Erkenntnisse bei der Jagd nach dem Rausch der Farben
Seit Jahrzehnten begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung und Information. Heute: Jagd auf Nordlichter.
Gegen 23 Uhr sah ich es auf Instagram: Nordlicht in schönster Pracht, aufgenommen vor 17 Minuten. Schon wieder ohne mich? In Windeseile lösche ich überall das Licht und stürze oben an die Fenster. Doch nur die Straßenlaterne leuchtet einsam vor sich hin. Komisch: So funzelig ihr Licht auch ist, wenn ich draußen unterwegs bin, so strahlt sie jetzt in mein schönes Polarlicht hinein. Während ich im Dunklen zurück in den Flur tappe, kommen schon die ersten spektakulären Fotos auf Whatsapp herein: Gleißendes Gelb und Rot über dem Wattenmeer, wunderschön. Nur leider nicht da, wo ich bin.
Der Versuch im Garten scheitert erwartungsgemäß, weil alle Bewegungsmelder mich geradezu wie im Theater in Szene setzen. Schön, wenn man's braucht, aber doch nicht jetzt, stöhne ich leise. Immerhin nehme ich den erhebenden Blick aufs Sternenmeer über mir wahr, das sich auch super mit der Kamera einfangen lässt.
Beim Blick durchs vordere Fenster schirmen endlich Bäume und Hauswände ein bisschen Licht ab und auf einmal tut sich was: Was als Ahnung anfängt, entpuppt sich als das erste von mir bewusst gesichtete Nordlicht, wenn auch ganz zart. Das wirkt schon völlig anders, als ich am Morgen - wahrscheinlich als Letzte weit und breit - die Möglichkeiten meines Mobiltelefons auch mal ausschöpfe. Ach sooo geht das... - nun hab ich's auch kapiert. Zusätzlich mit dem Wissen, das mir meine Polarlicht-kundige Kollegin am nächsten Tag vermittelt (immer schön den KP-Index verfolgen!), bin ich startklar fürs nächste Mal.