Seit den Anschlägen ist vieles anders: Wie 9/11 den Hafen in Cuxhaven verändert hat
Der 11. September 2001 veränderte die Welt und hatte auch Auswirkungen auf die Sicherheitsvorkehrungen im Cuxhavener Hafen. Wo sich Menschen früher mehr oder weniger frei bewegen konnten, gelten seit 2004 deutlich strengere Regeln.
Die Staaten passten ihre Politik, Institutionen und Sicherheitsmaßnahmen an die neue Bedrohung durch den internationalen Terrorismus an. Dabei gerieten nicht nur Flughäfen, sondern auch Schiffe und Häfen stärker in den Fokus. Was passiert, wenn nicht ein Flugzeug, sondern ein Schiff oder eine Hafenanlage zum Ziel eines Anschlags wird?
Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) reagierte gemeinsam mit den Vertragsstaaten unter anderem mit einem neuen internationalen Sicherheitsregime für den Seeverkehr. Der ISPS-Code (International Ship and Port Facility Security Code) trat am 1. Juli 2004 verbindlich in Kraft. Er bildet seitdem die Grundlage für umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen im internationalen Schiffs- und Hafenverkehr.
Zäune, Tore, Schilder und andere Hindernisse
Überall im Hafen wurden seitdem Zäune, Tore, Schilder und andere Hindernisse installiert. Es gibt festgelegte Zutrittsbereiche, Zugangskontrollen und Sicherheitspläne. Hafenanlagen und Schiffe müssen Sicherheitsmaßnahmen vorhalten, Risiken bewerten und sich auf unterschiedliche Sicherheitsstufen einstellen. Auch speziell benannte Sicherheitsbeauftragte gehören zum System.
Für Cuxhaven bedeutete das spürbare Einschränkungen. Auf dem Lübbertkai, wo heute die großen Steinhaufen liegen, sind Cuxhavener und Urlauber früher gerne Fahrrad gefahren. Auch Angler versuchten dort ihr Glück auf einen Fang im Hafenbecken. Die neuen Sicherheitsvorgaben betreffen nicht nur die Hafenanlagen. Auch auf den Schiffen wurden zusätzliche Sicherheitsstrukturen geschaffen. So gibt es unter anderem einen "Ship Security Officer", der für die Umsetzung der Sicherheitsmaßnahmen an Bord verantwortlich ist. Auf der Hafenseite gibt es den "Port Facility Security Officer" (PFSO).
Zusätzlich wurden nach den Anschlägen weitere maritime Sicherheitsmaßnahmen eingeführt beziehungsweise verschärft. Dazu gehört auch das Automatic Identification System (AIS). Es ermöglicht, Schiffe automatisch zu identifizieren und unter anderem ihre Position und Bewegungen für andere Schiffe und Küstenbehörden nachvollziehbar zu machen. Die entsprechende Verpflichtung wurde über SOLAS geregelt und war bis Ende 2004 für die betroffenen Schiffe umzusetzen.
Die Folgen der Anschläge am 11. September 2001 sind auch heute noch dort sichtbar, wo Schiffe anlegen, Güter umgeschlagen werden und Menschen früher deutlich freier durch den Hafen gehen konnten.
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