Das Cuxhavener Kreishaus an der Vincent-Lübeck-Straße ist nicht nur die „Heimat“ für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, sondern auch ein wichtiger Ort für die Kreispolitik. Foto: Schröder
Das Cuxhavener Kreishaus an der Vincent-Lübeck-Straße ist nicht nur die „Heimat“ für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, sondern auch ein wichtiger Ort für die Kreispolitik. Foto: Schröder
Schlusspunkt der Kreisreform

Vor 40 Jahren wurde das Cuxhavener Kreishaus seiner Bestimmung übergeben

von Christian Mangels | 29.10.2024

Ein Gebäudekomplex mit vielen Ecken, Winkeln und Kanten feiert runden Geburtstag: Vor 40 Jahren, am 31. Oktober 1984, wurde das Kreishaus an der Vincent-Lübeck-Straße in Cuxhaven in Betrieb genommen.

Der Neubau auf der "grünen Wiese" stellte gleichzeitig das letzte Kapitel der Kreisreform dar. Das Hin und Her über die neuen Kreiszuschnitte in Niedersachsen hatte seit Mitte der 1960er-Jahre für viele Schlagzeilen und Proteste gesorgt - auch in der Cuxhavener Region. Die Zusammenlegung der Kreise Wesermünde und Hadeln mit der bis dahin kreisfreien Stadt Cuxhaven stieß vielerorts auf Ablehnung. Aber der Protest nützte nichts: Das Gesetz zur Verwaltungs- und Gebietsreform passierte den Landtag in Hannover. Damit war auch der Neubau des Kreishauses vorprogrammiert.

In der Kreistagssitzung am 16. Januar 1978 wurden die Neubaupläne beschlossen. Zuvor hatte es intensive Diskussionen um den Kreissitz gegeben, den viele Menschen, speziell aus dem Südkreis, lieber zentral in Bremerhaven oder Bad Bederkesa als im äußersten Norden gesehen hätten. Doch der Standort Cuxhaven setzte sich durch.

Sitz der Kreisverwaltung war zuerst ein angemietetes Gebäude im Elfenweg 15/17, das aber nur die Verwaltungsspitze und einen Teil der Verwaltung beherbergen konnte. Die bisherigen Kreishäuser Bremerhaven und Otterndorf blieben als Außenstellen zunächst bestehen.

Gesamtanlage wirkt durchaus offen und differenziert

Am 17. März 1980 beschloss der Kreistag, die Architektengruppe Planen und Bauen (APB) aus Hamburg mit der Planung und Ausführung des Neubaus zu beauftragen. Die Architekten schrieben zu ihren Plänen: "Der angebotene Entwurf lässt das Gebäude klar und eindeutig als bedeutende Verwaltung nach außen in Erscheinung treten. Dabei wirkt die Gesamtanlage durchaus offen und differenziert."

Mit den bauvorbereitenden Arbeiten und der Pfahlgründung - mehr als 600 Betonpfähle von rund 20 Metern Länge mussten gerammt werden - wurde am 8. September 1981 begonnen. Im Frühjahr 1982 starteten die ersten Rohbauarbeiten. Ende September 1984 wurde der neue Verwaltungssitz termingerecht fertiggestellt und bezogen.

Zehn Tage nach der offiziellen Eröffnung hatten die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, das neue Kreishaus bei einem "Tag der offenen Tür" in Augenschein zu nehmen. Foto: CN/NEZ-Archiv

"80.000 Kubikmeter umbauter Raum wurden so gestaltet, dass sich 500 Mitarbeiter wohlfühlen sollten und zugleich die Abgeordneten eine repräsentative und angemessene räumliche Umgebung für ihre Arbeit finden", schrieb unsere Zeitung zur offiziellen Eröffnung am 31. Oktober 1984. Von der Grundstücksfläche von insgesamt 52.870 Quadratmetern wurden genau 6579 Quadratmeter überbaut. 530 Arbeitsplätze wurden eingerichtet und 525 Parkplätze gebaut.

Heute kaum denkbar: Der Neubau gestaltete sich deutlich günstiger als ursprünglich angenommen. Statt der veranschlagten 59,3 Millionen D-Mark wurden lediglich 56 Millionen D-Mark ausgegeben, wie Oberkreisdirektor Jürgen Prieß im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten berichtete.

Prominentester Gast bei der feierlichen Eröffnung des neuen Kreishauses war der niedersächsische Innenminister Egbert Möcklinghoff. Der Bürger müsse merken, dass die Beamten mit Freude bei der Sache seien und sich am Gesetz orientiert für seine Interessen einsetzen, forderte der CDU-Politiker. Das könne zur Überwindung der Staatsferne beitragen. Jürgen Prieß versicherte, dass die Verwaltung trotz aller Zentralisierung im weiten Landkreis präsent bleibe. Architekt Rüdiger Findeisen überreichte Landrat Martin Steffens schließlich den symbolischen Schlüssel.

Zehn Tage nach der offiziellen Eröffnungsfeier hatten die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, das Kreishaus bei einem "Tag der offenen Tür" in Augenschein zu nehmen. Rund 5000 Menschen kamen und erkundeten selbst die entlegensten Winkel der Anlage. Das neue Kreishaus "dokumentiert unübersehbar die Leistungskraft und Aufgabenfülle niedersächsischer Landkreise moderner Prägung", zeigten sich Landrat Martin Steffens und Oberkreisdirektor Jürgen Prieß stolz.

Unabhängig davon, ob der Weg zum Bauamt, Sozialamt oder Jugendamt führt: Das Kreishaus ist ein Ort der Begegnungen. Foto: dpa/Hager

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