Wetterradare messen Niederschläge in einem Umkreis von mehreren hundert Kilometern. Gelegentlich können dabei auch sogenannte Fehlechos entstehen. Foto: Ingo Wagner/dpa
Wetterradare messen Niederschläge in einem Umkreis von mehreren hundert Kilometern. Gelegentlich können dabei auch sogenannte Fehlechos entstehen. Foto: Ingo Wagner/dpa
Seltsames Muster in der Wetter-App

Rätselhafter Streifen auf dem Regenradar über Cuxhaven: Expertin erklärt die Ursache

von Tamina Francke | 16.06.2026

Ein ungewöhnlicher Streifen auf dem Regenradar hat einen Leser aus Cuxhaven stutzig gemacht. Was zunächst wie ein spezielles Wetterphänomen wirkte, entpuppte sich bei genauerer Betrachtung als etwas ganz anderes.

Immer wieder blieb Erwin Harders Blick an derselben Auffälligkeit hängen. Wenn der Cuxhavener das Regenradar in seiner Wetter-App öffnete, zog sich ein schnurgerader, hellblauer Streifen von der Nordsee über Cuxhaven bis weit ins Binnenland. Das Merkwürdige: Das Muster tauchte unabhängig von Tageszeit und Wetterlage immer wieder auf. Um der Sache auf den Grund zu gehen, wandte sich Harder an CNV-Medien.

Die CN/NEZ-Redaktion recherchierte und holte eine Einschätzung von Annika Brieber, Meteorologin am Klimahaus Bremerhaven, ein. Für sie ist die Sache eindeutig: "Das sieht sehr nach einem Fehler beziehungsweise Artefakt aus. So ein wiederkehrendes und klar abgegrenztes Wetterphänomen gibt es nicht", erklärt Brieber auf Nachfrage von cnv-medien.de.

Der auffällige, hellblaue Streifen zieht sich auf dem Regenradar von der Nordsee über Cuxhaven bis nach Bremen. Ein Leser bemerkte das ungewöhnliche Muster mehrfach auf den Wetterkarten. Foto: Harder

Meteorologin spricht von einem Radarfehler

Der auffällige Streifen erinnere mit seiner Form an einen Ausschnitt aus dem kreisförmigen Erfassungsbereich eines Wetterradars. Mitunter könne ein Radargerät in einem bestimmten Winkel eingeschränkt sein, etwa durch Hindernisse oder Störungen anderer Signale. Dadurch entstehen sogenannte Fehlechos, die auf den Niederschlagskarten sichtbar werden.

Nach Einschätzung der Meteorologin stammt das Muster wahrscheinlich nicht von einem deutschen Radarstandort. "Da der Streifen nicht ins Zentrum einer der bekannten Radarstandorte in Deutschland zeigt, gehe ich davon aus, dass es sich hierbei um das Fehlecho der dänischen Station auf der Insel Rømø handelt", erklärt sie.

Das Phänomen tauchte an mehreren Tagen nahezu an derselben Stelle auf. Foto: Harder

Verdacht richtet sich auf Radarstation in Dänemark

Brieber verweist in diesem Zusammenhang auf eine ausführliche Erklärung des Wetterportals Kachelmannwetter. Dort werden typische Fehlerbilder von Wetterradaren beschrieben. Dazu gehören auch streifenförmige Muster, die sich wie Speichen eines Rades um einen Radarturm verteilen und dem von Harder beobachteten Phänomen ähneln.

Was die mögliche Störung vor der Insel Rømø konkret verursacht, konnte Brieber nicht abschließend klären. "Hohe Berge lassen sich dort wohl ausschließen, aber vielleicht spielen Windkraftanlagen eine Rolle", so die Meteorologin. 

Für Erwin Harder ist ein mögliches Wetterphänomen damit vom Tisch. Dass der Streifen immer wieder an nahezu derselben Stelle auftaucht, zeigt jedoch, dass selbst moderne Wetterradare gelegentlich ihre Eigenheiten haben.

Meteorologin Annika Brieber geht davon aus, dass es sich um ein Radarartefakt und nicht um ein Wetterphänomen handelt. Foto: Harder

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Tamina Francke

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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