"Workcamp" in Wien: Neuauflage ist im Kreis Cuxhaven in Vorbereitung
Jugendliche und Reservisten aus dem Cuxland absolvierten gemeinsam einen Arbeitseinsatz auf dem Zentralfriedhof in Wien, wo Kriegsgräber gepflegt wurden. Das Projekt sorgte auch über die Landesgrenzen hinweg für Aufmerksamkeit.


Es war ein Pilotprojekt, aber es soll eine Neuauflage geben: Bei einem "Workcamp", das Jugendliche aus dem Cuxland gemeinsam mit Reservisten aus der Wingst und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge absolvierten, stand ein gemeinsamer Einsatz zur Kriegsgräberpflege auf dem Wiener Zentralfriedhof im Mittelpunkt. Das Projekt hat inzwischen über die Ländergrenzen hinweg Beachtung gefunden.
Die Wingster Reservistenkameradschaft hat bereits zahlreiche derartige Einsätze in europäischen Ländern organisiert (unsere Redaktion berichtete mehrfach und ausführlich). In diesem Jahr wurde dann die Idee umgesetzt, die jüngere Generation in diese Aktivitäten einzubinden, um den Jugendlichen einen sicherlich ungewohnten Blick auf die Folgen eines Krieges zu ermöglichen und einen aktiven Beitrag leisten zu können, um die Gedenkstätten in einem vernünftigen Zustand zu erhalten.
Gemeinsam unternahm die Gruppe bei diesem Projekt der "Friedens- und Erinnerungsarbeit" die Fahrt nach Wien, um auf dem dortigen Zentralfriedhof tätig zu werden. Neben der praktischen Arbeit ging es um die Vermittlung geschichtlichen Wissens und um Gespräche mit Politikern und Ministerialbeamten. Wie hoch der Stellenwert dieser Aktion war, zeigten unter anderem die Empfänge im österreichischen Innenministerium und in der deutschen Botschaft in Wien.
Video-Sequenzen auch im Bundestag?
Zudem wurde der Verlauf der Reise auch durch ein Team begleitet, das für Dokumentationszwecke Videos drehte und Interviews führte. Möglicherweise werden entsprechende Filmsequenzen auch bei der Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag am 15. November im Bundestag zu sehen sein. Partnerland des diesjährigen Volkstrauertages ist nämlich Österreich. Dann wird auch der Besuch des österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen in Berlin erwartet.
"Diese Orte sind viel mehr"
Katja Bruns-Cordes (Kreisgeschäftsführerin des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Cuxland) und der Volksbund-Kreisvorsitzende, Landrat Thorsten Krüger, räumen dem Workcamp einen hohen Stellenwert ein. Viele Menschen würden den Volksbund zunächst nur mit der Pflege und dem Erhalt von Kriegsgräbern verbinden. "Aber diese Orte sind viel mehr. Sie sind Lernorte der Geschichte. Sie erzählen von einzelnen Menschen und ihren Schicksalen und zeigen, was Gewaltherrschaft, Krieg, Flucht und Vertreibung bis heute bedeuten", so Bruns-Cordes.
"Raus aus den Klassenzimmern"
Die Arbeit des Volksbundes sei deshalb Friedensarbeit und Demokratieförderung zugleich. Die Geschichte zeige immer wieder, wie wichtig es sei, für demokratische Grundrechte einzustehen. Es gehe darum, aus der Geschichte zu lernen, damit sie sich nicht wiederhole. Daher sei es wichtig, mit jungen Leuten immer wieder ins Gespräch zu kommen: "Wir müssen viel öfter raus aus den Klassenzimmern und hin zu den Lernorten der Geschichte. Junge Menschen müssen erleben und begreifen können, was es bedeutet, wenn Demokratie nicht mehr funktioniert", so die Volksbund-Spitze.
Jugendliche ließen sich erreichen, wenn man es ihnen ermögliche, "Geschichte selbst zu erleben und gemeinsam etwas zu schaffen". Dieses Projekt solle daher keine einmalige Aktion bleiben: "Wir werden an einer weiteren Finanzierung arbeiten."
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