Spektakuläre Bergung in Cuxhaven: Kutter auf Sandbett abgesetzt (mit Fotos & Video)
Im Alten Fischereihafen Cuxhaven hat die spektakuläre Bergung des gesunkenen Krabbenkutters "Seehund" auch viele Interessierte angezogen. Wer nicht dabei sein konnte, hat die Chance, das Spektakel hier nachzuverfolgen. (mit Fotos & Video)
Am Freitagmorgen (27. März 2026) hat im Alten Fischereihafen die Bergung des am Mittwoch gesunkenen Krabbenkutters "Seehund" begonnen. Zwei riesige 500-Tonnen-Kräne überragen die Szenerie. Es ist auch ein Spektakel für Zuschauer. Auch cnv-medien.de war vor Ort.


Das technische und personelle Aufgebot der am Kai aufgelaufenen Hilfskräfte und Techniker beeindruckte vom frühen Morgen an die zahlreichen Zuschauer, die sich an den Absperrungen drängten oder gleich von der anderen Hafenseite aus die Maßnahmen verfolgten. Beschäftigte aus dem Hafen kamen sogar mit ihrem Mittagessen, um für ein paar Minuten einen Blick aufs Geschehen zu werfen.

Zwei riesige 500-Tonnen-Kräne überragten die Szenerie. NPorts als Eigentümerin der Wasserfläche koordinierte die Bergungsarbeiten. Im Einsatz waren unter anderem zwei 500-Tonnen-Kräne der niederländischen Firma Wagenborg GmbH sowie eine Tauchergruppe der Firma Dario Handt, die die Hebung des Wracks vorbereiteten und durchführten.
NPorts-Sprecherin Dörthe Schmitz gegenüber CNV-Medien: "Hintergrund der Maßnahme ist insbesondere die Gefahr, dass Betriebsstoffe wie Öl oder Diesel austreten könnten. Um mögliche Umweltschäden zu verhindern, hat die kontrollierte Bergung oberste Priorität."

Beim Unternehmen "Wagenborg" war der Name Programm, denn die beiden 500-Tonnen-Kräne wurden flankiert durch sechs bis sieben Großfahrzeuge. Ähnliche Präsenz zeigte das Technische Hilfswerk (THW) Cuxhaven. Die Fachgruppe Ölschaden des Ortsverbands, die durch den NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) mit der Wahrnehmung dieser Aufgabe betraut worden ist, ließ ihr Ölwehr-Boot zu Wasser. Von dort aus konnten die Kräfte am besten mit Taucher Dario Handt kommunizieren, der - nachdem ein Teil der am Mittwoch völlig versunkenen Aufbauten wieder aus dem Wasser emporgeholt worden war - die Stabilität der "Seehund" kontrollierte.

Vorgesehen sei, das Wrack noch im Laufe des Freitags zu bergen, so Dörthe Schmitz. Die derzeit günstigen Wetterbedingungen unterstützten den Einsatz und ermöglichten ein zügiges Vorgehen. Nach der Hebung sollte der Kutter zunächst auf der Kaikante abgestellt und dort gesichert werden. Im Anschluss sollte eine Prüfung durch die Wasserschutzpolizei erfolgen.

Ein auf dem Kai aufgeschüttetes Sandbett verriet bereits, wo der Kutter nach dem Herausheben aus dem Wasser abgestellt werden sollte. Kein ungewöhnlicher Anblick an dieser Stelle, denn nicht zum ersten Mal hatte sich ein marodes Schiff an dieser Stelle für immer verabschiedet.

Neben der gesunkenen "Seehund" rotten seit Jahren noch zwei andere marode Kutter vor sich hin, augenscheinlich Zeugnisse früherer, aber nicht mehr verwirklichter Träume. Der Hafenszene zufolge sollte nach CN/NEZ-Informationen auch die "Seehund" wohl ursprünglich als Freizeitboot umgebaut werden, wozu es dann nie gekommen ist.
Die Wasserschutzpolizei hat die Ermittlungen zur Ursache des Untergangs aufgenommen. Die "Seehund" war seit dem 28. September 2021 nicht mehr bewegt worden.

