Quadrat-Ausstellung in Otterndorf zeigt kreative Interpretationen von Leichtigkeit
Unter dem Titel "Luftig-leicht" präsentiert die Künstlergruppe Quadrat ihre neue Ausstellung in der Galerie in Otterndorf. Zehn Künstlerinnen und Künstler nähern sich dem Thema mit ganz unterschiedlichen Techniken und Ausdrucksformen.
Seit fast drei Jahrzehnten überrascht die Künstlergruppe Quadrat bei ihren Ausstellungen mit wechselnden Themen, die von jedem der zehn Mitglieder auf individuelle Weise interpretiert werden. Zahlreiche Kunstinteressierte füllten die Galerie bei der Vernissage bis auf den letzten Platz. Bürgermeister Claus Johannßen freute sich in seiner Begrüßung über die kulturelle Vielfalt Otterndorfs.
"Luftig-leicht beschreibt mehr als nur ein Gefühl von Sommer, Wind oder Helligkeit", erklärte Wilko Austermann, Direktor des Museums gegenstandsfreier Kunst, in seiner Einführung. "Das Ausstellungsthema eröffnet einen künstlerischen Raum zwischen Bewegung und Freiheit, Transparenz und Offenheit, Reduktion und Schwerelosigkeit." Als Beispiel nannte er die plastische Arbeit "Wäsche auf der Leine" von Carola Jahn-Schüssler im Eingangsbereich. Mit Papier und Linien erzähle sie von Menschen, ohne diese direkt darzustellen.
Die Werke nähern sich dem Ausstellungsthema auf ganz unterschiedliche Weise - durch helle Farbwelten, fließende Linien, schwebende Kompositionen, fragile Materialien oder Momente der Ruhe und Offenheit. So entstehen individuelle Interpretationen zwischen Natur, Emotion, Bewegung und innerer Freiheit.

Künstlerische Zugänge zu Leichtigkeit
"Luftig" steht für Weite, Atmen, Durchlässigkeit und Veränderung. Sigrid Weiß experimentiert mit unmittelbarer Körperlichkeit und arbeitete mit Händen oder Gummihandschuhen.
Auf den Acrylbildern von Annette Bolgen erscheinen Windräder und ein Kran - eigentlich schwere Objekte -, die in ihrer Darstellung dennoch einen Eindruck von schwebender Leichtigkeit vermitteln.
Den Bildern von Birgit Albers liegt die Sehnsucht nach Leichtigkeit und Freiheit zugrunde, zugleich aber auch das stetige Ringen darum.
Für Anke Rösner steht die Sprache im Mittelpunkt. Sie sammelte Begriffe, die um das Thema "luftig-leicht" kreisen, und setzte diese virtuos in Szene. Worte werden zum zentralen Element ihrer Installation und ihrer Bilder.
Bei genauerem Hinsehen offenbaren die Werke von Jutta Lohmann, etwa ihre "Glitzernde Unterwasserwelt", die "Trügerische Schönheit" oder die "Microplastikwelt", durchaus kritische Untertöne.
Die Arbeiten von Karl Milz entstehen am Computer. Mit einer reduzierten geometrischen Formensprache erzeugt er Bewegung und Raum.

Zwischen Schwerelosigkeit und Vergänglichkeit
Leichtigkeit kann spielerisch, zart und unbeschwert erscheinen, zugleich aber auch eine bewusste Gegenposition zu Schwere, Enge und Belastung darstellen. Sie bedeutet nicht Oberflächlichkeit, sondern oft die Kunst, Wesentliches mit Klarheit und Einfachheit auszudrücken.
Claudia Dormeyer verarbeitet in ihren Objekten gebrauchte Materialien wie Draht und Papier. Die filigranen Arbeiten verweisen häufig auf Zerstörung und Vergänglichkeit.
Bewegung bedeutet Veränderung und reicht weit über das bloß Unbeschwerte hinaus. Die malerischen Arbeiten von Anke Fuhst erzielen trotz kräftiger Farbaufträge und mehrerer Farbschichten eine überraschend luftig-leichte Wirkung.
Unter dem Titel "Von der Ordnung zur kreativen Leichtigkeit" präsentiert Ute Breitenberger bemalte Passepartoutplatten. Angeregt durch die Arbeiten von Jerry Zeniuk gestaltete sie diese mit Kreisen und Aquarellfarben.
Ausstellung bis Anfang Juli geöffnet
Die Ausstellung "Luftig-leicht" lädt dazu ein, den Blick zu heben, durchzuatmen und die Vielschichtigkeit der gezeigten Werke als besondere Stärke dieser Präsentation zu erleben.
Die Ausstellung ist vom 6. Juni bis zum 5. Juli 2026 geöffnet:
- dienstags und donnerstags von 15 bis 17 Uhr
- samstags und sonntags von 11 bis 13 Uhr
Von Heidi Giesecke

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