Tödlicher Badeunfall im Kreis Cuxhaven: DLRG sieht gefährlichen Trend beim Schwimmen
Der tödliche Badeunfall am Stoteler See ist einer von mehreren tragischen Fällen am vergangenen Wochenende. Die DLRG sieht darin ein größeres Problem: Immer weniger Menschen können sicher schwimmen und viele überschätzen ihre Fähigkeiten im Wasser.
Immer weniger Menschen in Deutschland können sicher schwimmen. Dominik Preiser vom DLRG-Landesverband Niedersachsen bestätigt, dass die Schwimmfähigkeit in den vergangenen Jahren spürbar nachgelassen hat. Der Leiter der Verbandskommunikation ist mit seiner Einschätzung nicht alleine. Auch Torge Jander von der DLRG-Ortsgruppe Hagen im Bremischen beobachtet, dass sich immer weniger Menschen sicher im Wasser bewegen können.
Die Hagener Ortsgruppe war am Samstag ausgerückt, um nach einer vermissten Person am Stoteler See zu suchen, die nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden konnte. Abseits des tragischen Ereignisses in der Gemeinde Loxstedt gab es am Wochenende weitere Todesfälle durch Ertrinken. Mindestens 26 Personen sind nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in der Zeit von Freitag bis Sonntag in Deutschland ertrunken oder gelten nach einem Badeunfall noch als vermisst.

Vier dieser Menschen kamen in Niedersachsen ums Leben, einschließlich der Person, die im Stoteler See ertrank. In Bremen starb ein 22-jähriger Nichtschwimmer im tiefen Gewässer eines Sees. Bereits vor dem Wochenende gab es am Donnerstag mindestens sieben tödliche Unglücke, sagte der Leiter der DLRG-Pressestelle, Martin Holzhause, gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Die meisten ertrunkenen Personen sind männlich
"In der Folge verloren mehr Menschen im Wasser ihr Leben als üblich", so Holzhause weiter. Im letzten Jahr hatte es bis Ende Juni insgesamt 19 Tote in Niedersachsen gegeben, zwei davon im Landkreis Cuxhaven.
Die Gründe für das Ertrinken sind unterschiedlich. Auffällig ist jedoch, dass es sich in den allermeisten Fällen um männliche Personen handelt. "Unabhängig vom Alter überschätzen sich Männer allzu oft selbst und nehmen mögliche Gefahren auf die leichte Schulter", erklärt DLRG-Präsidentin Ute Vogt gegenüber dem epd, "auch stürzen sie sich häufiger berauscht von Alkohol oder anderen Drogen ins Wasser. Diese Erfahrung machen wir leider Jahr für Jahr im Sommer." Im Jahr 2025 waren 82 Prozent der Ertrunkenen männlich.
Auch für Dominik Preiser von der DLRG-Niedersachsen ist Überschätzung bei diesem Thema das Stichwort: "Das ist beim Schwimmen anders als beim Laufen, beim Laufen kann man einfach stehen bleiben, wenn man nicht mehr kann. Beim Schwimmen geht man unter."
Maßnahmen, um im Landkreis Cuxhaven sicher baden zu gehen
Torge Jander von der DLRG Hagen rät: "Wer weiter rausschwimmen möchte, kann gerne mit einer Schwimm- oder Auftriebshilfe unterwegs sein." Selbst die Profis von der DLRG hätten immer so etwas dabei. Laut DLRG-Empfehlung sollten Badegäste außerdem grundsätzlich ausgeschilderte und bewachte Schwimmzonen aufsuchen. Dabei seien insbesondere Schwimmbäder viel sicherer als Freigewässer, an denen keine Rettungskräfte vor Ort sind.
Große Temperaturunterschiede sollten ebenfalls nicht unterschätzt werden. "Immer langsam abkühlen", rät Preiser, "gerade wenn jemand länger in der Sonne lag und ein bisschen Kreislaufprobleme hat." Der Sprung ins kühle Nass mag zwar erfrischend sein, birgt für den Körper durch den abrupten Temperaturwechsel allerdings ein Risiko.
Abzeichenaktion für mehr sichere Schwimmer
Beim Thema Schwimmsicherheit spielen auch offizielle Abzeichen eine Rolle. Hier gibt es einen kleinen Lichtblick: Bei der diesjährigen Aktion "Schwimmabzeichentage" wurden deutschlandweit über 18.000 Seepferdchen- und Schwimmabzeichen abgenommen. Wie die DLRG mitteilt, übertrifft die Aktion damit das Vorjahresergebnis von rund 17.000 Abzeichen.

Insgesamt prüften mehr als 20.000 Menschen ihre Schwimmsicherheit. In Niedersachsen gab es eine rege Beteiligung von mehr als 1700 Personen. Hier wurden die Abzeichen Seepferdchen (235), Bronze (489), Silber (381) und Gold (228) verliehen. Gestaltet wurde die Aktion von den lokalen Vereinen und Akteuren der Mitgliedsverbände des Bundesverbands zur Förderung der Schwimmausbildung, zu denen auch die DLRG zählt.
Von Marie Petersen
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