"Wir ziehen um" heißt es auf einem Plakat im Fenster der Hadler Backmanufaktur. Foto: Kramp
"Wir ziehen um" heißt es auf einem Plakat im Fenster der Hadler Backmanufaktur. Foto: Kramp
Handwerk

So geht es mit Bäcker Buck im Kreis Cuxhaven weiter

von Wiebke Kramp | 05.11.2023

Die Bäcker-Branche leidet an gestiegenen Preisen und Konkurrenzdruck. Die Garde-Filialen sind im Kreis Cuxhaven Geschichte. Und so geht es der Hadler Backmanufaktur Buck heute, die dieses Jahr ebenfalls Insolvenz angemeldet hatte.

Eine ganze Handwerksbranche ist in die wirtschaftliche Schieflage geraten. Die Bäckerzunft kämpft mit Preissteigerungen beim Personal, Kostenerhöhungen bei Material und der Energie. Hinzu kommt noch die Konkurrenz durch die Backtheken bei Discountern.

Jüngstes Beispiel für wirtschaftliche Probleme war die Schließung aller Filialen der insolventen Garde-Bäckerei auch in Land Hadeln und Cuxhaven. Während die Filiale am Kaemmererplatz in Cuxhaven noch leer steht, sind für die E-Center in Hemmoor und Cadenberge schnell Ersatz gefunden worden. Dort übernahm die zu Edeka gehörende Bäckerei von Allwörden die Verkaufsstellen.

Lediglich der Edeka von Niko Keil in Otterndorf blieb ohne Bäcker, nachdem Garde alle Verkaufsstellen geschlossen hatte. Das ändert sich in Kürze. In den vakanten Bäckerladen im Eingangsbereich des Einkaufsmarktes zieht die Hadler Backmanufaktur von Bäcker Buck ein - und verlagert seine Filiale kurzerhand nach nebenan und ist damit nun in direkter Nachbarschaft konkurrenzlos.

Thilo Buck, Bäckermeister in nunmehr dritter Generation, betont gegenüber unserem Medienhaus: Wir freuen uns, diese Filiale akquirieren zu können. Damit haben wir die Möglichkeiten genutzt, um uns räumlich zu verbessern und noch näher dran zu sein an den Kunden." Er gehe davon aus, dass sich das Therapiezentrum über den Auszug seiner Filiale freuen werde, um eine Erweiterung vornehmen zu können. Überhaupt zeigt sich der Handwerksmeister und Arbeitgeber zuversichtlich: "Unsere wirtschaftliche Lage ist stabil und gut", betonte er.

Vorzeichen haben sich sichtlich verbessert

Damit haben sich die Vorzeichen sichtlich gedreht. Denn auch über das Vermögen der Buck KG wurde am 1. April ein Insolvenzverfahren eröffnet. Es handelt sich dabei allerdings um ein gerichtlich abgestimmtes Verfahren in Eigenverwaltung - und nicht um eine angeordnete Regelinsolvenz. Die wirtschaftlichen Belange blieben in den Händen der Familie Buck und der vom Amtsgericht Cuxhaven eingesetzte Sachwalter, der Bremer Rechtsanwalt Berend Böhme, stimmt mit ihr die Entscheidungen ab und hat die Kassengewalt. 

Die in Cadenberge ansässige Familienbäckerei Buck unterhält heute insgesamt fünf Filialen in Otterndorf, Cadenberge sowie Hemmoor und beschäftigt 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen.

Offensichtlich trägt die Regelinsolvenz Früchte. Von "auskömmlichen guten Ergebnissen für dieses Jahr" spricht auch der Sachwalter Behrend Böhme. Dazu hätten auch Einsparungen geführt. Nun stünden zwei Möglichkeiten: Die erste sei der Erhalt des Bäckerunternehmens in Familienhand. Zweite Variante seien Gespräche mit strategischen Partnern und Interessenten, die gegenwärtig geführt würden. Rechtsanwalt Böhme zeigt sich zufrieden: "Das Eigenverwaltungsverfahren hat keinen Umsatz gekostet. Die Kunden wenden sich nicht ab und sowohl für die Mitarbeiter als auch die Kunden spielt das Verfahren im täglichen Leben keine Rolle."

 

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Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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