Wie eine Reise in ein fernes Land: Zumindest die Länge passte
Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute: Stundenlanges "Flug"-Vergnügen.
Wenn schon der Pilot aus dem Cockpit kommt, um zu den Passagieren zu sprechen, dann meist nicht nur, um zu schauen, wer heute mit ihm den Hüpfer nach Bremen unternehmen will. Schon das Warten in einer entlegenen Halle am Flughafen in Zürich hatte sich hingezogen. Über die ganz und gar nicht schweizerisch geordneten Massen in der Halle waberten Lautsprecherdurchsagen hinweg, die zum Aufgeben des Handgepäcks aufforderten oder Freiwillige suchten, die gegen Übernachtung, Verpflegung und Bares von ihrem Flug zurücktreten würden.
Einmal nicht hingeschaut und schwupps stand am Gate nicht mehr Bremen, sondern Venedig als Ziel. Insgesamt stand ich an drei Gates an, bis nach einer Stunde Verspätung endlich die Busse vorfuhren. Aus dem Flugzeug stiegen noch die vorigen Passagiere aus, dann dockte der Tankwagen an, dann endlich öffneten sich die Bustüren. Alle waren froh, nun die 37 Grad am Boden hinter sich zu lassen, als der Kapitän die zugeteilte Abflugzeit verkündete: "In zweieinhalb Stunden."
Stöhnend fügten sich die Reisenden in ihr Schicksal, wie die Besatzung froh, wenigstens nicht wieder aussteigen zu müssen. Klimaanlage und WC funktionierten, alles ging zivilisiert zu. Bis auf eins: Als ich es wagte, mich ein wenig zu bewegen und hinter mich zu blicken, traf ich direkt auf ein Paar nackter Füße an meiner Armlehne. Schneller hätte ich nicht zurück nach vorn schießen können. Warum manche ausgerechnet an diesem Ort und nach einem vorangegangenen Marathon durch den Flughafen ihren Füßen eine Runde frischer Luft gönnen müssen, wird mir immer schleierhaft bleiben.
Immerhin ruckte irgendwann die Maschine doch noch an. Nach einer Platzrunde ging es - um die Gewitter in Deutschland herum - Richtung Norden. In der Zeit wären an anderen Tagen auch schon fast die Kanaren erreicht gewesen.
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