Stau und Frust zum Deichbrand-Start: So lief der Frühanreisetag in Wanhöden
Stundenlange Staus, frustrierte Festivalfans und Kritik an der Verkehrsführung: Der Frühanreisetag beim Deichbrand-Festival in Wanhöden (Kreis Cuxhaven) verlief für viele Besucher anders als von den Veranstaltern prognostiziert.
Mit der Frühanreise hat am Mittwoch (15. Juli 2026) das Deichbrand-Festival in Wanhöden begonnen. Doch für viele der mehr als 60.000 erwarteten Besucherinnen und Besucher startete das Festivalwochenende zunächst mit einer Geduldsprobe: Auf den Straßen rund um das Festivalgelände ging zeitweise kaum noch etwas.
Besonders betroffen waren Festivalgäste, die aus südlicher Richtung über die A27 anreisten. Viele wurden bereits an der Anschlussstelle Neuenwalde von der Autobahn geleitet und anschließend über Landstraßen nach Wanhöden geführt. Dort staute sich der Verkehr kilometerweit. Teilweise berichteten Besucher, mehrere Stunden in der prallen Sonne festzusitzen.
Doch nicht nur aus Richtung der Autobahn kamen die Autos nur schleppend voran. Rund um Wanhöden bildeten sich die Staus am Mittwoch nahezu sternförmig aus allen Richtungen. Nach Angaben von Anreisenden reichten die Blechlawinen zeitweise bis zur Kreuzung zwischen Osterwanna und Krempel. Auf dem Weg in den Ort hinein standen Autos Stoßstange an Stoßstange, auch innerhalb Wanhödens ging zeitweise kaum etwas voran.

Prognose des Festivals geht nicht auf
Dabei hatte das Deichbrand-Festival im Vorfeld über Instagram eine Anreiseprognose veröffentlicht. Demnach wurde für Mittwoch zwischen 12 und 18 Uhr lediglich ein geringes bis mittleres Verkehrsaufkommen erwartet. Erst für den Zeitraum zwischen 18 und 22 Uhr rechneten die Veranstalter mit einem hohen Aufkommen.
Die Realität sah anders aus: Bereits seit den Mittagsstunden staute sich der Verkehr auf den Zufahrtsstraßen und der A27 teils über mehrere Kilometer. Auch für Donnerstag und Freitag prognostiziert das Festival bislang lediglich ein geringes bis mittleres Verkehrsaufkommen.
Kritik in den sozialen Netzwerken
In den sozialen Netzwerken machten zahlreiche Festivalfans ihrem Ärger Luft. Unter Instagram-Beiträgen des Deichbrand-Festivals häuften sich Kommentare über die langen Wartezeiten und die Verkehrsführung. "Noch nie war die Anreise so schlimm wie dieses Jahr", schrieb ein Nutzer. Andere berichteten davon, dass aus einer zweistündigen Fahrt plötzlich eine siebenstündige Anreise geworden sei. Besonders kritisiert wurde, dass aus Sicht vieler Besucher aktuelle Informationen zur Verkehrslage fehlten.

"Wozu habt ihr eine App, wenn ihr nicht über die aktuelle Verkehrssituation berichtet?", fragte ein Nutzer. Andere kritisierten die Verkehrslenkung rund um Wanhöden und forderten mehr Informationen seitens der Veranstalter.
Polizei widerspricht Chaos-Vorwürfen
Von "chaotischen Zuständen" wollte die Polizei Cuxhaven auf Nachfrage von CNV-Medien jedoch nicht sprechen. "Chaotisch ist es nicht. Es ist einfach sehr viel los", so Sprecherin Benita Englich. Die Einsatzkräfte vor Ort würden dafür sorgen, dass alles geregelt ablaufe.

Um den Verkehr besser zu steuern, blieb die Autobahn-Anschlussstelle Nordholz gesperrt. Nach Angaben der Polizei staute sich der Verkehr auf der gesamten A27 aus Richtung Bremen, insbesondere im Baustellenbereich bei Bremerhaven. Anreisenden wurde empfohlen, stattdessen die Anschlussstelle Neuenwalde zu nutzen.
Zu den Vorwürfen der Besucher und der Verkehrssituation äußerte sich die Deichbrand-Pressestelle auf Anfrage von CNV-Medien und der Nordsee-Zeitung bislang nicht.
Entspannung am frühen Abend
Während die Stimmung auf den Zufahrtsstraßen zwischenzeitlich frostig war, entspannte sich die Lage auf dem Festivalgelände im Laufe des Nachmittags. An den Check-in-Stationen herrschte zeitweise überraschend wenig Betrieb. Viele Besucherinnen und Besucher hatten ihre Zelte bereits aufgebaut, in einigen Camps lief die Party schon auf Hochtouren.
Am Mittwoch bereits 30.000 Besucher am Start
Die Polizei Cuxhaven zog am Mittwochabend eine offizielle Bilanz zur Anreise: Über den gesamten Tag hinweg sei die Verkehrslage rund um das Festivalgelände sehr angespannt gewesen, teilweise stocke der Verkehr auch weiterhin. Im Zuge der Anreise kam es zu mehreren kleineren Unfällen. In der Pickerstraße wurde ein Fußgänger bei einem Zusammenstoß mit einem Auto leicht verletzt. Im Anschluss an den Unfall kam es zudem zu einem Streit, einer Beleidigung und einer Sachbeschädigung. Nach Angaben der Polizei befanden sich am Abend bereits rund 30.000 Besucherinnen und Besucher auf dem Festivalgelände.
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