Experte geht beim Hortensienklau in Altenwalde von ganz anderen "Übeltätern" aus
Für den jüngsten Hortensienklau in Altenwalde macht Rüdiger Wegener aus der Wingst nicht junge Leute verantwortlich, die sich in einen Rausch versetzen möchten. Vielmehr hat er ganz andere "Übeltäter" im Visier.
Zur Erinnerung: Seit Jahren ärgert sich eine 88-jährige Altenwalderin über einen Unbekannten, der immer wieder Zweige aus ihren Hortensienbüschen im Garten entfernt. Sie wandte sich nun mit ihrer Empörung nicht nur an die Polizei, sondern auch an unser Medienhaus.
Der Garten- und Landschaftsarchitekt Rüdiger Wegener war lange Jahre für Friedhöfe und Grünflächen als Fachbereichsleiter in Cuxhaven zuständig und hat dabei einiges zu sehen bekommen und wahrgenommen. "Aufgrund seines Fachwissens kommt er zu einem anderen Schluss, als die Verdächtigung junger Leute:. "Zu 90 Prozent bin ich überzeugt", so der Experte im Telefonat mit unserem Medienhaus, "dass dafür Rehe verantwortlich sind."
Rehe gingen immer wieder an die Triebe, "und der typische Wildverbiss sieht dann aus, als ob es mit der Rosenschere geschnitten wurde", erklärt der Gartenbauer. Die Tiere seien auf der Suche nach eiweißreicher Kost und fänden sie eben auch in Gärten - und um diese Jahreszeit seien es eben die schon austreibenden Hortensien. "Mit Drogen hat das wohl in diesem Fall nichts zu tun", denkt der Ruheständler.
Teilen der Pflanze wird eine drogenähnliche Wirkung nachgesagt. Der Rausch soll mit dem von Marihuana vergleichbar sein. Hortensien sind jedoch offiziell als schwach giftig eingestuft. Experten warnen, dass beim Rauchen von getrockneten Hortensienblüten größere Mengen Blausäure freigesetzt werden, die je nach Dosis Vergiftungserscheinungen hervorrufen können.