Blicken auf die Kirchenvorstandswahlen im Frühjahr 2024 voraus: hintere Reihe v.l. Thomas Reinecke (Steinau), Sascha Langbehn (Warstade) und Pastor Thomas Hirschberg; vorne v.l: Superintendentin Kerstin Tiemann, Pastor Bert Hitzegrad und Ulrike Brauer-Iburg (Basbeck). Foto: Rohde
Blicken auf die Kirchenvorstandswahlen im Frühjahr 2024 voraus: hintere Reihe v.l. Thomas Reinecke (Steinau), Sascha Langbehn (Warstade) und Pastor Thomas Hirschberg; vorne v.l: Superintendentin Kerstin Tiemann, Pastor Bert Hitzegrad und Ulrike Brauer-Iburg (Basbeck). Foto: Rohde
Kirchenkreis Cuxhaven-Land Hadeln

Wahl der Kirchenvorstände: Eigenen Kirchturm nicht vergessen

von Ulrich Rohde | 05.10.2023

Zur Wahl der Kirchenvorstände im Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln am 10. März 2024 läuft die Suche nach Kandidaten auf Hochtouren. Noch bis zum 30. Oktober haben Interessierte, die sich in ihrer Gemeinde engagieren wollen, Zeit, sich zu melden.

Eine von ihnen ist Ulrike Brauer-Iburg aus der Hemmoorer Kirchengemeinde Basbeck. Sie hat bereits eine sechsjährige Amtsperiode absolviert und möchte weitermachen. "Wir sind in unserem Team zusammengewachsen, haben uns in die Materie eingearbeitet. Da wäre es schade, das Wissen nicht weiterzugeben und brachliegen zu lassen. Wir wollen die Neuen an die Hand nehmen und die Entscheidungen erklären." Mehr männliche Unterstützung wünscht sich Ulrike Brauer-Iburg für ihren Kirchenvorstand. Da geht es dann auch um berufliche Erfahrung. "Wir sind berufsständisch gut aufgestellt. Wir würden uns über ein paar ältere Vorstandsmitglieder freuen."

So sieht es auch Sascha Langbehn, Vorsitzender des Kirchenvorstands aus der Nachbar-Kirchengemeinde Warstade, die in einem längeren Verfahren allmählich mit Basbeck und Osten zusammengeführt werden soll. "Wir suchen händeringend Leute, mit denen wir etwas reißen wollen." Eigentlich gibt es schon jetzt genügend Kandidaten, um den künftigen Vorstand zu bilden, doch Langbehn und seinen Mitstreitern geht es auch um Vielfalt. Insbesondere der Fusionsprozess werde für einen Aufbruch sorgen. Aber es komme auch viel Arbeit auf die Vorstände zu. Da geht es um die künftige Nutzung von Gebäuden und viele andere Fragen. "Wir machen schon jetzt vieles gemeinsam", so Langbehn. Um die Fusion zu bewerkstelligen sollen Komitees aus den Gemeinden gebildet werden, um alle Sachfragen abzuarbeiten. "Aber wir dürfen uns auch nicht zu Tode reduzieren", mahnte Langbehn.

Thomas Reinecke, schon seit 24 Jahren im Steinauer Kirchenvorstand, hätte gerne, dass die Landwirtschaft im künftigen Vorstand repräsentiert ist. Ebenso gesucht: junge Leute, die für Veränderungen aufgeschlossen sind und mitgestalten wollen. Auch hier bahnen sich weitreichende Veränderungen an, denn mit Ihlienworth, Odisheim, Steinau und Wanna soll eine Kirchenregion Mitte gebildet werden. "Wir wollen zusammenwachsen, aber auch den eigenen Kirchturm nicht aus den Augen verlieren", sagt der Vorsitzende. Im neuen Vorstand werde niemand ins kalte Wasser geworfen. "Wir Altgedienten wollen gerne unsere Erfahrungen weitergeben."

Chance zum Mitgestalten der Gemeinden nutzen

Die geplanten Zusammenschlüsse von Kirchengemeinden, die letztlich dem Mitgliederschwund und knapper werdenden Finanzen geschuldet ist, stellt eine große Herausforderung dar. So werden im Oste-Gebiet acht Gemeinden zusammengefasst, die einen Gesamtvorstand sowie acht Ortsvorstände erhalten sollen. "Kandidaten für die Ortsgremien zu finden, ist einfacher als Kandidaten für den Gesamtvorstand", sagt Pastor Bert Hitzegrad von der Gemeinde Cadenberge-Wingst. "Wir müssen die Chance für die Menschen, ihre Orte mitgestalten zu können, stärker betonen", meint sein Kollege Thomas Hirschberg, Pastor in Ihlienworth, Odisheim und Steinau. "Wir gestalten die Region mit, sind in den Orten die größten Organisationen und mit unseren Kirchen, Friedhöfen, Pfarr- und Gemeindehäusern ortsbildprägend. In den Vorständen werden wesentliche Entscheidungen über verschiedenste Lebensbereiche getroffen."

"Unsere Kirchen sind sehr lebendig, nicht verstaubt", sagt Pastor Hitzegrad. Für die Bereitschaft, sich im Ehrenamt gemeinschaftlich für die eigene Gemeinde einzusetzen, sei wenig mehr erforderlich als Diskussionsbereitschaft, Vertrauen und etwas Mut Entscheidungen zu treffen, so Pastor Hirschberg

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