Für die Besatzung des Massengutfrachters "Splittnes" war der Bordbesuch der Seemannsmission eine willkommene Ablenkung zum Arbeitsalltag. Foto: Fischer
Für die Besatzung des Massengutfrachters "Splittnes" war der Bordbesuch der Seemannsmission eine willkommene Ablenkung zum Arbeitsalltag. Foto: Fischer
Seemannsmission

Der Weihnachtsmann besuchte die Seeleute im Cuxhavener Hafen

von Tim Larschow | 26.12.2022

Cuxhaven. Die Cuxhavener Seemannsmission besuchte an Heiligabend die Schiffe im Hafen, um den Besatzungsmitgliedern eine schöne Auszeit von der Routine an Bord zu bieten.

Fern der Heimat und teils durch Tausende von Seemeilen von der eigenen Familie getrennt, verbrachten Besatzungsmitglieder den Heiligen Abend im Cuxhavener Hafen. Die Seemannsmission sorgte auch in diesem Jahr wieder dafür, dass an Bord der Schiffe dennoch ein wenig Weihnachtsstimmung aufkam. Mützen, Schals, Kalender, Süßigkeiten und Telefonkarten sollten den Besatzungsmitgliedern an Heiligabend ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern.

Die Aktion "Weihnachten an Bord"

Am 24. Dezember begann der Arbeitstag in der Seemannsmission bereits um halb acht. Das Ziel von Diakon Martin Struwe und Inga-Kristin Thom war es, im Rahmen der Aktion "Weihnachten an Bord", Geschenke an die Besatzungen im Cuxhavener Hafen zu verteilen. Auch in diesem Jahr  hatten sie dabei viel Unterstützung. Während sich Martin Struwe das Weihnachtsmannkostüm anzog, bereiteten sich Lotta, Ida und Emil Struwe auf ihre geplanten kleinen Weihnachtskonzerte vor. Dass die Kinder von Martin Struwe die Aktion unterstützen, ist mittlerweile fast zur Tradition geworden. Seit September ist auch Henrik Saemann neu im Team, der die Seeleute, die nach Cuxhaven kommen, im Rahmen eines Bundesfreiwilligendienstes unterstützt.

Ein Weihnachtslied auf Tagalog

Insgesamt zwölf Schiffe erhielten an Heiligabend gepackte Tüten. Die Aktion lief allerdings schon seit Anfang Dezember, denn nicht alle Seeleute haben das Glück, an Heiligabend im Hafen zu liegen. Was die Aktion für die Seeleute bedeutet, wurde schon beim ersten Stopp am Lübbertkai deutlich, als Martin Struwe und sein Team um kurz nach acht die "Splittnes", ein 165 Meter langer Massengutfrachter mit 21 Besatzungsmitgliedern, betreten.

Weit weg von der Heimat

Die "Splittnes" hatte erst wenige Stunden vorher am Lübbertkai in Cuxhaven festgemacht, dennoch herrschte an Deck bereits reger Betrieb und die Gäste wurden überschwänglich empfangen. Kapitän Eric Capinig beorderte die Besatzungsmitglieder in die Messe, die von der Crew bereits üppig geschmückt worden ist. Sofort wurden Fotos mit Weihnachtsmann Struwe gemacht. Einige Crew-Mitglieder sprachen zu diesem Zeitpunkt bereits mit ihren Familien in der Heimat auf den Philippinen. "Guck mal Santa ist schon bei uns angekommen, bald ist er auch bei euch", erzählte ein Besatzungsmitglied seinem Kind während eines Videotelefonats.

"Unsere Arbeit an Bord fühlte sich an wie in einem Gefängnis"

Dann wurde gesungen und die Geschenke überreicht. Lotta Struwe spielte Saxofon und Ida Struwe überraschte die philippinische Besatzung mit einem Weihnachtslied, welches sie auf Tagalog, der philippinischen Landessprache einstudiert hatte - alle sangen mit. Auch Kapitän Capinig schickte ein Foto an seine Familie. "Ich kann mich nicht erinnern, wie viele Weihnachten ich in meiner Zeit als Seemann an Bord verbracht habe, es waren die meisten. Mittlerweile sind meine Kinder 18 und 15 Jahre alt und können es verstehen, aber früher war es sehr schwer", erzählt der Kapitän.

"Wir sind sehr dankbar, dass es Menschen gibt, die ihre Zeit opfern, um uns an Heiligabend eine Freude zu machen. Die letzten drei Jahre waren sehr hart und unsere Arbeit an Bord fühlte sich an wie in einem Gefängnis", erinnert sich der Seemann zurück. Aber Besuche, wie die der Mitarbeiter der Seemannsmission, seien immer ein schönes Erlebnis. "Die Besuche sind eine schöne Auszeit von der Routine an Bord. Aktionen wie diese machen die Crew glücklich und die Arbeit leichter", schwärmt Capinig.

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Tim Larschow

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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