Suche nach Arian (6) aus Bremervörde mit Ballons und Feuerwerk - Fußspuren entdeckt
Von Arian aus Bremervörde fehlt weiter jede Spur: In der dritten Nacht nach dem Verschwinden des Kindes haben Helfer ein Feuerwerk abgebrannt. Auch Luftballons wurden aufgehängt. Hunderte Einsatzkräfte und Helfer suchen ihn seit Montagabend.
Bei der Suche nach dem sechs Jahre alten Arian aus Elm bei Bremervörde ist in der Nacht zu Donnerstag auch Feuerwerk abgebrannt worden. Davon erhofften sich die Einsatzkräfte eine Spur zu dem Jungen zu bekommen, da er Feuerwerk möge, sagte ein Polizeisprecher.
Die Suche gehe weiter. Um über ein Ende der Suchaktion zu sprechen, sei es noch zu früh, betonte der Sprecher. "Darüber ist noch nicht gesprochen worden."
Suche in Bremervörde: Führen Fußspuren zu Arian?
Am Mittwochabend haben die Einsatzkräfte Fußspuren entlang der Oste entdeckt, die zu Arian gehören könnten, berichtet Buten un Binnen am Donnerstag. Nach Angaben der Polizei haben die Hunde eine Fährte aufgenommen. In der Nähe des Flusses liegt ein Tümpel, den die Polizeitaucher am Donnerstag absuchen.
Suche nach Arian auch im Landkreis Stade
Der Suchradius wird unterdessen immer größer. Inzwischen suche man auch im benachbarten Landkreis Stade nach dem Jungen. Die Eltern von Arian teilten in sozialen Medien mit, dass Arian auf Musik aus Disney-Filmen reagiere und zudem bunte Lichter und bunte Laternen seine Aufmerksamkeit wecken könnten.
Kamera-Aufnahme zeigt Verschwinden des Jungen
Am Mittwochabend hatte die Polizei mitgeteilt, dass der Junge am Montag gegen 19.15 Uhr von einer privaten Überwachungskamera in seinem Wohngebiet gefilmt wurde.
Er sei mit einem okker-gelben, langärmligen Pullover/Shirt und einer schwarzen Jogginghose bekleidet gegen 19.15 Uhr in Richtung des angrenzenden Waldes gelaufen. Von dem Viertel, in dem der Sechsjährige wohnt, führt eine kleine unbefestigte Straße an einem Rapsfeld vorbei zu einem Waldgebiet. Die Polizei hielt es für möglich, dass der Sechsjährige dorthin ging.
Die Polizei hatte die Anwohner in Elm zuvor aufgefordert, private Kameraaufnahmen zu prüfen, um zu schauen, ob der Junge auf Überwachungskameras zu sehen ist.

"Obwohl die Ortschaft Elm von Einsatzkräften durchsucht worden ist, könnte sich der vermisste Junge auch in einem Schuppen oder einem ähnlichen Versteck aufhalten", hieß es.
Bei der Suche nach Arian in Bremervörde waren am Mittwoch auch Polizeitaucher im Einsatz. Die Einsatzkräfte suchten die Oste in der Nähe des Wohnhauses des Jungen ab, wie Polizeisprecher Heiner van der Werp sagte. Zusätzlich fuhren Einsatzkräfte mit einem Sonarboot auf dem Gewässer. Die Polizeitaucher seien nötig, da man mit Booten nicht überall hinkomme, erklärte der Sprecher.
Auch an Land ging die Suche mit zahlreichen Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei und anderen Organisationen weiter. Sie zählten auf die Unterstützung von Hunden und Drohnen.
Stader Feuerwehrleute helfen bei Suche nach vermisstem Jungen
Am Mittwoch waren auch 125 Feuerwehrleute aus dem Landkreis Stade ausgerückt, um die Rettungskräfte vor Ort bei der Suche nach dem vermissten Sechsjährigen zu unterstützen. Aus insgesamt 14 Ortswehren haben sich die Feuerwehrleute auf den Weg nach Bremervörde gemacht.

Stadtfeuerwehr Bremervörde: "Bitte keine eigenmächtigen Aktionen"
Die Anteilnahme am Schicksal des verschwundenen Sechsjährigen ist hoch. Dennoch warnt die Stadtfeuerwehr Bremervörde via Whatsapp davor, eigenmächtige Suchaktionen zu starten. Aktuell sei ein Video im Umlauf, in dem um Unterstützung bei der Suche nach dem Kind gebeten werde. "Bitte dem nicht nachkommen!" appellieren die Feuerwehrleute. Derzeit seien Spürhunde im Einsatz, um Arian zu finden. Eigenmächtige Aktionen würden die Arbeit der Hunde behindern. "Bitte keine eigenmächtigen und unkoordinierten Aktionen starten!"
Arian war am Montagabend aus seinem Zuhause verschwunden. Nach Angaben der Polizei ist das Kind Autist und reagiert nicht auf Ansprache. Die Einsatzkräfte gehen davon aus, dass der Junge sich nicht melden wird, wenn er Menschen in der Nähe bemerkt. "Das macht die Situation und die Suche nach ihm besonders schwer", sagte van der Werp. "Wir müssen sehr engmaschig suchen, weil wir davon ausgehen müssen, dass er sich von sich aus nicht melden wird."

Polizei steht im engen Kontakt mit Arians Familie
"Wir stehen in engem Kontakt mit der Familie", sagte van der Werp. Die Familie werde professionell betreut.
Am Dienstagabend überflog ein Tornado-Flugzeug das Gebiet, um Luftaufnahmen mit einer Wärmebildkamera zu erstellen. "Wir haben soeben den Auftrag bekommen und setzen jetzt einen unserer Tornados ein, um bei der Suche nach dem kleinen Arian zu helfen", teilte das "Team Luftwaffe" der Bundeswehr auf dem Kurznachrichtendienst "X" (vormals Twitter) mit. (dpa/vdb/set/fe)