Durstlöscher gesucht: Trotz steigender Temperaturen fehlen im Landkreis Cuxhaven öffentliche Trinkwasserstellen. Foto: dpa/Stratenschulte
Durstlöscher gesucht: Trotz steigender Temperaturen fehlen im Landkreis Cuxhaven öffentliche Trinkwasserstellen. Foto: dpa/Stratenschulte
Beschämend dünn

Trinkwasserspender: Der Landkreis Cuxhaven bleibt auf dem Trockenen (Kommentar)

von Christian Mangels | 03.07.2026

Öffentliches Trinkwasser darf an heißen Tagen kein Glücksfall sein. Der Kreis Cuxhaven und seine Kommunen reden über Hitzevorsorge, doch an vielen Orten fehlt das Einfachste: ein Wasserhahn, an dem Menschen ihre Flasche füllen können. Ein Kommentar.

Wenn Hitze zur Gesundheitsgefahr wird, darf Trinkwasser im öffentlichen Raum nicht vom Zufall abhängen. Der Landkreis Cuxhaven und seine Kommunen wirken bei diesem Thema bislang erschreckend unvorbereitet: viel Prüfung, viele Konzepte, viele Verweise auf mögliche Lösungen - aber kaum Wasserhähne, an denen Menschen tatsächlich ihre Flasche füllen können.

Natürlich kosten Trinkbrunnen Geld. Doch angesichts heißerer Sommer ist es kurzsichtig, bei einem so grundlegenden Baustein der Hitzevorsorge zu zögern. Wer Klimaanpassung ernst meint, muss sie sichtbar machen: auf Marktplätzen, an Bahnhöfen, in Fußgängerzonen, an Schulen und touristischen Orten.

Refill-Stationen in Geschäften sind nett, aber sie ersetzen keine verlässliche öffentliche Infrastruktur. Niemand sollte bei 30 Grad erst nach einem offenen Laden suchen oder um Wasser bitten müssen. Der jetzige Zustand ist beschämend dünn. Ein Pilotbrunnen ist besser als nichts - aber für eine Region, die sich auf heißere Sommer einstellen muss, ist das eindeutig zu wenig.

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