Ein verwunschener Ort: Der Judenfriedhof Wingst liegt versteckt mitten im Wald. Foto: Kramp
Ein verwunschener Ort: Der Judenfriedhof Wingst liegt versteckt mitten im Wald. Foto: Kramp
Was Besucher erwartet

Führung über den jüdischen Friedhof Wingst: Rabbi erklärt Begräbniskultur

von Wiebke Kramp | 15.07.2026

Eine besondere Einladung von cnv-medien.de: Mit dem Rabbi am 16. Juli 2026 den historischen jüdischen Friedhof in der Wingst besuchen und mehr erfahren über die Bedeutung dieses Ortes der Ewigkeit und jüdische Begräbniskultur im Kreis Cuxhaven.

Die Redaktion der Niederelbe-Zeitung/Cuxhavener Nachrichten lädt für Donnerstag, 16. Juli 2026, ein zu einem Rundgang mit dem Rabbi auf den Judenfriedhof in der Wingst. Beginn der Führung mit Erläuterungen zum Thema jüdische Begräbniskultur ist um 15 Uhr. Dazu sind alle Interessierten eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos, aber es wird um eine Spende für Unterhaltungsmaßnahmen auf jüdischen Friedhöfen gebeten.

Vor der öffentlichen Führung ermöglichen Rabbi Jona Simon und Britta Schumann, Demokratiepatin der Polizeiinspektion Cuxhaven, gemeinsam mit dem Paritätischen Jugendlichen die Chance, vor Ort mehr über das Thema zu erfahren.

Im 18. und 19. Jahrhundert konnten viele jüdische Gemeinden auch auf dem Lande Friedhöfe anlegen. Viele dieser letzten Ruhestätten werden nicht mehr belegt, denn die Gemeinden existieren nicht mehr. Das gilt auch für den Judenfriedhof in der Wingst. Im Landesverband der Jüdischen Gemeinden ist der Rabbiner Jona Simon als Beauftragter für solche pflegeverwaisten Friedhöfe zuständig.

In Niedersachsen existieren noch mehr als 200 jüdische Friedhöfe. Sie dürfen nicht umgewidmet, überbaut oder anderweitig genutzt werden. Nach jüdischem Verständnis sind Friedhöfe "Orte der Ewigkeit". Der hebräische Ausdruck dafür lautet: "Beit Olem - Ein Haus der Ewigkeit". Jedes Grab muss demnach erhalten bleiben.

Der 2461 Quadratmeter große jüdische Friedhof Wingst liegt versteckt am Alten Postweg zwischen Cadenberge und dem Wasserwerk Wingst. Er wurde ab 1767 belegt. In dem älteren Teil stehen noch fünf Grabsteine. Dort befindet sich zudem ein prähistorisches Hügelgrab. Der jüngere Teil des Friedhofes war ab 1850 auch für jüdische Verstorbene aus dem früheren Kreis Land vorgesehen. Das letzte Begräbnis fand 1926 statt. 

Rabbiner Jona Simon  wuchs auf Gran Canaria und in Bielefeld auf, hat zunächst Linguistik und Spanisch in Bielefeld und Sevilla studiert und später Jüdische Studien in Potsdam, Berlin und Jerusalem. Parallel hat er eine Rabbinats-Ausbildung am Potsdamer Abraham-Geiger-Kolleg absolviert. Im November 2011 wurde er zum Rabbiner ordiniert.

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Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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