Buchhandlungen nehmen die neuesten Werke lokaler Autorinnen und Autoren in ihr Angebot auf und unterstützen sie somit. Foto: May
Buchhandlungen nehmen die neuesten Werke lokaler Autorinnen und Autoren in ihr Angebot auf und unterstützen sie somit. Foto: May
Bücher schreiben als Trend

Wenn aus Ideen Bücher werden: Warum im Cuxland plötzlich so viele Menschen schreiben

von Denice May | 11.03.2026

Im Cuxland blüht die Kreativität auf, immer mehr Menschen verwirklichen ihre Ideen in eigenen Büchern. Ob Krimi, Kinderbuch oder Gedichtband - die Vielfalt der neuen (und alten) Autorinnen und Autoren und ihrer Werke ist bemerkenswert.

Es ist spät am Abend. Die meisten Lichter in den Häusern sind längst aus. Doch in einer Wohnung im Kreis Cuxhaven sitzt noch jemand am Laptop und schreibt an seinem Manuskript. Aus einer Idee entwickelt sich gerade ein Buch - eins von vielen, das derzeit im Cuxland entsteht. Denn immer mehr Menschen aus der Region schreiben ihre eigenen Bücher - und veröffentlichen sie auch. Ob Kinderbuch, Krimi, Science-Fiction oder Gedichtband: Neue Autorinnen und Autoren scheinen im Cuxland geradezu zu sprießen.

Einer von ihnen ist Marcel Obst. Sein Buch "Lach dich durch Cuxhaven" richtet sich an Kinder - und an alle, die spielerisch mehr über die Region erfahren möchten. Fakten, Rätsel, Witze und kleine Spiele rund um die Stadt und das Wattenmeer machen daraus eine Mischung aus Unterhaltung und Wissensspaß. "Ich habe an mehreren Projekten gearbeitet und dann hat sich die Idee des eigenen Buches daraus entwickelt", berichtet Marcel Obst.

Auch Johannes Hartmann aus Nordleda hat schon lange davon geträumt, ein Buch zu schreiben. Als er schließlich begann, ließ ihn die Geschichte nicht mehr los. "Ich habe acht bis zehn Stunden am Tag geschrieben", sagt er. Das Ergebnis: der Science-Fiction-Roman "Raumschiff Vanguard".

Manchmal braucht es einen Anstoß von außen

Bei Irene Lührs aus der Wingst ist das Schreiben dagegen eine lebenslange Leidenschaft. Schon als Kind schrieb sie Gedichte und kleine Geschichten. Erst im Ruhestand fand sie die Zeit, ihre Texte zu sammeln und zu veröffentlichen, nachdem zwei Freundinnen aus ihrem Chor sie dazu ermutigten. So entstand "Apfelblütenzweige - Dichtungen und so einiges", ein Band voller Gedichte und Gedanken.

Ein kleiner Anstoß von außen kann manchmal entscheidend sein. Das weiß auch Carsten Pollert aus der Wingst. Sein Buch "Gerda und die Nordseeliebe" war ursprünglich als Kinderbuch gedacht, wird inzwischen aber von Leserinnen und Lesern jeden Alters entdeckt. "Kreativität hat sich durchaus ab und an bemerkbar gemacht", sagt er. "Aber erst ein kleiner Schubser meiner Frau hat mich dann dazu gebracht, ein Buch zu schreiben." 

"Ich liebe es, die Ideen in meinem Kopf zu verwirklichen"

Besonders produktiv ist Ida Paulsen aus Midlum - ein Pseudonym. Die Autorin hat inzwischen mehr als 40 Bücher veröffentlicht. Ihr jüngster Roman "Sturmstille" ist ein Nordseekrimi über Kommissarin Swantje Petersen, die nach dem Fund dreier Frauenleichen einem perfiden Täter auf die Spur kommt. Warum sie schreibt, erklärt die Autorin auch: "Ich kann gar nicht anders. Ich liebe es, die Ideen in meinem Kopf zu verwirklichen. Bücher sind eine wundervolle Möglichkeit, dem rauen Alltag zu entfliehen und mitzufiebern - genau das möchte ich meinen Leserinnen und Lesern schenken."

Auch Stefanie Möller aus Nordholz hat sich mit ihrem Roman "Hope Dreams Reality" einen Herzenswunsch erfüllt. Die Geschichte verbindet Themen wie Liebe, Mut und zweite Chancen - und die Frage, wie Menschen nach schweren Schicksalsschlägen wieder Hoffnung finden können.

Und dann ist da noch Lothar Wittmann aus Otterndorf. Der Autor hat bereits Fachliteratur veröffentlicht, wagt sich nun aber an einen Roman. Sein Buch "Liebe in Kriegszeiten" erzählt eine fiktive Geschichte vor historischem Hintergrund. "Fiktion schreibt sich leichter, weil man keine Quellen und Zitate braucht", sagt Wittmann mit einem Lächeln. "Aber gleichzeitig ist es auch schwerer, weil man den professoralen Langweilerstil erst einmal ablegen muss."

Früher war ein Verlag notwendig, heute nicht

Doch warum entstehen gerade jetzt so viele Bücher - auch im Cuxland? Ein entscheidender Grund ist das sogenannte Self-Publishing - also das Veröffentlichen im Selbstverlag. Früher war ein Verlag notwendig, heute nicht mehr. Laut Studien des Selfpublisher Verbands und Marktanalysen von Buchreport erscheinen in Deutschland jährlich schätzungsweise über 100 000 Self-Publishing-Titel. Die reale Zahl dürfte sogar höher sein, da viele Titel ohne ISBN veröffentlicht werden und daher statistisch nicht erfasst sind.

In den Buchhandlungen der Region ist der Trend übrigens längst angekommen. Andrea Lehmann, Inhaberin der Buchhandlung "Oliva" in Cuxhaven, beobachtet die Entwicklung schon länger. "Autoren aus dem Cuxland gab es schon immer", sagt sie. "Aber es werden mehr." Regionale Autoren unterstützt die Buchhandlung gern. "Es ist ein Geben und Nehmen", erklärt Andrea Lehmann. Ihr Mann Michael Lehmann ergänzt: "Heute ist es deutlich einfacher, ein Buch zu veröffentlichen als früher. Wenn man das ernsthaft verfolgt, kann man das durchaus empfehlen."

Auch Susanne Rennebeck von der Otterndorfer Altstadtbuchhandlung bestätigt den Trend. Besonders beliebt seien Kriminalromane. "Seit Jahren hat sich das Genre hier etabliert", sagt sie. Aber auch andere Geschichten mit regionalem Hintergrund fänden viele Leserinnen und Leser - besonders unter den Touristen, die ein Stück Nordsee-Atmosphäre mit nach Hause nehmen möchten.

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Denice May

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

dmay@no-spamcuxonline.de

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