"Einmal abends im Zoo sein": Tropennacht lockt Tausende in den Waldzoo Wingst
Mehrere tausend Besucher haben am Freitagabend im Wingster Waldzoo die 22. Tropennacht gefeiert. Musik, Tierbeobachtungen, Feuershow und Spenden für den Förderverein prägten das Sommerfest bis nach Mitternacht.
Die 22. Wingster Tropennacht wird vielen Besuchern in guter Erinnerung bleiben. Mehrere tausend Gäste kamen am Freitagabend in den Wingster Waldzoo und erlebten bis nach Mitternacht eine Veranstaltung, die seit Jahren zu den beliebten Sommerfesten der Region zählt.
Schon am Eingang sorgten Fackeln, Lichterketten, Spots und die fest installierte Wegebeleuchtung für eine besondere Atmosphäre. Familien, Freunde und Nachbarn schlenderten über das geschmückte Gelände. Auf dem zentralen Festplatz legte DJ Ralf Dembeck den Abend über Musik auf. Mit exotischen Rhythmen und bekannten Hits brachte er Tropenflair in den Zoo; die Tanzfläche füllte sich schnell. Ruhiger war es am asiatisch gestalteten Bambuswald am Gibbonteich, wo Beleuchtung, leise Musik und Sitzgelegenheiten zum Verweilen einluden.
Auch die Tiere standen im Mittelpunkt. Viele Besucher nutzten die Dämmerung, um die Zoobewohner zu beobachten. Besonders die nachtaktiven Arten wie Ozelots, Nachtaffen und Streifenskunks zeigten sich deutlich häufiger als während der regulären Öffnungszeiten. Bei Ziegen, Vietnamfasanen, Frettchen und Streifenskunks gab es Nachwuchs zu sehen. In der Voliere am Betriebshof erkundeten die im Frühjahr eingezogenen Felsenhörnchen ihre Anlage. Viele Gäste warfen zudem einen Blick durch den Bauzaun auf den künftigen Lemurenwald, dessen Bau sichtbar voranschreitet.
Ein Anziehungspunkt war erneut der Aussichtsturm "Deutscher Olymp". Er blieb bis 22 Uhr geöffnet und bot einen Blick über den Zoo und die sommerliche Landschaft der Wingst. Für Essen und Getränke sorgten zahlreiche ehrenamtliche Helfer. Angeboten wurden unter anderem Bratwurst, Pommes, Crêpes, Waffeln und weitere Speisen. Besonders gefragt waren die frisch gegrillten Cheeseburger, die bereits im Laufe des Abends ausverkauft waren.

Auch an der großen Cocktailbar und an den Getränkewagen herrschte reger Betrieb. Cocktails, Softdrinks und andere Kaltgetränke waren bei den sommerlichen Temperaturen gefragt. Auf dem Gelände war die Stimmung entspannt: Familien saßen an langen Tischen, Kinder spielten auf dem Spielplatz oder auf der Hüpfburg, Freunde und Nachbarn kamen miteinander ins Gespräch.
Für viele Wingster gehört die Tropennacht fest zum Sommer. Sandra Meyer, die den Abend mit Nachbarn verbrachte, sagte: "Es ist uns wichtig, diesen tollen Zoo zu unterstützen. Ich habe den Wingster Waldzoo schon als Kind gerne besucht." Anja Alpers hatte ihre Enkelin Jolea dabei. Die junge Besucherin freute sich über den Abend im Zoo: "Mir gefallen die Bären am besten und ich finde es schön, einmal abends im Zoo zu sein", sagte sie mit einem Eis in der Hand.

Mit Einbruch der Dunkelheit richteten sich die Blicke auf die Alpakawiese. Dort zeigte das Hamburger Duo Flammenspuk seine Show "Tanz der Feuervögel". Brennende Fackeln, wirbelnde Feuerstäbe, Schleudern, Kostüme und Akrobatik verbanden sich zu einer Inszenierung, die viele große und kleine Besucher gebannt verfolgten. Nach dem Finale gab es lang anhaltenden Applaus.

Nach der Feuershow ließen viele Gäste den Abend ausklingen. Noch einmal bildeten sich Schlangen an den Essens- und Getränkeständen, bevor sich die Besucher nach und nach auf den Heimweg machten. Gegen 0.30 Uhr verließen die letzten Gäste das Gelände.
Organisiert wurde die Tropennacht vom Förderverein Zoo in der Wingst gemeinsam mit den Zoobeschäftigten und zahlreichen freiwilligen Helfern. Patrick Pawlowski, Bürgermeister der Wingst und zweiter Vorsitzender des Fördervereins, zeigte sich mit dem Verlauf zufrieden. Mehrere tausend Besucher seien gekommen und hätten den Abend sichtbar genossen. Besonders freue ihn, dass sich Jahr für Jahr so viele Ehrenamtliche engagierten und damit den Erfolg der Tropennacht ermöglichten.
Der Eintritt war traditionell kostenlos. Stattdessen baten die Veranstalter um Spenden zugunsten des Fördervereins. Mit den Einnahmen werden die Modernisierung und Erweiterung der Tieranlagen unterstützt. Auch der im Bau befindliche begehbare Lemurenwald gehört zu den Projekten, die der Förderverein maßgeblich mitträgt.
Die große Besucherzahl zeigte erneut, welchen Stellenwert der Wingster Waldzoo in der Region hat. Viele Menschen verbinden persönliche Erinnerungen mit dem Zoo und unterstützen ihn mit großem Engagement. Die 22. Wingster Tropennacht wurde so erneut zu einem Abend mit Musik, Begegnungen und dem gemeinsamen Ziel, den Waldzoo zu fördern. Bei vielen dürfte die Vorfreude auf die nächste Tropennacht bereits begonnen haben.
Von Myriam Domke-Feiner
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