Rätselspaß im Ahlenmoor Wanna: Neues Escape-Spiel im winterlichen Selbsttest
Im Moorinformationszentrum Wanna testet unsere Volontärin ein neues Escape-Spiel unter freiem Himmel. Mit Koffer, Rätseln und klammen Fingern geht es auf Spurensuche nach einem Mann, der 1900 im Moor verschwindet. Ein winterlicher Selbstversuch.
In einem Selbstversuch hat sich unsere Volontärin Bengta Brettschneider ins Moorinformationszentrum Ahlenmoor (MoorIZ) begeben, um dort das neue Escape-Spiel zu testen. Sie hat sich auf Spurensuche gemacht, um das Rätsel um Herrn Fischers Verschwinden zu lösen.
Moore waren für die Menschen früher mehr als sumpfige Landschaften - sie waren Orte voller Geheimnisse. Nebelverhangene Pfade, unerklärliche Naturphänomene und das ständige Flüstern des Morasts gaben den Stoff für Geschichten von verlorenen Seelen, Irrlichtern und Moorgeistern.
Drei Schichten Kleidung und ab ins Moor
Das neue Angebot des MoorIZ ist ein Escape-Spiel in Form eines Koffers. Gelöst werden soll das mysteriöse Verschwinden eines Mannes im Moor im Jahr 1900. Je Koffer können zwei bis fünf Spieler teilnehmen, dabei sollten die Kinder mindestens elf oder zwölf Jahre alt sein. Das Rätsel um das Verschwinden des Herrn Fischer möchte ich lösen und mache mich auf den Weg nach Wanna ins Ahlenmoor.

Ein Blick auf das Thermometer verrät mir, dass die aktuelle Temperatur minus sechs Grad beträgt. Gefühlte minus elf, zeigt mir mein Handy an. Ich trage drei Schichten Kleidung, plus eine dicke Winterjacke. An der Kasse des MoorIZ habe ich mir den kleinen Koffer abgeholt. In ihm befinden sich alle Utensilien, die ich für das Escape-Spiel benötige.
"Der Arbeiter Fischer begab sich am 2. Januar 1900 nach Neuenwalde. In den Weiten des Moorgebietes verschwand er und auch die Suche nach ihm blieb erfolglos. Verirrte sich der alte Mann im dichten Nebel? Ist er vom Weg abgekommen? Könnt ihr das Rätsel um das Verschwinden lösen?", lese ich auf einer Karte. Außerdem befinden sich Bleistifte, ein kleiner Block, ein Bild mit einem Tier, ein Sechskantschlüssel und eine Geheimschriftlupe in dem Koffer.

Genaues Hinsehen lohnt sich
Auf dem Gelände rund um das MoorIZ gilt es, Bilder von Tieren zu finden. Bei jedem Tier findet sich ein Rätsel. Aus diesem ergeben sich zwei Wörter, die eingetragen in einer Liste zum Ziel führen sollen. Ich mache mich auf die Suche nach dem Bild einer Schlange - und irre minutenlang umher. Ich befürchte schon, wie Herr Fischer zu enden, verschollen im Moor. Also gehe ich die Sache anders an und löse das nächstbeste Rätsel, das ich auf meinem Weg finde. Dabei steige ich über festgefrorenen Schnee, laufe ein Stück an den Schienen der Moorbahn entlang und erfahre nebenbei viel über die Flora und Fauna im Moor und wann die letzte Moorbahn zum Transport von Torf eingesetzt wurde.
An manchen Stellen wünsche ich mir eine dritte oder vierte Hand. Handschuhe ausziehen, Rätsel lösen, Handschuhe anziehen, Koffer abstellen, Hilfsmittel raussuchen - zu zweit wäre das sicherlich einfacher. Dabei wirbelt eisiger Wind um mich. Aber jedes Mal, wenn ich wieder zwei Lösungswörter gefunden habe, freue ich mich und ziehe schnell weiter. Genaues Hinsehen lohnt sich - nicht jeder Hinweis ist gleich offensichtlich zu finden und tarnt sich hervorragend im Außengelände des Informationszentrums. Mehr sei hier nicht verraten.

Des Rätsels Lösung
Aufgeregt mache ich mich schlussendlich nach rund zwei Stunden auf zum Ziel. Der Lösungssatz ist komplett. Es wird noch einmal knifflig - und dann habe ich das Geheimnis um Herrn Fischer gelöst. Ich kehre mit dem Koffer zurück an den Infotresen. Während meine Hände wieder auftauen, verkünde ich die Lösung. Einen kleinen Preis gibt es dafür auch.
Draußen ist der Himmel immer noch grau. Vielleicht sollte ich noch einmal im Sommer wiederkommen.
Das MoorIZ - Moor erklärt
Im alten Torfwerk lädt das Moorinformationszentrum (MoorIZ) Besucherinnen und Besucher zu einer interaktiven Entdeckungsreise durch das Ahlenmoor ein. Die Ausstellung erklärt anschaulich, was ein Moor ist, wer darin lebt und welche Bedeutung diese einzigartige Kulturlandschaft hat.
Aus der obersten Etage eröffnet sich ein weiter Blick über das Moor und das Elbe-Weser-Dreieck. Im hauseigenen Labor können Flora und Fauna des Moores bei Gruppenveranstaltungen genauer untersucht werden, während Seminarraum und Sonderausstellungen weitere Möglichkeiten für Bildung und Forschung bieten.