Von Mobilklo bis Komposttoilette: So funktioniert das Sanitärskonzept beim Deichbrand
Rund 1900 Toiletten, flexible Reinigungspläne und nachhaltige Technik: Damit auf dem Deichbrand in Wanhöden alles sauber bleibt, steckt hinter den Kulissen eine aufwendige Logistik. CNV-Medien hat bei der Festival-Pressestelle nachgefragt.
Wenn auf dem Deichbrand-Festival Zehntausende Menschen feiern, muss auch die Infrastruktur funktionieren. Ein zentraler Baustein ist die sanitäre Versorgung. Nach Angaben der Pressestelle des Festivals stehen den Besucherinnen und Besuchern rund 1900 Toiletten zur Verfügung. Dazu gehören sowohl mobile als auch wassergespülte Sanitäranlagen.
CNV-Medien hat bei der Deichbrand-Pressestelle nachgefragt, wie die Versorgung organisiert wird. Demnach übernehmen spezialisierte Sanitär- und Reinigungsdienstleister die Reinigung der mobilen Toiletten. Die Teams seien während des gesamten Festivals im Einsatz und arbeiteten eng mit der Produktionsleitung zusammen.
Die Sanitäranlagen würden regelmäßig kontrolliert und gereinigt. Gleichzeitig würden Toilettenpapier und weitere Verbrauchsmaterialien fortlaufend aufgefüllt. Feste Reinigungsintervalle gebe es dabei nicht. Nach Angaben der Pressestelle würden die Einsätze laufend an die tatsächliche Auslastung angepasst. Besonders stark frequentierte Bereiche würden entsprechend häufiger kontrolliert und gereinigt.
Eigene Miettoilette fürs Camp
Wer auf dem Campingplatz mehr Komfort wollte, konnte zudem eine eigene Miettoilette buchen. Diese wird zwischen Mittwoch und Freitag direkt zum Camp geliefert und nach dem Festival wieder abgeholt. Das Angebot gilt für die regulären Campingflächen sowie für angemeldete Grundstücke und Schrebergärten. Ausgenommen sind Unterkünfte im Comfort Village.
Neben Hygiene setzt das Festival nach eigenen Angaben auch auf Nachhaltigkeit. Zum Einsatz kommen unter anderem wassersparende Vakuumtoiletten und Druckwassertechnik.

Wenn das stille Örtchen nachhaltig wird
Ergänzt wird das Angebot durch Komposttoiletten des Hamburger Sozialunternehmens Goldeimer. Sie kommen ohne Frischwasser und ohne chemische Sanitärzusätze aus. Statt einer Spülung werden Holz- oder Strohmehl verwendet, die Feuchtigkeit binden und Gerüche reduzieren. Die Behälter werden regelmäßig geleert und zu einer geeigneten Kompostierungsanlage transportiert. Dort werden die Fäkalien unter kontrollierten Bedingungen über einen längeren Zeitraum kompostiert. Dabei bauen Mikroorganismen das organische Material ab. Krankheitserreger werden durch Zeit, Temperatur und den biologischen Prozess weitgehend eliminiert. Am Ende entsteht ein humusähnliches Material, das - je nach den geltenden rechtlichen Vorgaben und der Qualität - als Bodenverbesserer oder in anderen geeigneten Bereichen genutzt werden kann. Es wird in der Regel nicht für den Anbau von Lebensmitteln verwendet.
Goldeimer verfolgt darüber hinaus einen gemeinnützigen Ansatz und setzt sich für den weltweiten Zugang zu sicheren Sanitäranlagen ein. Das Festival nutzt die Zusammenarbeit nach eigenen Angaben auch, um nachhaltige Sanitärkonzepte sichtbar zu machen.
Auch bei den klassischen Mobiltoiletten verzichten die beauftragten Dienstleister nach Angaben der Festival-Pressestelle auf chemische Sanitärzusätze. Stattdessen kommen biologisch abbaubare, geruchshemmende Mittel zum Einsatz.
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