"Es geht um eine Lücke": Diese Baustelle in Cuxhaven macht große Projekte möglich
Mit dem ersten Rammschlag beginnt am Hansakai der Bau einer neuen Kaianlage. 82 Meter Kaje und rund 10.000 Quadratmeter Fläche sollen eine Lücke im Hafen schließen - und den Weg für weitere Projekte ebnen. Bilder und Video von der Veranstaltung.
Mit einem ersten Rammschlag haben am Donnerstag die Bauarbeiten für eine neue Kaianlage am Hansakai offiziell begonnen. Auf einer Länge von 82 Metern soll die bislang unbefestigte Lücke am Kopfende des Neuen Fischereihafens zwischen der Rampe Hansakai und der Erweiterung des Niedersachsenkais geschlossen werden. Damit entstehen ein zusätzlicher Liegeplatz sowie rund 10.000 Quadratmeter neue Nutzungsfläche für den Güterumschlag.
Holger Banik, Geschäftsführer von Niedersachsen Ports (NPorts), begrüßte die Gäste in einem großen Zelt neben der Ramme. "Heute geht es um eine Lücke. Wir öffnen hier neue Fläche für die Zukunft. Das heißt auch: neue Chancen für die Unternehmen."

"Es ist ein guter und wichtiger Tag"
Angesichts der Summen, die derzeit in Cuxhaven investiert werden, mag ein feierlicher Rammschlag für eine 5,5-Millionen-Euro-Baustelle beinahe übertrieben wirken. Doch Banik hält auch "kleinere" Vorhaben für wichtig: "Vermeintlich überschaubare Bauprojekte sind unverzichtbar für einen funktionierenden Hafen. Der Aufwand ist genauso groß wie bei anderen Projekten, abgesehen von den Zeitrahmen."
Auch Oberbürgermeister Uwe Santjer und Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, Grant Hendrik Tonne, waren sich einig: Jeder Meter Kaje hilft, den Hafen für die Zukunft aufzustellen. Tonne musste über die einleitenden Worte von Banik schmunzeln, da man in Cuxhaven mittlerweile Investitionen im einstelligen Millionenbereich quasi "wegatmet".

Der Minister betonte: "Es ist ein guter und wichtiger Tag. Schritt für Schritt wird eine große Gesamtplanung umgesetzt, die unheimlich wertvoll ist. Entscheidung für Entscheidung wird getroffen, um diesen Hafen in die Zukunft zu bringen und Potenziale auszuschöpfen."

Ein großer Baustein für den Ringtausch
Die Maßnahme am Hansakai ist ein Baustein für den sogenannten Ringtausch und schafft damit die Voraussetzungen für weitere große Hafenprojekte. Im Fährhafen soll eine neue Landfläche entstehen, die rund 300 Meter lang und 80 Meter breit wird. Dort sollen nicht nur Liegeplätze für das neue Mehrzweckschiff "Neuwerk", den DGzRS-Rettungskreuzer, das Helgoland-Schiff und weitere Behördenschiffe entstehen, sondern auch ein Bauhof mit Werkstätten und ein Tonnenlager.
Weil der Fährhafen Niedersachsen Ports gehört, der Bund dort aber Bundesflächen benötigt, war ein Dreier-Deal notwendig. Das Ergebnis: Der Bund übernimmt den Fährhafen und schüttet dort die neue Landfläche auf. Niedersachsen Ports erhält den Kugelbake-Hafen. Die Stadt Cuxhaven übernimmt diesen schließlich im Tausch gegen hafennahe Ausgleichsflächen. Der Umschlag, der derzeit im Kugelbake-Hafen stattfindet, kann künftig im neuen Fischereihafen durchgeführt werden.

Für die neue Kaianlage werden Stahlrohre mit einer Länge von bis zu 25 Metern in den Baugrund eingebracht. Zur Rückverankerung kommen insgesamt 28 Schrägpfähle mit einer Länge von bis zu 40 Metern zum Einsatz. Das Besondere: Die beim Rückbau der alten Mole an Liegeplatz 8 gezogenen Tragrohre verfügen noch über eine ausreichende Wandstärke, sodass sie weitere 50 Jahre halten sollen. Deshalb werden sie am Hansakai wiederverwendet, erklärte Knut Kokkelink, Leiter der NPorts-Niederlassung in Cuxhaven.

Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich im Sommer 2027 abgeschlossen sein. Damit wird vorhandene Hafeninfrastruktur gezielt weiterentwickelt und eine bislang ungenutzte Fläche für die wirtschaftliche Nutzung erschlossen. Das Land Niedersachsen unterstützt die Baumaßnahme mit 5,5 Millionen Euro aus den im Nachtragshaushalt 2025 zusätzlich bereitgestellten Mitteln.

Lob für die Pläne zur Alten Liebe
5,5 Millionen Euro würde auch die Sanierung der Alten Liebe kosten, für die NPorts Pläne vorgestellt hat, die allerdings auf Widerstand in Form einer Petition stößt.
Oberbürgermeister Santjer und Minister Tonne lobten NPorts für den Entwurf und betonten, dass es keine Selbstverständlichkeit sei, eine solche Summe zu investieren. Gleichzeitig verurteilte Tonne scharf, dass NPorts-Mitarbeiter wegen der Pläne teils persönlich und im Netz angegriffen würden.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.