Zur Europawahl: Landwirte im Kreis Cuxhaven wünschen sich eine starke Positionierung
Landwirte im Kreis Cuxhaven verbringen immer mehr Zeit damit, Papierkram für Behörden zu erledigen. Vor der Europawahl fordern sie - und auch der Handel - weniger Belastungen durch Bürokratie.
Die Europawahl steht vor der Tür: Für Landwirtinnen und Landwirte spielen die gewählten Vertreter eine fundamentale Rolle, denn sie bestimmen, wie von der EU zukünftig Gelder in der Agrarpolitik verteilt werden und welche Ziele die EU in der Landwirtschaft künftig verfolgen wird. Denn eine Änderung der derzeitigen Agrarpolitik und ein Bürokratie-Abbau sei ihrer Meinung nach dringend notwendig. Seit Ewigkeiten kostet Bürokratie den Landwirten Zeit, Geld und Nerven.
Heino Klintworth, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Land Hadeln, sagt als Vertreter der Landwirte: "Positiv ist, dass das Parlament mehr Macht bekommen hat in den letzten Jahren. Letztlich sind die dortigen Volksvertreter die einzige Institution, die von den europäischen Bürgern direkt gewählt wird. Gutwillig beurteilt, lösen so manche Vorschläge der Europäischen Kommission Verwirrung in der Bevölkerung aus - nicht nur bei den Landwirten." Die Landwirtschaft wünsche sich eine starke Position des Europäischen Parlamentes. "Und vor allem, äußerst notwendige Initiativen zum Bürokratie-Abbau in der EU", macht Heino Klintworth nochmals deutlich.
Auch der Handel fordert Abbau von Bürokratie
Doch nicht nur die Landwirte äußern diesen Wunsch, auch der Handel. Alfred Paulsen vom gleichnamigen Unternehmen in Otterndorf steht vor der gleichen Herausforderung: "Genau wie jede Verwaltung und jede Regierung, sei es kommunal, landes-, bundesweit oder europäisch wird von Bürokratieabbau nur geredet und anders gehandelt." In seinem konkreten Fall benennt er beispielsweise das Lieferkettenschutzgesetz oder das Gesetz zum Krümmungsgrad von Gurken. "Durch die Bürokratie und die daraus folgenden Pflichten und Regeln für Unternehmer und Bürger, wird es in Summe in Europa zu Wohlstandsverlusten kommen. Die Parlamente tun dies alles, damit wir alle sicherer leben können und verkennen, dass die Legislative Unternehmer und auch Bürger immer mehr einschränken und die Lust auf Aktivität abnimmt", so Alfred Paulsen.
Mehr Freiheit wagen, weniger Regeln vorgeben
Deshalb sagt er klar: "Also mehr Freiheit wagen und weniger Regeln und Vorgaben vorgeben. Ich würde konkret fordern, komplette überholte Strukturen und Behörden abzuschaffen und mit den Risiken des Verlustes dieser Strukturen zu leben. Es ist Zeit für Disruption." Außerdem ist er der Meinung, dass es helfen würde, auch die europäischen finanziellen Mittel von beispielsweise Verbänden und Schutzorganisationen drastisch zu reduzieren. Diese würden immer nur Probleme aufzeigen, nie Lösungen liefern, aber dafür handelnde Personen verärgern.
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