Im Ziegelkamp in Stade geriet der rückwärtige Bereich eines Carports aus derzeit noch ungeklärten Gründen in Brand. Foto: Polizei
Im Ziegelkamp in Stade geriet der rückwärtige Bereich eines Carports aus derzeit noch ungeklärten Gründen in Brand. Foto: Polizei
Fazit nach dem Jahreswechsel

Polizei und Feuerwehr rücken aus: Die Silvester-Bilanz aus dem Kreis Cuxhaven

02.01.2026

Der Jahreswechsel in Cuxhaven und Umgebung verlief weitgehend ruhig, obwohl einige Einsätze notwendig waren. Während in Bremerhaven verstärkt gegen Verstöße vorgegangen wurde, blieb es in Stade besonders arbeitsintensiv.

In Cuxhaven und Umgebung ist es rund um Silvester relativ ruhig geblieben. Zwar gab es mehrere Einsätze, doch übermäßig gefordert waren die Einsatzkräfte wohl nirgendwo.

Übergriffe oder Attacken auf Einsatzkräfte gab es im Kreis Cuxhaven nicht. Das zeigt die Bilanz des Pressesprechers der Polizeiinspektion Cuxhaven, Stephan Hertz, nach der Silvesternacht. Auch insgesamt sei der Jahreswechsel "aus polizeilicher Sicht erfreulich ruhig" verlaufen. Es sei lediglich zu kleineren Einsätzen gekommen.

Die Berufsfeuerwehr Cuxhaven wurde in den 24 Stunden zwischen dem Silvestertag, 7.30 Uhr, und dem Neujahrsmorgen, 7.30 Uhr, insgesamt siebenmal gerufen. Laut Einsatzleiter Volker Buthmann handelte es sich teilweise "um silvesterspezifische Einsätze".

Zweimal mussten die Retter eine Wohnungstür öffnen, weil sich in den Wohnungen jeweils eine hilflose Person befand. Zudem entfernten sie zwei durch Sturm abgebrochene Äste aus Bäumen. "Bei zwei weiteren Einsätzen hatten Brandmeldeanlagen in einem Altenpflegeheim und in einem Einkaufszentrum ausgelöst, ohne dass ein Brand vorgelegen hatte", berichtet Einsatzleiter Buthmann. Bei einem Einsatz in Süderwisch war vermutlich durch Feuerwerkskörper eine Hecke in Brand geraten. Hier kam wegen eines gleichzeitigen Einsatzes, zu dem die Berufsfeuerwehr ausgerückt war, die Freiwillige Feuerwehr Cuxhaven-Mitte zum Einsatz. Sie hatte sich mit einer Löschgruppe als Verstärkung in der Hauptfeuerwache bereitgehalten.

Der Krankentransport sowie der Rettungsdienst und der Notarzt der Berufsfeuerwehr Cuxhaven rückten in den 24 Stunden bis zum Neujahrsmorgen insgesamt 55 Mal aus. Der gravierendste Einsatz: Eine Person hatte durch einen Feuerwerkskörper eine schwere Gesichtsverletzung erlitten. Nach der Versorgung durch den Notarzt wurde der Patient direkt in eine Bremer Klinik gebracht. Weitere größere Verletzungen, die den Rettungsdienst erforderlich gemacht hätten, blieben aus. Buthmann abschließend: "Jedoch hatte ein Teil der Einsätze übermäßigen Alkoholgenuss zur Ursache."

Trotz zahlreicher Feuerwerkskörper, die rund um Mitternacht an vielen Orten bis in die Morgenstunden in die Luft gejagt wurden, rückten die Feuerwehrleute in den Samtgemeinden Hemmoor und Börde Lamstedt nur jeweils einmal zu Bränden aus. Bei beiden Einsätzen geht die Polizei davon aus, dass die Brandursache in Feuerwerkskörpern liegt.

Gegen 1.20 Uhr stellten Nachbarn in der Gartenstraße in Lamstedt den Brand einer Mülltonne vor einer Garage fest. Sie begannen mit einem Feuerlöscher mit dem Löschangriff. Die Feuerwehr löschte mit einem C-Rohr noch die Reste der brennenden Mülltonne ab.

Die Anwohner hatten Schlimmeres verhindert, indem sie auch die auf dem Hof geparkten Fahrzeuge umgehend vom Grundstück gefahren hatten. Von der Mülltonne blieben nur noch die verkohlten Reste übrig. Die Garagenwand und das Pflaster waren geschwärzt. Die Polizei geht davon aus, dass der Brand durch Feuerwerkskörper ausgelöst worden war.

Gegen 1.25 Uhr bemerkten Anwohner in Hechthausen-Klint in der Straße Geesthoferweg einen Heckenbrand direkt neben einem Holzschuppen. Auch hier versuchten die Anwohner, das Feuer der etwa drei Meter hohen Koniferenhecke, die auf einer Länge von etwa zehn Metern brannte, mit einem Feuerlöscher zu löschen. Die Einsatzkräfte übernahmen den Löschangriff aus einem wasserführenden Fahrzeug. Der angrenzende Holzschuppen wurde gerettet.

Eine etwa drei Meter hohe Koniferenhecke brennt auf einer Länge von etwa zehn Metern direkt neben einem Holzschuppen. Die Feuerwehrkräfte nehmen einen Löschangriff mit reichlich Wasser vor. Foto: Lange

Die Polizei Bremerhaven nahm hingegen "zahlreiche silvestertypische Einsätze" wahr und stellte auch "anlassbezogene Verstöße" fest. Im Stadtteil Leherheide bewarfen Jugendliche den Angaben zufolge bereits in den frühen Silvesterabendstunden das Revier und die Streifenwagen gezielt mit Feuerwerkskörpern. Die Polizei kontrollierte im Verlauf der Silvesternacht zahlreiche Jugendgruppen und stellte Raketen sowie verbotene Pyrotechnik sicher. "Durch das konsequente Einschreiten der Polizei beruhigte sich die Situation in Lehrheide im Verlaufe des Abends", heißt es.

Auch Schreckschusswaffen wurden genutzt. In Leherheide und rund um das Sail-City-Hotel wurden Feuerwerkskörper auf Fahrzeuge geworfen. In der Auestraße zielte ein Täter gegen 2 Uhr mit Feuerwerkskörpern auf Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. Die Polizei stoppte den 42-Jährigen, der versucht hatte, zu fliehen. "Er führte zahlreiche Böller mit sich und verhielt sich während der gesamten Zeit aggressiv gegenüber den Mitgliedern der Feuerwehr", heißt es. Der Mann wurde in Gewahrsam genommen. Ihn erwartet eine Strafanzeige wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung. Trotz der Einsätze zieht die Polizei Bremerhaven "ein positives Fazit und bewertet die vergangene Nacht als insgesamt friedlich".

Im Bereich Stade verschaffte der Jahreswechsel den Einsatzkräften viel Arbeit, erklärt Rainer Bohmbach, Pressesprecher der Polizeiinspektion Stade. Sie arbeiteten etwa 50 Einsätze, die mit der Silvesternacht in Verbindung stehen, ab. Neben Störungen und Sachbeschädigungen durch Böller, Körperverletzungen und Brandstiftungen an Mülleimern wurden auch in vier Fällen Strafanzeigen wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoff- und das Waffengesetz erstattet.

In Buxtehude mussten die Einsatzkräfte Feuerwerkskörper in einer Wohnung sicherstellen, nachdem ein 46-jähriger Mann in Bremen Pyrotechnik der Kategorie F3 und F4 erworben und diese seinem zwölfjährigen Sohn überlassen hatte. Der Junge hatte sie dann in seinem Kinderzimmer aufbewahrt.

In Stade nahmen Polizisten auf einem Parkplatz in Hahle eine sehr lautstarke Explosion akustisch und physisch wahr. Eine Personengruppe von jungen Leuten im Alter von Anfang 20 Jahren hatte den Angaben zufolge 16 nicht zugelassene Feuerwerkskörper dabei. Die Feuerwerkkörper wurden sichergestellt.

In Himmelpforten habe ein 44-Jähriger pyrotechnische Gegenstände auseinandergebaut und sie anschließend angezündet. In Wiepenkathen habe ein bisher noch unbekannter Täter mit einer Schreckschusspistole in die Luft geschossen und sei anschließend mit einer größeren Personengruppe vor den eingesetzten Beamten geflüchtet.

In zwei Fällen hätten sich junge Männer im Alter von 18 beziehungsweise 24 Jahren in Assel und Himmelpforten beim Abbrennen von Feuerwerk nicht an die vorgeschriebenen Abstände zu benachbarten Reetdachhäusern gehalten und müssen nun mit entsprechenden Ordnungswidrigkeitenverfahren rechnen.

Im Verlaufe der Silvesternacht kam es zu mehreren Brandeinsätzen im Bereich der Zuständigkeit der Polizei in Stade. Unter anderem wurden Matratzen und eine Waschmaschine auf der Fahrbahn der Mittelnkirchener Straße in Brand gesetzt. Neben mehreren Mülltonnenbränden und Bränden von Resten von Feuerwerkskörpern kam es auch zu größeren Feuern mit erheblichem Sachschaden.

In Horneburg begaben sich gegen 17.20 Uhr mehrere Jugendliche an einen derzeit ungenutzten Schuppen auf dem Horneburger Bahnhofsgelände. Dort entfernten sie den Angaben zufolge eine vor einem Kriechkellerfenster stehende Holzplatte und warfen Böller in den Kriechkeller. Im Keller befindliche Bretter gerieten in Brand und es entstand eine erhebliche Rauchentwicklung. Durch den schnellen Einsatz der etwa 40 eingesetzten Feuerwehrleute konnte der Brand dann aber schnell gelöscht werden, bevor er sich auf den Rest des Gebäudes ausbreiten konnte.

Im Ziegelkamp in Stade geriet der rückwärtige Bereich eines Carports aus derzeit noch ungeklärten Gründen in Brand. Das Feuer griff zunächst auf den gesamten Carport und anschließend auf das Satteldach des angeschlossenen Einfamilienhauses über. Etwa 150 Feuerwehrleute rückten am Brandort an und konnten das Feuer schließlich löschen. Die Schadenshöhe wird hier auf 200.000 Euro geschätzt.

Die Einsatzkräfte kümmern sich um den Brand im Ziegelkamp in Stade. Foto: Polizei Stade

Parallel dazu wurde gegen 2 Uhr ein Brand einer Tiefgarage in der Dankersstraße gemeldet. Neben der Tiefgarage wurde dadurch auch ein dort abgestellter Wagen beschädigt. Bei diesem Brand entstand Sachschaden in Höhe von geschätzten 50.000 Euro. Hier mussten durch die Einsatzkräfte vorsichtshalber 39 Personen vorübergehend evakuiert werden, konnten nach Beendigung der Löscharbeiten aber wieder in ihre Wohnungen zurück.

In der Lindenstraße in Stade kam es dann gegen 4.30 Uhr aus bislang unbekannter Ursache zum Brand einer Garage. Die Polizei vermutet, dass der Brand aufgrund des Abbrennens von Pyrotechnik entflammt sein könnte. Auch hier dürfte sich der Schaden auf mehrere tausend Euro belaufen.

In Buxtehude im Ellerbruch wurde gegen 0.45 Uhr nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen durch einen noch unbekannten Täter ein Seenotsignal (Signalpistole) in der Nähe des späteren Brandobjekts abgeschossen. Der noch brennende Signalkörper landete auf dem Dach des Brandobjekts und setzte hier die Photovoltaikanlage in Brand. Der Brand breitete sich auf den Dachstuhl aus, heißt es. Das Einfamilienhaus ist infolge des Brandes und der Löscharbeiten vorerst unbewohnbar. Die Bewohner kamen bei Nachbarn unter. Der entstandene Schaden wird zunächst auf etwa 250.000 Euro geschätzt.

In Buxtehude im Ellerbruch breitet sich der Brand auf den Dachstuhl aus. Foto: Polizei Stade

Insgesamt wurden die verschiedenen Ortswehren im Landkreis zu 26 Feuern alarmiert. Elfmal waren es Kleinbrände wie Mülltonnen und achtmal Brände in der Nähe von Gebäuden.

Der Rettungsdienst und die Notärzte mussten in der Silvesternacht insgesamt 54 Mal ausrücken, bei zwei Einsätzen wurden die jeweiligen Patienten durch Böller so schwer verletzt, dass sie ins Hamburger Universitätskrankenhaus gebracht werden mussten.

Von Jürgen Lange und Joscha Kuczorra

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