Die Sanierung der St. Georg-Kirche in Wanna: Glocken bleiben vorerst stumm
Die St. Georg-Kirche in Wanna hat ein neues Dach. Doch die Sanierung ist damit noch nicht abgeschlossen: Am Kirchturm wurden größere Schäden entdeckt. Ein Termin, an dem das Gerüst abgebaut und die Glocken wieder erklingen sollen, steht bereits.
Schon vor Jahren wurde geplant, im März haben die Sanierungsarbeiten an der St. Georg-Kirche in Wanna schließlich begonnen. Seit einigen Jahren hatte es Probleme mit dem undichten Dach gegeben. Doch andere Bauvorhaben waren zunächst dringlicher. Umso größer war die Freude bei Pastorin und Kirchenvorstand, als das Gerüst im Frühjahr aufgebaut wurde und die Arbeiten starten konnten.
Das gesamte Dach wurde erneuert. "Neue Ziegel, neue Regenrinnen und ein neuer Ringanker", fasst Helmut Speetz vom Kirchenvorstand die wichtigsten Arbeiten zusammen. Der Ringanker, ein umlaufendes Bauteil auf der Mauerkrone, verbindet die Wände miteinander und sorgt für zusätzliche Stabilität. Der alte Ringanker war an einigen Stellen stark beschädigt. Durch korrodierten Bewehrungsstahl war der Beton bereits abgeplatzt. Bis 1952 hatte die Wannaer Kirche sogenannte Strebepfeiler. Die massiven Pfeiler an den Außenwänden leiteten die Kräfte des Gebäudes nach unten ab. Im Zuge der damaligen Sanierung wurden sie entfernt.


Die Glocken bleiben erst einmal stumm
Weil das Gerüst ohnehin stand, wurde auch der Kirchturm genauer untersucht. Dabei zeigte sich: Die Schäden waren größer als erwartet. Unter anderem wurde festgestellt, dass der Glockenstuhl von Holzschwamm befallen war. Das Dach ist inzwischen fertig, doch der Turm sorgt dafür, dass das Gerüst weiterhin stehen bleiben muss.
"Deshalb bleiben auch die Glocken erst einmal stumm", sagt Pastorin Meike Müller-Bilgenroth. Ein Ende der Arbeiten ist allerdings absehbar. "Wir schätzen, dass es noch rund zwei Monate dauert, bis die Arbeiten abgeschlossen sind. Wir hoffen und gehen davon aus, dass zum Weihnachtsmarkt wieder die Glocken erklingen werden", sagt die Pastorin.
Auch die Uhren der Kirche wurden überholt. Das gesamte Projekt wurde fachmännisch begleitet. Beteiligt waren unter anderem das Amt für Bau- und Kunstpflege Bremerhaven und das Planungsbüro Historische Bauten. Für den Kirchenvorstand bedeutete die Sanierung auch viel Abstimmungsarbeit. "Es gab wöchentliche Baubesprechungen, die ehrenamtlich vom Kirchenvorstand begleitet wurden. Wir haben Türen geöffnet, beraten, Wünsche geäußert und immer ein Auge auf die Kirche gehabt", sagt Kirchenvorstand Hinrich Heuck.
Neben Heuck engagierten sich auch Helmut Speetz, Hermann Hamcke und Werner von Ahnen aus dem Bauausschuss des Kirchenvorstands besonders für das Projekt. Heuck und Speetz zeigten sich am Freitag mit dem Ergebnis sehr zufrieden. "Das Dach sieht wirklich großartig aus und es ist auch nichts schiefgelaufen."
Auch heftige Starkregenereignisse und ein starkes Gewitter konnten den Arbeiten nichts anhaben. Die Planen, die das Dach während der Bauarbeiten abdichteten, hielten. Zusätzlich wurden in Absprache mit dem Nabu sechs Mauerseglerkästen am Kirchturm angebracht.

Kirche für kommende Generationen gesichert
Auf den Ablauf der Arbeiten wurde zudem Rücksicht auf das Gemeindeleben genommen. Für Beerdigungen wurden die Bauarbeiten unterbrochen oder Arbeitszeiten verschoben. Teilweise begannen die Arbeiter früher, um rechtzeitig Feierabend zu machen und Trauerfeiern nicht zu stören. "Absprachen waren immer unkompliziert", sagt Müller-Bilgenroth. Für die Pastorin steht vor allem eines im Vordergrund: "Wir sind sehr dankbar, dass die Kirche für die nächsten Generationen gesichert ist."
Die St. Georg-Kirche wurde 1867 erbaut und feierte 2017 ihr 150-jähriges Bestehen. Die Geschichte des Kirchenbaus in Wanna reicht allerdings deutlich weiter zurück. Die erste Kirche des Ortes war eine Einsaal-Kirche mit einem separaten Glockenturm. Sie entstand vermutlich zwischen 1239 und 1369. In der Region wurden Kirchen zunächst aus Holz errichtet, bevor sich ab dem 12. und 13. Jahrhundert der Backsteinbau durchsetzte.
Die heutige Kirche entstand schließlich 1867. Die beiden Weltkriege hinterließen ihre Spuren am Gebäude, sodass 1952 eine umfassende Sanierung notwendig wurde. Der damalige "Wiederaufstellungsbau" dauerte drei Jahre und kostete 174.500 Deutsche Mark. Nun wurde die St. Georg-Kirche erneut für die Zukunft gesichert.

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