Gemeinsam verbunden, gemeinsam stark: Alle Mitglieder der Kameradschaft mit dem MFG 3. Kameradschaft, Zusammenhalt und gemeinsame Erinnerungen, darauf kommt es an. Foto: Tonn
Gemeinsam verbunden, gemeinsam stark: Alle Mitglieder der Kameradschaft mit dem MFG 3. Kameradschaft, Zusammenhalt und gemeinsame Erinnerungen, darauf kommt es an. Foto: Tonn
Jubiläum in der Wingst

Mit Ehrungen: Reservistenkameradschaft Wingst & Umgebung feiert 60-jähriges Bestehen

14.09.2026

Mit Gottesdienst und Erbsensuppe feierten die Reservisten der Wingst 60 Jahre gelebte Kameradschaft. Ehrungen und der Blick auf engagierte Projekte prägten den Festtag.

Mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel begann der Festtag zum 60-jährigen Bestehen der Reservistenkameradschaft Wingst und Umgebung. Pastor Tilman Vilander erinnerte an die Schöpfung und an die Verantwortung des Menschen. An der Orgel setzte Anja Wackhusen musikalische Akzente.

Anschließend wurde im Zeichen der Kameradschaft gefeiert. Bei Erbsensuppe aus der Feldküche saßen die Gäste unter freiem Himmel zusammen.

"Die Gesellschaft muss lernen, dass wir mehr zusammenhalten", warb Wilfried Feldhusen, Oberstaatsapotheker der Reserve und Pressewart der Kameradschaft. Dieser Zusammenhalt prägt die Arbeit der Wingster Reservisten seit Jahrzehnten. Sie engagieren sich bei der Kriegsgräberpflege, unterstützen den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, arbeiten mit Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und Kreisjugendring zusammen und bringen sich in das gesellschaftliche Leben der Gemeinde ein.

Auch für Kinder und Jugendliche sind die Reservisten aktiv. Bei der Ferienpassaktion gehören Schlauchbootfahrten, Abenteuertage und Biwak-Abende zu den Angeboten. Bei "Saubere Wingst" packen sie mit an, und auch am "Wingster Waldzoo" haben die Kameraden mit Erdarbeiten und der Gestaltung des Eingangsbereichs Hand angelegt.

Würdigung langjähriger Verdienste: Das Veteranenabzeichen wird David McAllister, Wilfried Heinsohn, Carsten Trinks und Volker Echtermeyer verliehen. Mit dieser besonderen Auszeichnung werden ihr langjähriger Dienst, ihr Engagement und ihr besonderer Einsatz gewürdigt. Die Verleihung erfolgt durch Wilfried Feldhusen und Johann Schetzkens. Foto: Tonn

Als Schirmherr gratulierte der Europaabgeordnete David McAllister zum Jubiläum. Sechs Jahrzehnte stünden für "Beständigkeit, Verantwortung, Verlässlichkeit und gelebte Kameradschaft". Gerade angesichts der veränderten Sicherheitslage in Europa komme den Reservisten eine wichtige Rolle zu. Sie seien Bindeglied zwischen Bundeswehr und Gesellschaft und leisteten auch bei Katastrophen, Hilfseinsätzen und in der Kriegsgräberfürsorge einen wichtigen Beitrag.

McAllister würdigte zugleich zwei weitere Jubiläen: Seit 20 Jahren kümmern sich die Wingster Reservisten um den Ehrenhain Ellerbruch, seit zehn Jahren besteht die Partnerschaft mit dem Stab der Stützpunktgruppe des Marinefliegergeschwaders 3 "Graf Zeppelin".

Der Ehrenhain Ellerbruch ist für die Kameradschaft weit mehr als eine gepflegte Gedenkstätte. Er erinnert an die Gefallenen der Weltkriege und an Soldaten, die 1945 bei einer Munitionsexplosion in der ehemaligen Portland-Zementfabrik ums Leben kamen. Auf Initiative von Stabsunteroffizier der Reserve Albert Schildt wurde die bereits 1921 eingeweihte Anlage ab 2006 umfassend saniert. 2013 waren die Arbeiten abgeschlossen. Seitdem kümmern sich die Reservisten um die Anlage. Jedes Jahr findet dort die Gedenkfeier zum Volkstrauertag statt - als Zeichen gegen das Vergessen und für den Frieden.

Besonders emotional wurde es bei der Ehrung von Oberstabsfeldwebel Rolf Lewerenz. Seit 2004 gehört er dem Reservistenverband an, 2006 wurde er stellvertretender Vorsitzender, 2014 übernahm er den Vorsitz der heutigen RK Wingst und Umgebung. Nach zwölf Jahren an der Spitze gab er das Amt nun ab.

Eine besondere Auszeichnung für großes Engagement: Rolf Lewerenz (M.) wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die Urkunde überreicht Wilfried Feldhusen (r.), Oberstabsapotheker der Reserve. Die Laudatio hielt der Europaabgeordnete David McAllister (l.) und würdigte damit eindrucksvoll das langjährige Wirken und Engagement von Rolf Lewerenz. Foto: Tonn

Lewerenz war Motor zahlreicher Projekte. Für den Volksbund wurden seit 2017 mehr als 20.000 Euro gesammelt. Für die Sanierung und Unterhaltung des Ehrenhains kamen rund 45.000 Euro an Geld- und Sachspenden zusammen, darunter etwa 17.000 Euro Fördermittel.

Für sein außergewöhnliches Engagement erhielt Lewerenz bereits die Goldene Ehrennadel des Reservistenverbandes. Beim Jubiläum folgte eine weitere besondere Auszeichnung: die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden der RK Wingst. Die Urkunde überreichte Wilfried Feldhusen, die Laudatio hielt David McAllister. "Du hast die Reservistenkameradschaft beharrlich, zielstrebig sowie durchsetzungs- und meinungsstark geprägt", hieß es darin. Lewerenz selbst beschreibt seinen Stil gern als "kantig und unbequem". Sein Leitspruch lautet: "Einer für alle, alle für einen - und wenn etwas nicht funktioniert, wird Klartext gesprochen."

Lob und Anerkennung gab es auch vom Landesvorsitzenden Manfred Schreiber, Vertretern des Marinefliegergeschwaders, des Deutschen Marinebundes und von Bürgermeister Patrick Pawlowski.

Von Joachim Tonn

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