"Kinderfreundliche Kommune": Hemmoor hofft auf erneute Auszeichnung
Die Stadt Hemmoor kämpft um eine ganz besondere Auszeichnung: Bleibt sie offiziell eine "Kinderfreundliche Kommune"? Der Hürdenlauf auf dem Weg zu diesem Ziel hat längst begonnen.
Die Stadt Hemmoor kann mit einer besonderen Auszeichnung für sich werben: "Kinderfreundliche Kommune". Aber erfüllt Hemmoor auch heute und in Zukunft noch die Voraussetzungen für diese anspruchsvolle Anerkennung? Das muss sich zeigen: Am 19. September plant die Stadt eine Feierstunde, bei der ihr das Siegel erneut verliehen werden soll. Zugleich ist ein großes Kinder- und Jugendfestival in Vorbereitung.
Das Festival findet auf jeden Fall statt. Junge Hemmoorer, die zum Teil auch im Jugend- und Kinderbeirat organisiert sind, treffen seit längerer Zeit die Vorbereitungen für dieses Event, das finanziell von der Weser-Elbe Sparkasse großzügig mit mehreren Tausend Euro unterstützt wird.
Quasi im "Vorprogramm" ist die erneute Vergabe der Auszeichnung "Kinderfreundliche Kommune" an die Stadt Hemmoor vorgesehen. Auch dafür laufen hinter den Kulissen die Vorbereitungen. Doch ob es tatsächlich zu dem offiziellen Festakt kommt, ist bislang nicht sicher. "Aber wir sind optimistisch, dass es klappt", sagt die stellvertretende Hemmoorer Verwaltungschefin Karina Kramer.
Stadt muss viele Kriterien erfüllen
Ein solcher Prozess ist nämlich kein Selbstläufer. 2022 hatte Hemmoor das Siegel "Kinderfreundliche Kommune" erhalten und musste damals vorab zahlreiche Kriterien erfüllen. Der gleichnamige Verein prüft Städte und Gemeinden, wie sehr sie tatsächlich auf die Belange von Kindern und Jugendlichen eingehen und dies nicht nur in Sonntagsreden propagieren.
Die "lokale Umsetzung von Kinderrechten" ist Dreh- und Angelpunkt dieser Initiative. Hemmoor war vor vier Jahren bei der Premiere erst die sechste Stadt in Niedersachsen, die das Zertifikat erhielt, das natürlich auch einen Imagegewinn bedeutet. Die Hemmoorer präsentierten einen schlüssigen Aktionsplan, wie man Kindern und Jugendlichen mehr Rechte bei der städtischen Entwicklung einräumen werde - von der Spielplatzgestaltung bis zur Einbeziehung in politische Entscheidungen.
Das Siegel ist zeitlich auf vier bis fünf Jahre begrenzt. Wenn eine Kommune eine Rezertifizierung anstrebt, muss sie sich erneut bewerben und realistisch erreichbare Ziele präsentieren. Und genau in dieser Phase befindet man sich in Hemmoor.
Es gab - wie berichtet - einen intensiven und nicht immer konfliktfreien politischen Austausch mit der Verwaltung über die "Bewerbungsunterlagen". Die liegen inzwischen beim Verein vor und werden geprüft. "Wir haben schon viele Gespräche geführt, Rückmeldungen erhalten und sind zuversichtlich, dass wir die Auszeichnung wieder erhalten", sagt Karina Kramer. Man stehe im ständigen Austausch mit den Entscheidungsträgern.
Daher laufen die Vorbereitungen für den 19. September als besonderen Tag für Kinder- und Jugendrechte auch auf Hochtouren: seitens der Verwaltung für die Überreichung des Zertifikates und seitens der Jugendlichen für ihr selbst organisiertes Kinder- und Jugendfestival.
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