Auf dem Friedhof in Hechthausen ist Kurt Müller begraben worden. Foto: Uwe Dubbert
Auf dem Friedhof in Hechthausen ist Kurt Müller begraben worden. Foto: Uwe Dubbert
Hilfe für Juden im Krieg

Pastor aus Hechthausen ist einer der "Gerechten unter den Völkern"

06.05.2026

Die Arbeitsgemeinschaft "Gegen das Vergessen" des Heimatvereins Hechthausen nimmt die Erinnerung an das Ende des 2. Weltkrieges am 8. Mai 1945 zum Anlass, um an das Schicksal des Hechthausener Pastors Kurt Müller zu erinnern. 

In herausragender Weise hatte Pastor Kurt Müller gegen das Unrecht gewirkt - gerade in Hechthausen, wo er begraben liegt. Unter großer persönlicher Lebensgefahr und strenger Geheimhaltung schaffte er ein System (die sogenannte "Pfarrhauskette"), um bedrohten Juden die Flucht in die Schweiz zu ermöglichen. Mitten in den Kriegswirren hatte Müller gemeinsam mit anderen Mitstreitern die Initiative ergriffen, um aus Berlin geflüchtete  Juden in Pfarrhäusern zu verstecken, damit sie später fliehen konnten. In der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem wird Müllers Name als einer der "Gerechten unter den Völkern" bezeichnet - eine große Ehrung für den Pastor, der viele Menschenleben rettete. "Pastor Müllers Menschlichkeit und sein Wirken sind in unserer Gemeinde bis heute unvergessen", heißt es in der Arbeitsgemeinschaft "Gegen das Vergessen".

Auch in diesem Jahr will sich die Gruppe am 8. Mai am Grab von Pastor Kurt Müller mit dem symbolträchtigen Grabstein treffen und die Erinnerung an furchtbare Kriege mit dem Satz "Nie wieder ist jetzt!"  bekräftigen.

"Gegen das Vergessen" sei mehr als eine moralische Floskel. Der Satz erinnere daran, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist - und dass ihre tragenden Prinzipien, insbesondere die Gewaltenteilung, immer wieder verteidigt werden müssen.

Gerade in der deutschen Geschichte werde besonders sichtbar, wie schnell demokratische Strukturen ausgehöhlt werden können, wenn Kontrolle ausgeschaltet und Macht konzentriert werde. "Gegen das Vergessen" bedeute  deshalb auch, sensibel zu bleiben für schleichende Veränderungen. Demokratie gehe selten abrupt verloren, sondern häufig schrittweise. (red)

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