Nach dem Deichbrand-Festival 2025 blieb jede Menge Müll auf dem Gelände zurück. Foto: Petersen
Nach dem Deichbrand-Festival 2025 blieb jede Menge Müll auf dem Gelände zurück. Foto: Petersen
Pfandsysteme und Busshuttle

Nachhaltigkeit und Müllvermeidung: Auf diese Maßnahmen setzt das Deichbrand Festival

von Märthe Werder | 14.07.2026

Auf dem Deichbrand Festival feiern jährlich über 60.000 Menschen - dabei entsteht viel Müll. Welche Maßnahmen der Veranstalter ergreift, um Müll zu vermeiden, und wie Nachhaltigkeit bei einem Festival eine Rolle spielen kann.

Auf einer Fläche von 183 Hektar startet am Donnerstag (16. Juli 2026) das Deichbrand Festival in Wanhöden. Doch wenn über 60.000 Menschen vier Tage lang feiern, kommt auch einiges an Müll zusammen.

Beim Deichbrand 2025 fielen nach Angaben der Veranstalter rund 260 Tonnen Abfall an. Das rechnerische Pro-Kopf-Abfallaufkommen sei auf dem Festival trotz der vielen Menschen unter dem durchschnittlichen täglichen Pro-Kopf-Abfallaufkommen in Deutschland. "In den vergangenen vier Jahren konnten wir das Müllaufkommen auf dem Deichbrand um rund 43 Prozent reduzieren. Das zeigt, dass unsere Maßnahmen zunehmend Wirkung entfalten", heißt es von der Deichbrand-Pressestelle. Das Verhalten der Besucher sowie das Wetter würden bei der tatsächlich anfallenden Menge an Müll einen großen Einfluss haben.

Maßnahmen zur Reduzierung von Müll

Beim Deichbrand wird daher auf mehrere Maßnahmen gesetzt: Es gibt ein Müllbonus-System, Recyclingstationen, Mehrweg- und Pfandsysteme sowie ein Entsorgungskonzept für alle Festivalbereiche. Backstage-, Produktions- und Infrastrukturflächen werden neben den Publikumsflächen getrennt erfasst und entsorgt. "Nach dem Festival werden sämtliche Flächen sorgfältig gereinigt, damit sie anschließend wieder ihrer ursprünglichen Nutzung, insbesondere der Landwirtschaft, zur Verfügung stehen können", teilt die Pressestelle mit. Ein Anreiz zum Müllsammeln sei das Müllbonus-System: Besucher erhalten Müllsäcke und können diese gefüllt an den Recyclingstationen wieder abgeben. Dafür erhalten sie einen Gutschein, der auf dem Festival eingelöst werden kann.

Vor Ort gibt es einen eigenen Supermarkt - den "Superstore". "Dort können Besuchende Lebensmittel und Campingartikel genau nach ihrem tatsächlichen Bedarf einkaufen, anstatt bereits im Vorfeld große Mengen mitzubringen, von denen am Ende oft etwas ungenutzt bleibt." Der eigene Markt reduziere Fahrten zu Supermärkten in der Umgebung. Auch die Rückgabe von Pfand ist im Superstore möglich. Zudem gibt es die Becherpfandrückgabe an den Getränkeständen und die Möglichkeit, Pfandbecher an "Viva con Aqua" zu spenden.

Ganze Einrichtungen wurden 2025 auf dem Deichbrand zurückgelassen. Foto: Petersen

"Hanseatic Help" sammelt auf dem Deichbrand Zelte, Schlafsäcke, Isomatten und weitere Campingausstattung für obdachlose Menschen und über "DeinTopf" können Besucher haltbare Lebensmittel spenden, die an wohnungslose und armutsbetroffene Menschen weitergegeben werden. "So erhalten viele Dinge ein zweites Leben, anstatt entsorgt zu werden", erläutert die Pressestelle.

"Nachhaltigkeit verstehen wir als kontinuierlichen Prozess"

Das Deichbrand Festival verbraucht viele Ressourcen, trotzdem sei Nachhaltigkeit dem Veranstalter wichtig. "Nachhaltigkeit verstehen wir als kontinuierlichen Prozess, bei dem viele kleine und große Maßnahmen zusammenspielen", betont die Deichbrand-Pressestelle. Statt auf Verbote für die Besucher wird auf Pfandsysteme, Recyclingstationen und das Müllbonus-System gesetzt. Auch die Stromversorgung wird ausgebaut: Mit rund 1300 Metern neu verlegter Leitungen und zusätzlichen Stromverteilern können künftig mehr Bereiche zentral versorgt werden. Dadurch könne die Anzahl der benötigten Stromerzeuger in diesem Bereich um rund 80 Prozent reduziert werden. "Das spart Transporte, reduziert den Kraftstoffverbrauch um mehrere tausend Liter und verringert die Emissionen unserer Festivalproduktion."

Mit verschiedenen Maßnahmen will der Veranstalter gegen die Menge an Müll vorgehen. Foto: Petersen

Eine weitere dauerhafte Maßnahme ist die Photovoltaikanlage auf der festivaleigenen Lagerhalle: Sie leistet einen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung auf dem Deichbrand. Die Halle ermöglicht es dem Veranstalter außerdem, Material vor Ort zu lagern und so Transportwege einzusparen. Um CO2-Emissionen zu reduzieren, werde auf effiziente Logistik- und Transportkonzepte, digitale Prozesse, eine optimierte Produktionsplanung sowie Investitionen in eine nachhaltige Infrastruktur gesetzt, erklärt die Pressestelle.

Neuerung: Der Dorfshuttle

Als Alternative zur Anreise mit dem Auto verkehren Shuttlebusse zwischen den Bahnhöfen Cuxhaven und Nordholz sowie dem Festivalgelände. In diesem Jahr kommt als Neuerung ein Dorfshuttle hinzu, der Besucher aus den verschiedenen Orten des Landkreises direkt zum Festivalgelände bringt. Die bereits bestehenden Maßnahmen zur Nachhaltigkeit sollen auch in Zukunft weiter ausgebaut werden: "Nachhaltigkeit ist für uns kein Projekt mit einem festen Endpunkt, sondern ein langfristiger Entwicklungsprozess."

Bei der Zusammenarbeit mit Partnern des Deichbrands spiele Nachhaltigkeit ebenfalls eine Rolle. Dabei werde nicht jede unternehmerische Tätigkeit einzelner Partner im Detail bewertet. "Unser Fokus liegt darauf, das Deichbrand in unseren eigenen Verantwortungsbereichen Schritt für Schritt nachhaltiger aufzustellen, von Müllvermeidung über Mehrweg- und Pfandsysteme bis hin zu Mobilität, Energieversorgung und Infrastruktur", teilt die Pressestelle mit.

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Volontärin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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