Kaum Nachwuchs am Gewehr: So kämpfen Schützenvereine im Kreis Cuxhaven um die Jugend
Es gibt knapp 15.000 Schützenvereine in Deutschland. Doch immer weniger Jugendliche interessieren sich für den Sport. Vereine aus dem Kreis Cuxhaven investieren daher immer mehr in die Nachwuchsarbeit und werben für das Schützenleben.
Vor Kurzem erhielt der Schützenverein Altenbruch für seine Jugendabteilung eine Spende von rund 7000 Euro. Davon wurden unter anderem verschiedene Sportgeräte finanziert. Die Arbeit mit dem Nachwuchs übernehmen zwei Jugendsportleiterinnen. Sie bringen den Jugendlichen nicht nur das Schießen bei, sondern stehen ihnen auch bei Anliegen außerhalb der Schützenhalle zur Seite. Gleiches gilt für den Schützenverein Dobrock.
Svenja Arndt und Meike Bergander leiten gemeinsam die Jugendabteilung des Altenbrucher Schützenvereins. Neben den Fahrten zu verschiedenen Schießwettkämpfen, organisieren sie auch Weihnachts-, Oster- und Halloweenschießen.
Das Training mit den Jungschützen
Im Altenbrucher Schützenverein trainieren die Kinder und Jugendlichen im Alter von sechs bis 20 Jahren jeden Freitag von 17 bis 20 Uhr. Je nach Altersklasse können sie mit Kleinkaliber Gewehr, Luftpistole, Luftgewehr, Sportpistole oder dem Lichtpunktgewehr schießen.
Auch beim Schützenverein Dobrock findet ein wöchentliches Training statt. "Freitags steht ab 18 Uhr die Tür der Schützenhalle für alle Schüler und Jugendlichen zum Trainieren offen", erzählt Yvonne von Thaden, Jugendleiterin beim Schützenverein Dobrock und ergänzt: "Neue Gesichter sind auch immer herzlich willkommen."
Von Thaden betreut gemeinsam mit Hartmut Hinsch und Brigitte Steffens die Jugendabteilung in dem Wingster Verein. Auch hier können die Kinder und jugendlichen mit dem Lichtpunktgewehr, dem Luftgewehr oder dem Kleinkaliber Gewehr üben.
Jungschützen dürfen die Schießportgeräte allerdings nur unter Aufsicht bedienen. "Wir arbeiten auch eng mit den Eltern der Nachwuchsschützen zusammen. Dadurch können wir ihr Vertrauen gewinnen und erklären, dass es beim Schießen um mehr als nur die Gewehre geht", erklärt Meike Bergander.

Die Vorteile des Schießens für die Jugendlichen
Richard Schütt, Präsident des Schützenvereins Altenbruch, weiß: "Der Schießsport ist ein Konzentrationssport. Er muss gefördert werden. Die Jugendlichen werden dadurch ausgeglichener." Die beiden Jungendsportleiterinnen Meike Bergander und Svenja Arndt ergänzen: "Außerdem fördert es die Ausdauer, den Zusammenhalt und bringt den Kindern und Jugendlichen die Traditionen des Schützenvereins bei. Zudem zeigen wir den Jungschützen Grenzen auf und vermitteln ihnen Werte und Normen." Meike Bergander versichert: "Wir begegnen uns hier auf Augenhöhe. Die Jungschützen wissen, dass sie auch mit privaten Anliegen zu uns kommen können."
Auch die Gemeinschaft unter den Kindern und Jugendlichen wird gefördert. Der Schützenverein Dobrock fährt beispielsweise zu anderen Wingster Vereinen, um dort andere Schießsportdisziplinen auszuprobieren und mit den Leuten ins Gespräch zu kommen.
Der Altenbrucher Verein veranstaltet Treffen mit der örtlichen Jugendfeuerwehr. "Es wird dabei draußen von der Feuerwehr ein Parcours aufgebaut und drinnen können sich die Jugendlichen an den Gewehren probieren. Dadurch tauscht sich der Nachwuchs untereinander aus. Es kam schon öfter vor, dass einige der Jungschützen zusätzlich bei der Freiwilligen Feuerwehr eingetreten sind und umgekehrt genauso", erinnert sich Richard Schütt.
Der Kampf gegen den Nachwuchsmangel
Der fehlende Nachwuchs ist auch in den Schützenvereinen ein Problem. "Ohne die Jugendarbeit stirbt der Verein", ist sich Richard Schütt sicher.
Um mehr Mitglieder zu gewinnen, haben die beiden Vereine eine ganz unterschiedliche Herangehensweise gewählt. Der Altenbrucher Schützenverein hat unter anderem eine Info-Broschüre über den Verein zusammengestellt. Und beim örtlichen Bürgerfest waren Svenja Arndt und Meike Bergander mit der Lichtpunktanlage vor Ort, um Neuzugänge anzuwerben. "Acht Stunden haben wir an diesem Tag dort gesessen. Das Angebot wurde so gut angenommen, dass wir nicht einmal eine Pause machen konnten", erinnert sich Arndt. Zudem habe sich in der Vergangenheit gezeigt: Wenn die Kinder in den Verein eintreten, ziehen die Eltern oft nach.
Auch beim Schützenverein Dobrock wird der Kopf nicht in den Sand gesteckt: "Wir öffnen unsere Türen regelmäßig für jedermann und nehmen alle herzlich in Empfang. Auch wer sich mal ausprobieren möchte, ist immer willkommen", versichert Yvonne von Thaden. Zusätzlich nimmt der Verein auch an der Ferienpassaktion der Samtgemeinde teil. "Einige Teilnehmer sieht man dann auch nach der Aktion beim Training wieder", freut sich die Jugendsportleiterin.