Betreten verboten: Der Zugang zum Otterndorfer Grünstrand am "Ahoi"-Restaurant ist aktuell nicht möglich. Grund sind die Bauarbeiten für die Neugestaltung der Strandpromenade. Foto: Mangels
Betreten verboten: Der Zugang zum Otterndorfer Grünstrand am "Ahoi"-Restaurant ist aktuell nicht möglich. Grund sind die Bauarbeiten für die Neugestaltung der Strandpromenade. Foto: Mangels
Großbaustelle am Wasser

Strandpromenade Otterndorf: So ist der aktuelle Stand beim 4,7-Millionen-Euro-Projekt

von Christian Mangels | 15.06.2026

4,7 Millionen Euro für die Zukunft des Nordseebads: Die neue Strandpromenade in Otterndorf nimmt sichtbar Gestalt an. Während die Bauarbeiten des ersten Bauabschnitts planmäßig laufen, beraten die Ratsgruppen bereits über weitere Investitionen.

Zwei Monate nach dem symbolischen ersten Spatenstich nimmt die Neugestaltung der Otterndorfer Strandpromenade immer deutlichere Formen an. Im Tourismusausschuss und im Bauausschuss informierten Stadtdirektor Frank Thielebeule und seine Stellvertreterin Irene Wischhusen über den aktuellen Stand des 4,7-Millionen-Euro-Projekts. Parallel stellte die Tourismusabteilung umfangreiche Kommunikationsmaßnahmen für Urlauber und Einheimische vor. 

Mit Unterstützung des Landes Niedersachsen und der Metropolregion Hamburg wird die Strandpromenade bis September 2027 grundlegend umgestaltet. Das Projekt geht auf einen Ideenwettbewerb vor fünf Jahren zurück und soll die Aufenthaltsqualität am Nordseebad deutlich verbessern. Gleichzeitig wird durch Maßnahmen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Elbe-Nordsee (WSA) der Küstenschutz gestärkt.

Erster Bauabschnitt soll im September fertig sein

Nach Angaben von Stadtdirektor Frank Thielebeule verlaufen die Arbeiten bislang planmäßig. "Wir sind absolut im Zeitfenster", sagte er in den Ausschusssitzungen. Das bisherige Wetter habe den Baufortschritt begünstigt. Die künftige Wegeführung sei inzwischen bereits deutlich erkennbar.

Der erste Bauabschnitt im Bereich Kap Jakob soll nach aktuellem Stand bis zum 15. September abgeschlossen werden. Dort entstehen unter anderem getrennte Wege für Fußgänger und Radfahrer, ein kleiner Platz mit Toilettenanlage, Fahrradstellplätze, eine Haltestelle für den Strandexpress sowie neue Zugänge ins Watt. Thielebeule bezeichnete die Neugestaltung als "zukunftsweisendes Projekt für die Stadt Otterndorf". 

Begleitet werden die Bauarbeiten durch regelmäßige Abstimmungen. Wie Irene Wischhusen berichtete, finden mindestens einmal pro Woche Baustellenbesprechungen mit der ausführenden Baufirma, den Planern und dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt statt.

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich am 10. April hatte in Otterndorf der Umbau der Strandpromenade begonnen. Foto: Mangels

Aus der Bevölkerung habe es in den vergangenen Wochen zahlreiche Nachfragen zum Naturstrand Kap Jakob gegeben, berichtete Thielebeule. Viele Bürger hätten angenommen, dass dort ein neuer Weg angelegt werde. Der Stadtdirektor stellte klar, dass es sich nicht um einen Neubau handele. Der Weg sei bereits seit Jahren vorhanden gewesen und lediglich zugewachsen. Tatsächlich handele es sich um einen Versorgungsweg des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes.

Trotz der Einschränkungen durch die Baustelle seien bislang keine Beschwerden von Urlaubern bekannt geworden, sagte Thielebeule. Auch Ole Fredebohm, Ferienhausvermieter und Chef der Freibeuter-Strandbar, beobachtet eine positive Stimmung bei den Gästen. "Die Gäste sind relativ entspannt", erklärte Fredebohm. Allerdings sei weiterhin viel Aufklärungsarbeit notwendig.

Mit Blick auf die Sicherheit richtete der Stadtdirektor einen deutlichen Appell an Gäste und Einheimische. Immer wieder würden Menschen die abgesperrten Bereiche betreten. Beobachtet worden seien unter anderem Kitesportler, Hundehalter und sogar eine Kindergartengruppe. "Bitte betreten Sie die Baustelle nicht", mahnte Thielebeule. Möglicherweise sollen künftig geführte Baustellenbesichtigungen angeboten werden, um Interessierten einen sicheren Einblick in das Großprojekt zu ermöglichen.

Wie Tourismuschefin Ulrike Meyer erläuterte, setzt die Stadt auf eine breit angelegte Kommunikationsstrategie, um Gäste, Vermieter und Einwohner kontinuierlich über den Baufortschritt zu informieren. Grundlage ist eine eigens eingerichtete Internetseite zur Bauphase, auf der Informationen zur Neugestaltung, aktuelle Hinweise sowie ein ständig erweiterter Fragen-und-Antworten-Bereich bereitgestellt werden.

"Filetstück" des zweiten Bauabschnitts wird das sogenannte "Elbpanorama" sein - eine Erlebnistreppe, die zum Verweilen einladen soll und gleichzeitig den Zugang zum Wattenmeer ermöglicht. Dahinter wird auf einer Anhöhe, einer Art Warft, die Gastronomie angesiedelt. Foto: Sweco

Darüber hinaus werden Vermieter und touristische Leistungsträger über Newsletter informiert. Vor Ort bieten Bauzaunbanner, Schaukästen an den Deichübergängen und Informationsplakate mit Visualisierungen des künftigen Erscheinungsbildes sowie QR-Codes zur Internetseite Orientierung. Auch Flyer werden in der Tourist-Information, bei Vermietern und an den Strandkassen ausgelegt. Ergänzend informiert die Tourismusabteilung regelmäßig über Instagram, Facebook und LinkedIn über die Bauarbeiten. 

Politik denkt an Zukunft des Seglerhafens

Während die Bauarbeiten laufen, wollen beide Ratsgruppen die Gelegenheit nutzen, um am Seglerhafen zusätzliche Infrastruktur für die Zukunft vorzubereiten. Die CDU/FDP-Gruppe beantragt, gemeinsam mit den bereits vorgesehenen Strom- und Wasserleitungen eine Abwasserdruckleitung zu verlegen. Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine spätere eigenständige Toiletten- und Duschanlage am Seglerhafen zu schaffen. Gruppensprecher Thomas Bullwinkel (CDU) argumentiert, dass die Arbeiten jetzt im offenen Graben mit vergleichsweise geringen Mehrkosten erledigt werden könnten. Eine spätere Nachrüstung würde dagegen erneute Erdarbeiten und deutlich höhere Kosten verursachen.

In eine ähnliche Richtung geht ein Antrag der SPD/Grünen/Rennebeck-Gruppe. Sie fordert, zumindest ein Leerrohr für eine künftige Abwasserdruckleitung mitzuverlegen. Außerdem soll ein Konzept für die künftige sanitäre Versorgung im Bereich des Seglerhafens und des Seglertreffs erarbeitet werden. Auch die Antragsteller verweisen darauf, dass sich spätere Aufgrabungen vermeiden ließen, wenn jetzt Vorsorge getroffen werde.

Ob und in welcher Form die zusätzlichen Leitungen tatsächlich eingebaut werden, müssen die politischen Gremien noch entscheiden. Einig sind sich die Gruppen allerdings in einem Punkt: Wenn die Promenade für die kommenden Jahrzehnte fitgemacht wird, soll möglichst auch der Seglerhafen von den laufenden Bauarbeiten profitieren.

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