Windradflügel gefährdet Schifffahrt: 20-Meter-Rotorblatt kommt nach Cuxhaven
Ein abgebrochener Windradflügel im Offshore-Windpark zwischen Borkum und Helgoland gefährdete die Schifffahrt. Die Bundespolizei rückt aus und bringt das treibende Hindernis nach Cuxhaven.
In einem Offshore-Windpark rund 90 Kilometer nordwestlich der Nordseeinsel Borkum ist ein Flügel eines Windrads abgebrochen und hat die Schifffahrt vorübergehend gefährdet. Das 20 Meter lange und zwei Meter breite Rotorblatt habe zwischen den Windparks "EnBW Hohe See" und "EnBW He Dreiht" wegen seiner Größe und Beschaffenheit ein erhebliches Risiko für die Seeschifffahrt dargestellt, teilte die Bundespolizei am Montagvormittag (27. Juli 2026) mit. Es habe knapp unter der Wasseroberfläche getrieben und sei somit schwer erkennbar gewesen.
Die Bundespolizei war den eigenen Angaben zufolge am Freitag (24. Juli 2026) informiert worden. Das abgebrochene Rotorblatt lag zwischen den Windparks "EnBW Hohe See" und "EnBW He Dreiht". Eine Bergung durch eigene Arbeitsschiffe des Betreibers "war zuvor erfolglos geblieben", heißt es.

Nach Rücksprache mit der zuständigen Wasserstraßenschifffahrtsverwaltung (WSV) verlegte das Einsatzschiff "BP83 Bad Düben" zu der Position, um das Rotorblatt zu sichern und den Schiffsverkehr vor Ort umzuleiten. Bei dem im Wasser treibenden Objekt handelte es sich den Angaben zufolge um einen 20 Meter langen und zwei Meter breiten GFK-Flügel einer Windkraftanlage. Aufgrund seiner Größe und Beschaffenheit stellte es "ein erhebliches Risiko für die Seeschifffahrt" dar. Zudem trieb der Flügel nur knapp unter der Wasseroberfläche und war somit schwer erkennbar.
Das Rotorblatt wurde zunächst durch ein Kontrollboot zum Einsatzschiff geschleppt und anschließend über die Heckwanne auf das Hauptdeck gezogen. Der Flügel wurde mehrmals mit einer Säge in Teilstücke zerlegt, um in der gesamten Länge an Bord gezogen zu werden. Die Teile des Rotorblattes wurden am Sonntag (26. Juli 2026) in Cuxhaven mit einem Kran an Land gebracht.

Die Ursache des Flügelabbruchs sei noch unklar, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Auch die Höhe des Schadens sei bisher nicht bekannt.
Der Offshore-Windpark "He Dreiht" des Energieversorgers EnBW liegt etwa 85 Kilometer nördlich der Insel Borkum und rund 104 Kilometer westlich der Insel Helgoland. Er soll ab Herbst 2026 mit 64 Windkraftanlagen rechnerisch 1,1 Millionen Haushalte versorgen. Der Windpark "Hohe See", der 90 Kilometer nördlich von Borkum und 100 Kilometer nordwestlich von Helgoland liegt, ist seit 2019 am Netz. (red/dpa)
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