Begehrte Gegend mit Blick aufs Wasser an der Cuxhavener Grimmershörnbucht. Foto: Reese-Winne
Begehrte Gegend mit Blick aufs Wasser an der Cuxhavener Grimmershörnbucht. Foto: Reese-Winne
Immobilienmarkt

Traumimmobilien in Stadt und Kreis Cuxhaven: Lage und Zustand sind entscheidend 

von Wiebke Kramp | 20.08.2026

Gebrauchte Immobilien in Stadt und Kreis Cuxhaven bleiben begehrt und die Preise stabil hoch.  Bestimmte Lagen und Energieeffizienz bestimmen zunehmend die Kaufentscheidungen. Eine Wohnung in Duhnen oder Döse - gerne mit Meerblick - ist nachgefragt.

Der Preis für Immobilien in Stadt und Landkreis Cuxhaven bleibt hoch: Ein gebrauchtes freistehendes Eigenheim wurde im ersten Halbjahr 2026 in Cuxhaven für durchschnittlich 329.000 Euro (+3 %) angeboten. Die Spanne reicht dabei von 235.000 bis 450.000 Euro. Im Kreis Cuxhaven lag der mittlere Preis bei 280.000 Euro. Das teilt Gebietsleiter Olaf Schade von der Landesbausparkasse (LBS) mit. Was wünschen sich die Käufer? Unser Medienhaus hat bei hiesigen Kreditinstituten nachgehakt, die sich sowohl um die Immobilienvermarktung als auch um die Kauffinanzierung kümmern.

Über den Preis einer Immobilie entscheide neben der Lage immer stärker die Energiebilanz. Es kommen zunehmend Objekte der 60er- bis 80er-Jahre auf den Markt. Zwar müssten Käufer laut neuem Gebäudemodernisierungsgesetz nicht mehr sofort investieren. Dennoch sollten sie die perspektivischen Kosten für eine energetische Sanierung einrechnen.

"Das sollten auch die Verkäufer bei ihren Preisvorstellungen berücksichtigen", empfiehlt Olaf Schade von der LBS. Näherten sich die Gebrauchtpreise zu sehr dem Neubau an, entscheidet sich der Käufer möglicherweise gleich für den Neubau, der deutlich niedrigere Betriebskosten hat. Ein neu gebautes, freistehendes Einfamilienhaus kostet im Kreis Cuxhaven derzeit durchschnittlich 388.000 Euro. Basis der Zahlen sei die Empirica Preisdatenbank.

Durch die alternde Bevölkerung und immer mehr Single-Haushalte seien auch gebrauchte Wohnungen gefragt. Bei einer Größe von 80 Quadratmetern liegen die Preise in Cuxhaven im 1. Halbjahr bei durchschnittlich 311.600 Euro (-3 %). Pro Quadratmeter sind das 3900 Euro. Die Bandbreite reicht von 2650 bis 5240 Euro. Der mittlere Vergleichswert im Kreis Cuxhaven liegt bei 3180 Euro (-4 %).

Wohnungen in Döse und Duhnen nachgefragt

Lars Petschulat, Sprecher der Stadtsparkasse Cuxhaven, teilt auf Nachfrage von CNV-Medien mit: "Aktuell beobachten wir insbesondere eine hohe Nachfrage nach gepflegten Eigentumswohnungen mit zwei bis drei Zimmern, kleineren Ferienwohnungen vor allem in den Ortsteilen Döse und Duhnen sowie Wohnungen mit Seeblick. Ebenfalls gefragt sind gepflegte Einfamilienhäuser jüngeren Baujahrs, die ohne größeren Modernisierungsaufwand selbst genutzt werden können." Demgegenüber gestalte sich jedoch die Vermarktung von Immobilien mit höherem Sanierungsbedarf häufig anspruchsvoller. Dies gelte besonders für Einfamilienhäuser in weniger nachgefragten Lagen sowie für Eigentumswohnungen mit einem vergleichsweise hohen Hausgeld.

Neben dem energetischen Zustand einer Immobilie spielt laut Tina Blatz-Ruhnau, Pressesprecherin der Weser-Elbe-Sparkasse (Wespa), die Lage heute eine entscheidende Rolle. Eine gute Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten, ärztlicher Versorgung sowie Schulen und Kindergärten bleibt für viele Kaufinteressenten ein wesentliches Entscheidungskriterium. Die Wespa-Sprecherin meint: "Eine gute Nachfrage sehen wir sowohl in Bremerhaven als auch in den größeren Orten des Landkreises mit entsprechender Infrastruktur." Wer sich bewusst für eine ländlichere Lage entscheidet, tue dies häufig wegen des Platzangebots, der naturnahen Umgebung oder des Wunsches nach einem großen Garten und Freiraum für Familie und Haustiere.

"Je kleiner der Ort, desto geringer sind die Kaufpreise"

Häuser und Wohnungen in Cuxhaven, Otterndorf oder Hemmoor seien tatsächlich leichter zu vermarkten als in abgelegenen ländlichen Regionen, weiß Arne Stechmann, stellvertretender Leiter der Immobilienabteilung der Volksbank Stade-Cuxhaven. Aber andererseits: "Je kleiner der Ort, desto geringer sind die Kaufpreise." In der Regel sei es so, dass gegenwärtig Doppelhaushälften und Reihenhäuser für Familien interessant seien, auch wenn sie im Verhältnis beim Quadratmeterpreis zu den größeren Einfamilienhäusern etwas teurer seien.

"Angebot und Nachfrage befinden sich weitgehend im Gleichgewicht", so Tina Blatz-Ruhnau. Besonders gefragt seien Immobilien, "die energetisch bereits auf einem guten Stand sind". Auch Lars Petschulat verdeutlicht für Cuxhaven: "Die Lage einer Immobilie bleibt weiterhin einer der entscheidenden Faktoren für Nachfrage und Preisentwicklung. Darüber hinaus gewinnt die Energieeffizienz zunehmend an Bedeutung. Käuferinnen und Käufer beziehen die langfristigen Betriebs- und Modernisierungskosten (CO2-Steuer) stärker in ihre Kaufentscheidung ein. Bei Eigentumswohnungen spiele zudem die Höhe des Hausgeldes eine wichtige Rolle.

Deutlich zurückhaltender hingegen sei die Nachfrage nach unsanierten Bestandsimmobilien aus den 1970er- und 1980er-Jahren, weiß Tina Blatz-Ruhnau: "Hier führen die zu erwartenden Investitionen in Themen wie Heizung, Dämmung oder weitere energetische Sanierungen häufig zu intensiveren Kaufpreisverhandlungen." Auch Arne Stechmann bestätigt: "Je größer der energetische Bedarf, desto schwerer fällt die Vermarktung." Er empfiehlt potenziellen Käufern, sich im Zweifelsfall Expertise von Fachleuten zu holen, vor allem auch bezüglich zunehmender zu erwartender Auflagen. Zudem gebe es einen großen Unterschied, ob es sich um eine vermietete oder unvermietete Immobilie handele. Stehe ein Haus oder eine Wohnung leer, sei die Vermittlung einfacher. Wenn bei einem Vermietungsobjekt zu viel Eigenkapital notwendig sei oder die Mieteinnahmen nicht die Finanzierung deckten, sei es für die Anleger nicht mehr rechenbar. Als ein Cuxhaven spezifisches Problem nannte er Ferienwohnungen. Stechmann: "Denn nicht jede Ferienwohnung, die in Cuxhaven so genannt wird, ist dafür baurechtlich genehmigt. Da werden wir dann als Finanzierer zum Spielverderber."

Das Niveau bleibe hoch, meint SSK-Sprecher Petschulat: "Während in anderen Regionen aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus und höherer Baukosten rückläufige Verkaufszahlen zu beobachten sind, können wir diese Entwicklung für unseren Markt nicht bestätigen." Einen wesentlichen Grund dafür sieht er in der Attraktivität Cuxhavens als Tourismusstandort: "Neben regionalen Interessenten verzeichnen wir regelmäßig Kaufabschlüsse mit Kundinnen und Kunden aus anderen Teilen Deutschlands, die die Lage an der Nordsee und die hohe Lebensqualität der Region schätzen." Der Volksbank-Sprecher Stechmann berichtet sogar von dem Phänomen einer "Käuferflut" aus Nordrhein-Westfalen, die hier oben in Nordseenähe entweder eine Ferienimmobilie oder ihren Alterssitz haben möchten.

Eigenkapital wichtiger als Finanzierungskosten

Wohnungen und Häuser sind eine große Investition. Da aber die Mieten derzeit deutlicher steigen würden als die Immobilienpreise, seien Finanzierungskosten für viele grundsätzlich weiter tragbar, meint LBS-Gebietsleiter Olaf Schade. Er rechnet vor: "Die neue Herausforderung ist das Eigenkapital, das in der Regel 20 Prozent des Anschaffungspreises betragen sollte - bei 329.000 Euro für ein gebrauchtes Eigenheim in Cuxhaven also rund 66.000 Euro." Das habe auch der Staat erkannt: Beim Ansparen und später auch bei der Tilgung hilft ab 2027 die neue staatliche Eigenheimrente im Rahmen der gerade beschlossenen Altersvorsorgereform. Deren Grundzulagen steigen von 175 auf bis zu 540 Euro pro Jahr, dazu kommen bis zu 300 Euro je Kind. Berechtigt seien künftig auch Selbstständige und Freiberufler.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Wiebke Kramp
Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

wkramp@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Polizei beschreibt Verdächtige

Schützenfest im Kreis Stade eskaliert: Bis zu 20 Personen an Schlägerei beteiligt

von Redaktion

Nach einer Schlägerei auf dem Schützenfest in Harsefeld (Kreis Stade) sucht die Polizei nach Tatverdächtigen und Zeugen. In der Nacht zu Sonntag gingen mehrere Notrufe ein, zwei Festbesucher wurden leicht verletzt.

Drei Menschen verletzt

Unfall in Midlum: Schulbus mit sieben Kindern kollidiert mit Traktor

von Redaktion

Bei einem Verkehrsunfall in Midlum ist am Mittwoch ein mit sieben Schulkindern besetzter Linienbus mit einem Traktor kollidiert. Ein Kind und beide Fahrzeugführer wurden leicht verletzt. 

Alle Veranstaltungen abgesagt

Streit um Richtlinie: Seniorenbeirat in der Samtgemeinde Hemmoor hat sich aufgelöst

von Egbert Schröder

Der Seniorenbeirat der Samtgemeinde Hemmoor existiert nach einem nahezu kollektiven Rücktritt nicht mehr. Der Verwaltungschef bedauert diesen Schritt. Doch die Beiratsmitglieder bleiben bei ihrer Entscheidung.

Koordinator der Bundesregierung

Christoph Ploß zu Gast im Kreis Cuxhaven: Tourismusbranche fordert bessere Anbindung

von Wiebke Kramp

Christoph Ploß besucht Cuxhaven, Otterndorf und Wingst. Der Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus führte viele Gespräche und nahm Investitionsprojekte in Augenschein.