Stahlharte Kunstwerke im beschaulichen Bülkauer Ortsteil Bovenmoor
Wer dem Schild zum "Schaufenster" am Bovenmoor folgt, sollte auf dem Weg dorthin die Augen offen halten: Denn die Kreativen Camilla und Jacko haben jede Menge selbst gebauter Kunstwerke rund ums Haus stehen. Am Schaufenster wird es dann schlüpfrig.
Während sich der ganze Bülkauer Ortsteil Bovenmoor für das bevorstehende Schützenfest rausputzt, den Rasen mäht und die Bordsteine sauber fegt, fliegen bei Camilla und Jacko Späne. Um genau zu sein: Metallspäne. Denn die beiden Kreativen - mit dem Manufaktur-Namen "Hart aber herrlich" - stellen Schönes und Böses aus Metall her.
Angefangen hat alles mit einem Schweiß-Kurs, den die 48-jährige Camilla vor einigen Jahren von einer Freundin geschenkt bekommen hat. Sie hat Gefallen an der handwerklichen Arbeit gefunden und kurz danach das passende Weihnachtsgeschenk von ihrem Partner Jacko bekommen. Nur war sich Jacko nicht sicher, ob Camilla dieses ausgefallene Geschenk wirklichen haben wollen würde. Es war nämlich ein riesiges Schweißgerät, das zuvor in einer U-Boot-Werft eingesetzt wurde. Doch Camilla musste gar nicht überzeugt werden: "Ich wollte es haben." Schnell haben die beiden kreativen Köpfe irgendwelchen Schrott zusammengeschweißt. Denn nicht nur Camilla hat ihre Leidenschaft an der handwerklichen Arbeit gefunden, auch der 51-jährige Jacko hat ein Händchen dafür. Schließlich hat er in seiner Zeit als angehender Bauschlosser die Grundlagen der Metallverarbeitung gelernt und kann die nun anwenden.
Figuren, die nur was für Erwachsene sind
Seit etwa sechs Jahren stellen die beiden Bülkauer für drinnen und draußen, für den Garten oder das Haus Dekorationen oder Gebrauchsgegenstände wie Möbel, Lampen, Vogeltränken oder Regenmesser her. Dafür nutzen sie sämtliche Gegenstände aus Metall, die ihnen in die Hände fallen. Von der Mistforke über Ketten bis zum Schraubenschlüssel - alles kann dabei verwendet und verwertet werden. Jacko hat sich zudem auf ganz besondere Figuren spezialisiert, die schlüpfrige Bilder darstellen und nicht ins Kinderzimmer gehören.
Alle Kunstwerke sind Unikate
"Wir machen nichts, was wir nicht leiden mögen und worauf wir keinen Bock haben. Alles entsteht, weil wir Lust darauf haben. Und alles sind Unikate", erklärt Jacko. Dabei haben sie entweder "Schrott"-Teile, aus denen eine Idee entsteht, oder sie haben eine Idee und suchen die passenden Teile dafür, die sie in ihrer gerade einmal 15 Quadratmeter großen Garage lagern, die gleichzeitig als Werkstatt dient. Hier verbringen die Zwei zwischen Schweißgerät, Bohrmaschine und Sägen etwa 15 bis 20 Stunden die Woche, um neue Stahlkunstwerke herzustellen.
Auch wenn nicht überall die schlüpfrigen Figürchen erwünscht sind, präsentieren Camilla und Jacko ihre Kunstwerke auf entsprechenden Märkten und werden sie in diesem Jahr auch zum ersten Mal beim Kunsthandwerkermarkt auf dem "Taubenhof - Gut Cadenberge" ausstellen. Wer nicht bis dahin warten will und schon jetzt einen Blick auf die Arbeiten der beiden werfen will, kann ihre Internetseite www.hart-aber-herrlich.de besuchen.


