Ortsdurchfahrt in Osterbruch: Sanierung führt zur Kreisstraßen-Vollsperrung
Ab September geht's in Osterbruch "in die Tiefe": Der Straßenkörper der vorhandenen Ortsdurchfahrt wird entfernt; es folgt eine monatelange Bauphase und ein kompletter Neuaufbau der Straße. Das bleibt nicht ohne Folgen.
Dann kann's ja losgehen: Die arg in Mitleidenschaft gezogene Ortsdurchfahrt in Osterbruch soll saniert werden - und zwar ab Anfang September und bis zum Jahresende. Damit hat das jahrelange Warten ein Ende. Die Kreisstraße 16, für die der Landkreis zuständig ist und Mittel zur Verfügung stellt, erhält einen neuen Unterbau und Fahrbahnbelag. Es kommt zu einer monatelangen Vollsperrung.
Um zu erkennen, in welch miserablem Zustand sich die Straße befindet, muss man kein Ingenieurstudium absolviert haben. Vor Jahren war die Fahrbahn unter anderem an zahlreichen Stellen wegen der Verlegung von Wasserrohren aufgebrochen worden. Dass dort anschließend Pflastersteine in die Asphaltdecke gelegt wurden, sollte ursprünglich nur eine provisorische Maßnahme sein. Doch bekanntlich hält nichts länger als ein Provisorium.
Hinter den Kulissen liefen im Cuxhavener Kreishaus die Vorbereitungen für die Sanierung dieser Kreisstraße seit längerer Zeit. Ursprünglich war vorgesehen, die Maßnahme vor zwei Jahren durchzuziehen. Doch angesichts begrenzter Finanzmittel und einer bestehenden Prioritätenliste ließ sich das nicht realisieren. Aber jetzt klappt es, weil andere Vorhaben noch nicht die notwendige Baureife haben und noch Mittel zur Verfügung stehen. In nicht öffentlicher Sitzung entschied der zuständige Fachausschuss des Kreistages in dieser Woche ohne große Diskussionen, dass mit der Modernisierung zügig begonnen werden kann und soll.
Nach Darstellung der Verwaltung habe die Ortsdurchfahrt in Osterbruch eine "wichtige Funktion für den Verkehr zwischen Otterndorf, Osterbruch und Bülkau". Die Verkehrsbelastung liege nach der letzten Verkehrszählung im Jahre 2013 bei rund 3200 Fahrzeugen pro Tag.
"Der Baubeginn ist für Anfang September vorgesehen. Es wird mit einer Bauzeit von etwa vier Monaten gerechnet. Die endgültigen Termine werden in Abstimmung mit der bauausführenden Firma festgelegt. Der überörtliche Verkehr wird während der Bauzeit großräumig umgeleitet", heißt es beim Landkreis. Während der Baumaßnahme ist nämlich eine Vollsperrung angesagt.
Bleibt die Frage, warum nicht auch gleich die beidseitigen Gehwege saniert werden, was ebenfalls fällig wäre. Die Begründung liefert der Osterbrucher Bürgermeister Peter von Spreckseln auf Anfrage unserer Redaktion. "Wir sind nun einmal ein Dorf mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten. Bei uns gibt es mehrere notwendige Maßnahmen, die wir aber nicht alle gleichzeitig umsetzen können. Daher haben wir auch eine Bürgerversammlung einberufen und um ein Meinungsbild gebeten, was bei uns im Dorf Priorität hat." Zwischen 70 und 80 Bürgerinnen und Bürger hätten daran teilgenommen.
Dabei habe sich schnell gezeigt, dass für die Bevölkerung die Investition in den "Dorfladen" ganz oben auf der Dringlichkeitsliste stehe. Zudem sei eine Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses notwendig. Ferner bestehe auch noch Handlungsbedarf bei mehreren innerörtlichen Straßen.
Dass auch der Gehweg entlang der Ortsdurchfahrt auf beiden Seiten erneuert werden muss, sei aber auch seitens der Gemeinde deutlich formuliert worden. Dies wäre aus technischer Sicht parallel zum bevorstehenden Straßenausbau sicherlich sinnvoll gewesen, aber angesichts der anderen Maßnahmen, die die Bevölkerung als vordringlicher angesehen habe, in diesem Jahr finanziell einfach nicht zu leisten.
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