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Der Seenotrettungskreuzer „Anneliese Kramer“ liegt im Fährhafen von Cuxhaven. Foto: Larschow
Der Seenotrettungskreuzer „Anneliese Kramer“ liegt im Fährhafen von Cuxhaven. Foto: Larschow
Open Ship im Jahr 2026

Cuxhavens Tag der Seenotretter: Warum die "Anneliese Kramer" besonders im Fokus stand

von Tim Larschow | 26.07.2026 Zuletzt aktualisiert: 28.07.2026 08:38 Uhr

Zum Tag der Seenotretter lud die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zu den Seenotrettungskreuzern am Wasser ein. In Cuxhaven stand im Jahr 2026 die "Anneliese Kramer" noch mehr im Mittelpunkt als ohnehin schon.

Zum Tag der Seenotretter kehrte die "Anneliese Kramer" nach über vier Monaten aus der Werft zurück. Beim Open Ship konnten Besucher den  Seenotrettungskreuzer besichtigen - und aus erster Hand erfahren, wie die Arbeit der DGzRS aussieht.

Am Sonntagmorgen (26. Juli 2026) begrüßten unter anderem Kerstin Hainke und Ralf Sarközy die Besucher auf Cuxhavens Seenotrettungskreuzer. Kerstin Hainke bewarb sich vor drei Jahren als Freiwillige bei den Seenotrettern. Sie ist freiwillige Seenotretterin und absolviert derzeit die Ausbildung zur Bootsführerin für das Tochterboot der "Anneliese Kramer". Wenn sie nicht Menschen in Seenot hilft, ist sie kaufmännische Leiterin im Team des deutschen Skippers Boris Herrmann, der die kommende Vendée Globe - die härteste Segelregatta der Welt - mit seinem neuen Schiff gewinnen will.

Kerstin Hainke und Ralf Sarközy gehören zur Besatzung des Seenotrettungskreuzers und zeigten den Besuchern die "Anneliese Kramer". Foto: Larschow

Sie selbst war vor einigen Jahren Nutznießerin der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), als sie nach einem Unfall auf See Hilfe erhielt. "Das prägt einen. So entstand auch der Wunsch, mich selbst zu engagieren", erzählt sie. "Es ist wichtig, dass man auf dem Wasser weiß, dass es Leute gibt, die, komme, was wolle, rausfahren, um zu helfen."

Die "Anneliese Kramer" ist pünktlich zurück

Ralf Sarközy ist der 3. Vormann an Bord des Cuxhavener Seenotrettungskreuzers und seit dem 1. Februar 2022 bei den Seenotrettern in Cuxhaven. Der gebürtige Würzburger lebt in Cuxhaven und hatte zuvor sieben Jahre auf Schleppern gearbeitet.

Besucher erkunden den Seenotrettungskreuzer "Anneliese Kramer" in Cuxhaven, trotz Regenwetter mit großem Interesse. Foto: Larschow

Er erklärt: "Hier an Bord arbeiten neun Festangestellte, die im Wechsel jeweils zwei Wochen an Bord und zwei Wochen zu Hause sind. Unterstützt werden wir von fünf Freiwilligen." Die Freiwilligen wie Hainke werden unter anderem so ausgebildet, dass sie im Einsatz auch das Tochterboot fahren können.

Dass das gut funktioniert, zeigte sich bereits am Sonnabend. Am Wochenende gab es eine Ausfahrt mit Gästen. Während der Tour wurde gemeldet, dass ein Sportboot vor Cuxhaven auf Grund gelaufen war. Die Gäste erlebten so live, wie eine Rettung abläuft. Der Freiwillige Claus Hans übernahm mit dem Tochterboot den Schlepp des Sportbootes und brachte es, begleitet von der "Anneliese Kramer", zum SCV in den Seglerhafen.

Ralf Sarközy war auch am vergangenen Dienstag an Bord, als die "Anneliese Kramer" ihre Werftprobefahrt absolvierte, bevor sie am Mittwoch an ihren Liegeplatz in Cuxhaven zurückkehrte. "Wir hatten bei der Überführung drei Meter hohe Wellen. Das war gleich ein guter Test", sagt der 3. Vormann.

Besucher erkunden den Seenotrettungskreuzer "Anneliese Kramer" während des Open Ship am Tag der Seenotretter. Foto: Larschow

Rechtzeitig zum "Tag der Seenotretter" am Sonntag präsentierte sich der Seenotrettungskreuzer frisch lackiert und mit neuer Technik für die Besucher. Die Ehrenamtlichen an Land verkauften die begehrten T-Shirts der Seenotretter zum Aktionstag, beantworteten Fragen und verteilten Informationsmaterial. Die Crew zeigte den Gästen das Schiff.

Trotz des Regens am Sonntag waren der Andrang und das Interesse groß. "Solche Aktionstage gehören einfach dazu. Unsere Arbeit ist spendenfinanziert und es ist immer schön, wenn Kinder auf der Brücke auf dem Stuhl sitzen und sich wie der Kapitän fühlen dürfen", sagt Hainke.

Die "Anneliese Kramer" startete um 17 Uhr mit Gästen zu einer kleinen Ausfahrt. Für die Besucher des Open Ship war außerdem das Seenotrettungsboot "Gillis Gullbransson" mit Freiwilligen aus Brunsbüttel in Cuxhaven, um kleine Fahrten im Hafen anzubieten.

Für die Besucher des Open Ship war außerdem das Seenotrettungsboot "Gillis Gullbransson" mit Freiwilligen aus Brunsbüttel in Cuxhaven. Foto: Larschow

Neue Technik für den Seenotrettungskreuzer

Über vier Monate war die "Anneliese Kramer" in der Werft. Während dieser Zeit übernahm die "Hans Hackmack" die Station in Cuxhaven. Sie wurde 1996 auf der Schweers-Werft in Bardenfleth gebaut. Stationiert war sie zunächst in Büsum. Seit 2021 ist sie auf wechselnden Stationen im Einsatz.

Jetzt ist die "Anneliese Kramer" zurück. Die Brücke hat neue Instrumente erhalten. Das Schiff ist inzwischen neun Jahre alt. Deshalb gab es in der Werft unter anderem neue Monitore und elektronische Seekarten. "Das heißt auch, dass die gesamte Kabellage erneuert wurde", erklärt Sarközy.

Besucher erkunden den Seenotrettungskreuzer "Anneliese Kramer" in Cuxhaven, trotz Regenwetter mit großem Interesse. Foto: Larschow

Außerdem wurden die Ruderblätter vergrößert, um den Seenotrettungskreuzer noch manövrierfähiger zu machen. Zudem wurde die Wärmebildkamera im Mast des Kreuzers mit einem neuen Rechner und KI ausgestattet. Sie soll künftig automatisch Objekte erkennen, Schiffe von Motorbooten unterscheiden und auch Robben von potenziellen Personen in Seenot. Früher musste dafür ständig jemand den Bildschirm beobachten.

Dem zehnjährigen Jubiläum im kommenden Jahr steht nun nichts mehr im Weg. Bis zum Sonntagnachmittag kamen trotz des Regens Hunderte Besucher.

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Tim Larschow

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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