal in Otterndorf", sagte Thielebeule. Otterndorfs Bürgermeister Claus Johannßen wies allerdings darauf hin, dass Doppelstrukturen für die Samtgemeinde ein finanzielles Problem seien.
Eine Kombination aus Hort und Ganztagsschule?
Die CDU/FDP-Ratsgruppe stellte sich hinter die Otterndorfer DRK-Einrichtung und brachte einen Antrag auf Weiterführung des Hortes ein. Angesichts der großen Investition, die die Stadt für den Hort in der frisch sanierten Grundschule getätigt habe, forderte sie "mindestens die Fortführung des Hortbetriebes, bis der Ganztagsschulbetrieb vollständig eingeführt ist". CDU-Ratsfrau Bianca Schedler ergänzte, dass das Ganztagsangebot auch eine Betreuung während der Ferien abdecken müsse. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Malte Hinck gab den Denkanstoß, neue Wege zu gehen, etwa mit einer Kombination aus Hort und Ganztagsschule. Der Antrag wurde zur weiteren Beratung an den Ausschuss für Kultur, Sport und Jugend überwiesen.
Weitere Themen aus dem Stadtrat Otterndorf im Überblick:
Stadthalle: Das Dach der Otterndorfer Stadthalle wird saniert. Dafür gibt es Fördermittel in Höhe von einer Million Euro. Wie Stadtdirektor Frank Thielebeule bekanntgab, sollen die Bauarbeiten vorrangig in den Sommerferien, von Mitte Juni bis Mitte September, stattfinden.
Bundesjugendballett: Kehrt das Bundesjugendballett 2026 zurück nach Otterndorf? Derzeit laufen Gespräche, die junge Tanzkompanie wieder in der Soletherme auftreten zu lassen. Die Stadt Otterndorf will der Gruppe als Sponsor unter die Arme greifen und stellt einen Bus zur Verfügung, der mit Werbung für das Nordseebad Otterndorf bedruckt ist.
Wohnmobilstellplatz: Otterndorf braucht mehr Platz für Wohnmobile, findet die CDU/FDP-Ratsgruppe, und hat einen Antrag zur Errichtung eines Wohnmobilstellplatzes am Funkturm, an der Straße Küvers Trift, gestellt. Die Fläche befindet sich im Eigentum der Hadelner Baugesellschaft. Der Antrag soll im Bau- und im Tourismusausschuss beraten werden. Frank-Uwe Strüning (SPD) äußerte Bedenken, weil auf dem Areal seines Wissens nach ein Bauprojekt realisiert werden soll.
Stadtbibliothek: Die Mitglieder des Stadtrates stellen sich geschlossen hinter die in die Diskussion geratene Stadtbibliothek Otterndorf, die bekanntlich eine Samtgemeinde-Einrichtung ist. Geschlossen folgten sie einem Antrag der CDU/FDP-Gruppe zum Beitritt der Stadt Otterndorf in den Förderverein "Deine Bibliothek - Cuxhaven, Otterndorf, Bücherbus". CDU und FDP versprechen sich von der Mitgliedschaft "einen Beitrag zur Stärkung der Stadtbibliothek".
Stolperstein: Der Lithograf und Maler Prof. Carl Langhein wurde 1941 von den Nationalsozialisten ermordet. Die SPD-Fraktion möchte dem Künstler mit einem Stolperstein vor seinem einstigen Wohnsitz, der jetzigen Jugendherberge, ein ständiges Mahnmal setzen. Dieser Antrag wurde von allen Parteien als sinnvoll erachtet und ohne weitere Beratung im Fachausschuss einstimmig beschlossen.