Moin Cuxhaven

Kleine Beeren, viele Namen

von Wiebke Kramp | 02.07.2026

Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute: Erntefrische Früchte.

Wenn ich zurzeit Johannisbeeren entdecke, muss ich an das schöne Wort Ribisel denken. So heißen die kleinen, knallroten, schneeweißen oder schwarzen Genussperlen nämlich in Österreich und Teilen Bayerns. Das hört sich in meinen Ohren einfach viel niedlicher an und entspricht phonetisch besser dem Erscheinungsbild dieser erntefrischen Fruchtbomben. Während sich der Name Johannisbeere vom Johannistag ableitet, weil um den 24. Juni die ersten Sorten der aromatischen Beeren reif werden, stammt Ribisel vom lateinischen Ribes ab. Ursprünglich reicht der Name sogar bis in den arabischen Raum. Ribas bezeichnet eine bestimmte Rhabarberart im Libanon. Ribisel haben im Laufe der Jahrhunderte eine spannende Sprachreise unternommen. Über das mittellateinische und italienische Ribes gelangte der Begriff im 16. Jahrhundert in die europäische Botanik. Der Gattungsname Ribes für die Strauchbeeren wurde erstmalig 1753 von Carl von Linné veröffentlicht. Reif sind die Früchte noch bis August. Gepflückt werden sie am besten an einem trockenen, sonnigen Vormittag mitsamt der gesamten Rispe. So bleiben sie länger frisch und verlieren nicht so schnell ihren Saft. Sie sind gesund, nährstoffreich und kalorienarm. Das gilt für Johannisbeeren und Ribisel übrigens gleichermaßen wie für Trübeli, Meertrübeli oder Räggele, so nennt man sie nämlich in der Schweiz.

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Wiebke Kramp

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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